Kreml: Modi und Xi sind bereit, eine Regelung für die Ukraine zu unterstützen
Wichtige Erkenntnisse
- •Modi erklärte Putin, dass Indien bereit sei, Friedensbemühungen für die Ukraine durch Dialog und Diplomatie zu unterstützen.
- •Putin macht die Behandlung der NATO-Erweiterung weiterhin zu einer Bedingung für einen möglichen Friedensrahmen, was westliche Staaten ablehnen.
- •Indien und China haben sich den westlichen Sanktionen gegen Russland nicht angeschlossen und unterhalten weiterhin strategische und wirtschaftliche Beziehungen zu Moskau.
- •Der Gipfel brachte diplomatische Bereitschaftsbekundungen hervor, jedoch keinen neuen detaillierten Vorschlag zur Beendigung des Krieges.
- •Indiens Rolle wurde auch durch seine Energie- und Rüstungsbeziehungen zu Russland, US-Zölle auf Indien und China sowie die Sorge um indische Seeleute im Schwarzen Meer geprägt.

Der russische Präsident Wladimir Putin begrüßte öffentlich die Angebote zweier der mächtigsten Staatschefs der Welt, bei der Vermittlung von Frieden in der Ukraine zu helfen. Damit wurde der 18. BRICS-Gipfel in Neu-Delhi zur Bühne für hochrangige diplomatische Signale in einem Konflikt, der nun in sein fünftes Jahr eintritt.
Putin lobte auf dem Gipfel die Bereitschaft des indischen Premierministers Narendra Modi und des chinesischen Präsidenten Xi Jinping, eine ausgehandelte Regelung zu unterstützen. Der Gipfel fand am 11. und 12. September 2026 statt. Modi erklärte, Indien sei bereit, Friedensbemühungen durch Dialog und Diplomatie zu unterstützen, während Xis Teilnahme Pekings Position als möglicher Vermittler bekräftigte.
Was in Neu-Delhi geschah
Modi traf am 11. September mit Putin zusammen. Bei diesem Treffen brachte er Indiens Interesse zur Sprache, an einer Regelung für die Ukraine mitzuwirken, und thematisierte zugleich ein unmittelbareres Anliegen: die Sicherheit indischer Seeleute, die im Schwarzen Meer tätig sind.
Am folgenden Tag traf Modi mit Xi zusammen. Dieses Gespräch nahm eine andere Richtung und konzentrierte sich statt auf die Ukraine auf den langjährigen Grenzstreit zwischen den beiden Ländern. Die Staatschefs betonten die Notwendigkeit einer von ihnen als „fair und vernünftig“ bezeichneten Lösung für die Spannungen entlang ihrer Grenze.
Putin hat bei multilateralen Foren bereits zuvor Vermittlungsbemühungen asiatischer Mächte gelobt. Bei früheren Gipfeltreffen hat er einen möglichen Friedensrahmen wiederholt mit der von ihm beschriebenen Notwendigkeit verknüpft, die NATO-Erweiterung zu thematisieren. Westliche Hauptstädte betrachten diese Bedingung als nicht akzeptabel.
Der Balanceakt der BRICS
Indien und China nehmen im Ukraine-Konflikt eine ungewöhnliche Position ein. Keines der beiden Länder hat sich dem westlichen Sanktionsregime gegen Russland angeschlossen, und beide unterhalten enge strategische und wirtschaftliche Beziehungen zu Moskau. Gleichzeitig haben sich beide für ein ausgehandeltes Ende der Kämpfe ausgesprochen.
Für Modi bot der BRICS-Gipfel die Gelegenheit, Indiens Rolle als Vermittler für Frieden auf der internationalen Bühne hervorzuheben. Neu-Delhi hat sich seit Beginn des Konflikts im Februar 2022 zunehmend deutlich zu dieser Rolle geäußert.
Indiens Diplomatie spiegelt auch eigene Interessen wider. Das Land importiert erhebliche Mengen russischer Energie und Rüstungsgüter. Der Gipfel fand vor dem Hintergrund von US-Zöllen statt, die sowohl Indien als auch China betreffen.
Grenzen der diplomatischen Signale
Das Fehlen konkreter neuer Vorschläge ist von Bedeutung. Die Bereitschaft zum Dialog ohne einen etablierten Rahmen stellt eher eine Absichtserklärung als einen detaillierten Plan dar. Die Bereitschaftsbekundungen Indiens und Chinas, zu helfen, stellten daher keinen neuen Vorschlag für eine Regelung dar.
Putins wiederholte Forderung, die NATO-Erweiterung müsse in jedem Friedensabkommen berücksichtigt werden, setzt die Messlatte für Verhandlungen hoch. Die Ukraine und ihre westlichen Unterstützer haben keine Bereitschaft gezeigt, Zugeständnisse bei der Souveränität oder der Bündnismitgliedschaft als Vorbedingungen für Gespräche zu machen. Die Bedeutung der Signale aus Neu-Delhi wird daher davon abhängen, ob eine der beiden Regierungen später einen konkreten Rahmen vorlegt, der diese ungelösten Differenzen berücksichtigen kann.