NachrichtenMakroQueens '39' ist eigentlich ein Lied über relativistische Raumfahrt

Queens '39' ist eigentlich ein Lied über relativistische Raumfahrt

Autor: Marginal Revolution·

Wichtige Erkenntnisse

  • Queens „'39" handelt im Kern von interstellarer Raumfahrt und relativistischer Zeitdilatation und nicht, wie allgemein angenommen, vom Zweiten Weltkrieg.
  • Die Reisenden im Lied erleben nur ein Jahr Reisezeit, während auf der Erde ein Jahrhundert vergeht, sodass sie in eine Welt zurückkehren, in der alle, die sie kannten, verschwunden sind.
  • Das Stück wurde von Brian May geschrieben, der einen Doktortitel in Astrophysik vom Imperial College London besitzt.
  • „'39" erschien auf Queens Album A Night at the Opera von 1975 und weist ein akustisches Folk-Arrangement auf, das mit dem typisch opernhaften Rockstil der Band kontrastiert.
  • Bei der Aufnahme des Liedes wurden keine Synthesizer verwendet.
Queens '39' ist eigentlich ein Lied über relativistische Raumfahrt

Tyler Cowen von Marginal Revolution hat kürzlich eine lange übersehene Dimension des Queen-Liedes „'39" beleuchtet und enthüllt, dass das Stück im Grunde um interstellare Raumfahrt und die Auswirkungen der Zeitdilatation auf die heimkehrenden Reisenden geht.

Viele Hörer, darunter auch Cowen selbst, haben angenommen, das Lied beziehe sich auf den Zweiten Weltkrieg. Die „'39"-Referenz am Anfang, die Erwähnung von Freiwilligen, die in See stechen, und die nostalgische britische Music-Hall-Atmosphäre des Stücks scheinen alle in diese Richtung zu deuten. Eine genauere Lektüre der Texte erzählt jedoch eine ganz andere Geschichte.

Die im Lied beschriebenen Freiwilligen sind keine Soldaten, die in den Krieg ziehen – sie sind Forscher, die zu den Sternen reisen. Ihre endgültige Rückkehr zur Erde erweist sich als zutiefst tragisch: Aufgrund der relativistischen Zeitdilatation ist für die Reisenden nur ein einziges Jahr vergangen, während auf der Erde ein Jahrhundert verstrichen ist. Alles und jeder, den sie einst kannten, ist verschwunden. Das Konzept beruht unmittelbar auf Einsteins spezieller Relativitätstheorie, die vorhersagt, dass für ein Objekt, das sich mit einem erheblichen Bruchteil der Lichtgeschwindigkeit bewegt, die Zeit im Verhältnis zu einem ruhenden Beobachter verlangsamt – eine kontraintuitive, aber wohletablierte physikalische Folge, die der Erzählung des Liedes ein rigoroses wissenschaftliches Fundament verleiht.

Wie Cowen anmerkt, macht einer der direktesten Auszüge aus dem Text dies deutlich:

In the year of '39 came a ship in from the blue
The volunteers came home that day
And they bring good news of a world so newly born
Though their hearts so heavily weigh
For the Earth is old and grey, little darling, we'll away
But my love, this cannot be
Oh, so many years have gone though I'm older but a year
Your mother's eyes, from your eyes, cry to me

Der Autor des Liedes, Brian May – weithin gefeiert als einer der besten Gitarristen des Rock – verfügt über einen Doktortitel in Astrophysik vom Imperial College London, was dem lyrischen Konzept eine zusätzliche Ebene wissenschaftlicher Authentizität verleiht. „'39" erschien auf Queens Album A Night at the Opera aus dem Jahr 1975, und sein akustisches, folk-beeinflusstes Arrangement steht in starkem Kontrast zu dem opernhaften Rock, für den die Band am bekanntesten ist, was seine anspruchsvolle Science-Fiction-Erzählung innerhalb der weiteren Titelliste umso unerwarteter macht.

Cowen merkt außerdem in einem Nachsatz an: Bei der Aufnahme wurden keine Synthesizer verwendet.

Das Lied kann hier angehört werden, und die vollständigen Texte sind ebenfalls verfügbar. Der Originalbeitrag erschien auf Marginal Revolution.