NachrichtenMakroSONARs Pricing Power Index zeigt einen fünfwöchigen Rückgang der Verhandlungsmacht von Frachtführern

SONARs Pricing Power Index zeigt einen fünfwöchigen Rückgang der Verhandlungsmacht von Frachtführern

Autor: FreightWaves·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Pricing Power Index ist ein Composite-Index aus acht SONAR-Frachtmetriken, der von 0 bis 100 bewertet wird, wobei Werte über 50 auf eine Verhandlungsmacht der Frachtführer hindeuten und Werte unter 50 den Verladern zugutekommen.
  • Der Index ist seit seinem Höchststand Mitte Juli fünf Wochen in Folge gesunken, da sich die Frachtkapazitäten entspannt haben und zuvor starke Nachfragesignale wie das Schienengüterverkehrsvolumen und Seeimportbuchungen nachgelassen haben.
  • Die Spanne zwischen den Spot- und Vertragsraten, die vor etwa einem Monat ein Rekordhoch erreichte, hat sich deutlich verengt, was darauf hindeutet, dass Verlader bei den Vertragsbedingungen möglicherweise mehr Verhandlungsmacht erlangen.
  • Die Dreimonats-Prognose ist zurückgegangen und nähert sich nun dem aktuellen Indexwert an, während sie noch wenige Wochen zuvor auseinandergegangen war.
  • Der Abwärtstrend fällt in eine Zeit, die normalerweise eine Hochsaison für Fracht ist, was die Frage aufwirft, ob schwächere Importvolumina und reichliche Kapazitäten die übliche saisonale Verengung außer Kraft setzen.
SONARs Pricing Power Index zeigt einen fünfwöchigen Rückgang der Verhandlungsmacht von Frachtführern

Jede Woche destilliert das Forschungsteam von SONAR den Frachtmarkt zu einer einzigen Zahl: dem Pricing Power Index (PPI). Der Index bietet eine schnelle Einschätzung einer Frage, die für die Beschaffungsstrategie, das Timing von Angeboten und die Verhandlungen mit Frachtführern von zentraler Bedeutung ist – ob die Preismacht derzeit bei den Frachtführern oder den Verladern liegt.

Der PPI ist kein subjektiver Indikator oder eine im Nachhinein konstruierte Erzählung. Er ist ein direkt gewichteter, datengestützter Composite-Index aus acht SONAR-Metriken: Ausschreibungsablehnungen, akzeptiertem Volumen, Schienengüterverkehrsvolumen, See-TEU-Buchungen, Spot-Raten, Van-Vertragsraten, der Spanne zwischen Spot- und Vertragsraten sowie intermodalen Vertragsraten. Jede Metrik wird anhand ihrer eigenen wöchentlichen Historie der letzten fünf Jahre bewertet und zu einem einzigen Wert zwischen 0 und 100 kombiniert. Ein Wert von 50 zeigt einen historisch ausgewogenen Markt an. Werte über 50 signalisieren, dass sich die Verhandlungsmacht in Richtung der Frachtführer neigt, während Werte unter 50 auf eine Verhandlungsmacht hindeuten, die den Verladern zugutekommt. Ein begleitender Dreimonatsausblick wendet dieselbe Methodik auf eine 90-Tage-Prognose an und gibt den Lesern so einen Einblick sowohl in die aktuelle Marktpositionierung als auch in die erwartete Entwicklung der Bedingungen im kommenden Quartal laut dem Modell von SONAR.

Was die Veröffentlichung dieser Woche zeigt

Der PPI ist seit seinem Höhepunkt Mitte Juli fünf Wochen in Folge gesunken. Der Rückgang erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem sich die Frachtkapazitäten entspannt haben und mehrere zuvor stark steigende Nachfragesignale – insbesondere das Schienengüterverkehrsvolumen und die Buchungen für Seeimporte – nachgelassen haben. Die Spanne zwischen Spot- und Vertragsraten, die vor etwa einem Monat ein Rekordhoch erreichte, hat sich in den letzten Wochen deutlich verengt. Diese Spanne ist einer der am sorgfältigsten beobachteten Indikatoren in der Frachtbeschaffung: Wenn Spot-Raten deutlich über den Vertragsraten liegen, signalisiert dies eine geringe Kapazität und eine Verhandlungsmacht der Frachtführer; wenn sie sich verengt, gewinnen die Verlader in der Regel mehr Verhandlungsspielraum bei den Vertragsbedingungen. Auch die Dreimonatsprognose ist zurückgegangen und nähert sich nun dem aktuellen Wert viel stärker an, nachdem sie noch vor wenigen Wochen auseinandergegangen war.

Der fünfwochige Rückgang fällt in eine Zeit, in der sich die Frachtmärkte normalerweise auf die Hochsaison vorbereiten – das Fenster vom Spätsommer bis Herbst, in dem die Wiederauffüllung der Einzelhandelsbestände vor der Nachfrage nach Feiertagen historisch gesehen die Kapazitäten im LKW-Verkehr verengt und die Preise in die Höhe treibt. Ein sinkender PPI in diesem Zeitraum wirft die Frage auf, ob sich die erwartete saisonale Verengung planmäßig vollzieht oder ob schwächere Importvolumina und reichlich Kapazitäten das übliche Muster außer Kraft setzen. Ob diese Bewegung eine echte Verschiebung der Verhandlungsmacht der Frachtführer vor der Hochsaison signalisiert oder eine saisonale Pause darstellt, bevor sich die Bedingungen wieder verengen, ist genau die Art von Frage, die der PPI beantworten soll. Die vollständige Analyse wird in der Veröffentlichung dieser Woche detailliert dargelegt.

Wo Sie auf den Index zugreifen können

Der wöchentliche Pricing Power Index wird jede Woche veröffentlicht und ist über zwei Kanäle verfügbar:

  • FreightWaves Market Monitor (getfreightdata.com) — Vollzugriff auf die PPI-Veröffentlichung für 199 $ pro Monat.
  • SONAR-Plattform Forschungsbibliothek — SONAR-Enterprise-Kunden können über das Uhren-Symbol im Menü oben rechts auf der Plattform unter „Research“ (sonar.surf/research-library) auf jede PPI-Veröffentlichung sowie auf das vollständige Forschungsarchiv zugreifen.

Frachtmärkte reagieren selten auf ein einzelnes Signal. Der Wert des PPI liegt in der Syntheseleistung – konsistent, quantitativ und vor dem Hintergrund realer historischer Daten –, sodass die Leser nicht jede Woche acht verschiedene Indikatoren manuell abgleichen müssen, um festzustellen, wer die Verhandlungsmacht hat.