QatarEnergy soll Force Majeure für europäische Käufer bis Ende September verlängert haben
Wichtige Erkenntnisse
- •QatarEnergy hat die Force Majeure für europäische Käufer mindestens bis Ende September verlängert.
- •Seit dem 16. Juli haben keine LNG-Tanker die Straße von Hormus passiert.
- •Italiens Edison SpA sagte, dass drei weitere LNG-Ladungen nach der jüngsten Mitteilung verzögert werden.
- •Edison erklärte, dass insgesamt 24 Ladungen während der Force-Majeure-Phase betroffen waren, was rund 3 Milliarden Kubikmetern Gaslieferungen entspricht.
- •QatarEnergy verlängerte die Force Majeure auch auf mehrere asiatische Kunden und verlängerte einige LNG-Tanker-Leasingverträge mindestens bis Mitte Oktober.

QatarEnergy soll die Force Majeure für seine europäischen Käufer mindestens bis Ende September verlängert haben und damit die anhaltenden Auswirkungen der Störungen der Energieflüsse durch die Straße von Hormus unterstreichen. Das Unternehmen gehört zu den weltweit größten LNG-Exporteuren, und die jüngste Verlängerung zeigt, wie sich ein Engpass im globalen Schiffsverkehr rasch auf langfristige Lieferverträge weit über die Region hinaus auswirken kann. Europa ist zwar nicht der größte Kundenkreis des Unternehmens, doch die Störung trifft auch europäische Käufer, während die Auswirkungen in Asien offenbar noch breiter sind.
Seit dem 16. Juli haben keine LNG-Tanker die Straße von Hormus passiert. Selbst wenn es Schattenflotten-Bewegungen gegeben haben sollte, was für Qatar unwahrscheinlich wäre, wäre deren Zahl vermutlich gering.
Einer der wichtigsten europäischen Kunden von QatarEnergy, Italiens Edison SpA, teilte mit, dass QatarEnergy das Unternehmen darüber informiert habe, dass drei LNG-Ladungen bei der jüngsten Verzögerung nicht geliefert werden können. Insgesamt wurden Edison während der Force-Majeure-Phase 24 LNG-Ladungen beeinträchtigt, was rund 3 Milliarden Kubikmeter Erdgaslieferungen entspricht.
Edison SpA hat mit QatarEnergy einen Vertrag über die Lieferung von 6.4 Milliarden Kubikmetern Erdgas pro Jahr nach Italien, ein Abkommen, das seit 2009 gilt. Das Unternehmen erklärte, dass die Force Majeure ein wesentlicher Faktor für die Halbierung des operativen Ergebnisses im ersten Quartal gewesen sei, und verdeutlichte damit, wie sich Lieferunterbrechungen selbst bei bestehenden Verträgen kurzfristig in den Ergebnissen der Käufer niederschlagen können.
In der vergangenen Woche verlängerte QatarEnergy die Force Majeure außerdem auf mehrere asiatische Kunden und verlängerte die Leasingverträge für einige seiner LNG-Tanker mindestens bis Mitte Oktober. Die gestaffelten Verlängerungen deuten darauf hin, dass die Störung regional und über die Schifffahrtsvereinbarungen hinweg weiterhin gemanagt wird, ohne dass es bislang Anzeichen für eine baldige Rückkehr des normalen LNG-Durchgangs durch die Meerenge gibt.