GBP/USD und EUR/GBP erwarten wichtige Bank-of-England-Entscheidung
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Federal Reserve beließ die Zinsen unverändert und gab keine klaren Signale zu kurzfristigen Zinssenkungen, was den Dollar stärkte limitierte und dem Pfund einen Rebound ermöglichte.
- •Die Marktaufmerksamkeit hat sich auf die geldpolitische Entscheidung der Bank of England verlagert, bei der die Abstimmungsverteilung im MPC und die Kommentare von Gouverneur Bailey zu Inflation und Lohnwachstum genau analysiert werden, um Hinweise auf den Zeitpunkt möglicher Zinssenkungen zu erhalten.
- •GBP/USD stieg in Richtung der 1,3400-Marke, nachdem ein bullisches Engulfing-Candlestick-Muster gebildet wurde, mit potenziellem Aufwärtspotenzial in Richtung 1,3440–1,3480, falls das Unterstützungsniveau hält.
- •Die Europäische Zentralbank hat bereits begonnen, ihren Einlagensatz zu senken, und die anstehenden Inflations- und GDP-Daten aus Deutschland und Spanien werden die Erwartungen an das Tempo weiterer Lockerungsmaßnahmen beeinflussen.
- •EUR/GBP zeigte frühe Erholungsanzeichen mit einem bullischen Harami-Muster und könnte in Richtung 0,8600–0,8620 steigen, falls die BoE-Entscheidung die Marktteilnehmer enttäuscht.

Das Pfund festigte sich im Gefolge der jüngsten Sitzung der US-Notenbank, in der die Federal Reserve die Zinsen wie allgemein erwartet unverändert ließ. Die Fed verzichtete jedoch darauf, klare Signale für eine kurzfristige Wende in Richtung Zinssenkungen zu geben, und bekräftigte ihre vorsichtige Haltung zur künftigen Ausrichtung der Geldpolitik. Dennoch war der Dollar nicht in der Lage, neuen Aufwärtsimpuls aufzubauen, was den Weg für das Pfund frei machte, einen Teil seiner jüngsten Verluste zurückzugewinnen. Das Festhalten der Fed steht im Kontrast zu wachsenden Markterwartungen, dass andere große Notenbanken in ihren jeweiligen Lockerungszykken bereits weiter fortgeschritten sind – eine Divergenz, die den Dollar in den letzten Sitzungen unter Druck gehalten hat.
Die Marktaufmerksamkeit hat sich nun fast vollständig auf die bevorstehende geldpolitische Sitzung der Bank of England verlagert, deren Entscheidung voraussichtlich der dominierende Katalysator für das Pfund im weiteren Verlauf der Woche sein wird. Während Anleger keine Änderung des Bankzinses erwarten, wird der Fokus auf der Abstimmungsverteilung im Geldpolitischen Ausschuss (MPC), der begleitenden politikbezogenen Erklärung sowie den Äußerungen von BoE-Gouverneur Andrew Bailey liegen. Die Zusammensetzung der Stimmen ist von Bedeutung, da sie als Echtzeitindikator dafür dient, wie viele Notenbanker zu einer Lockerung neigen; eine Verschiebung hin zu einer stärker überzogenen (dovish) Minderheitsposition würde signalisieren, dass eine Geldlockerung näher rückt. Die Inflation im Dienstleistungssektor und das Lohnwachstum in Großbritannien waren für den MPC ein dauerhaftes Anliegen, weshalb Baileys Einschätzung dieser Indikatoren sorgfältig analysiert werden wird. Jeder Hinweis auf den möglichen Zeitplan für geldpolitische Lockerungsmaßnahmen könnte erhebliche Volatilität beim Pfund auslösen.
Der Euro steht heute ebenfalls vor einer umfangreichen Reihe makroökonomischer Daten. Marktteilnehmer werden die vorläufigen Inflations- und GDP-Daten aus Deutschland sowie die GDP- und Inflationszahlen aus Spanien verfolgen. Diese Veröffentlichungen werden den Marktteilnehmern helfen, die Widerstandsfähigkeit der Eurozonen-Wirtschaft einzuschätzen und die Erwartungen an die nächsten politischen Schritte der Europäischen Zentralbank anzupassen. Die EZB hat bereits begonnen, ihren Einlagensatz zu senken, und liegt damit im aktuellen Zyklus sowohl vor der Fed als auch der BoE. Frische Inflationsdaten werden somit direkt in die Debatte über Tempo und Umfang weiterer Zinssenkungen einfließen. Stärker als erwartete Zahlen könnten die Gemeinschaftswährung stützen, während schwächere Daten die Wetten auf eine weitere EZB-Lockerung verstärken könnten.
GBP/USD
Im Nachgang der Fed-Sitzung stieg GBP/USD in Richtung der Marke 1,3400. Ein Abprallen vom Unterstützungsniveau bei 1,3270, gepaart mit einem starken Tagesanstieg, ermöglichte es den Käufern, ein bullisches Engulfing-Candlestick-Muster zu bilden. Die technische Analyse deutet darauf hin, dass ein weiteres Aufwärtspotenzial in Richtung 1,3440–1,3480 besteht, wenn sich die Zone von 1,3270–1,3300 als Unterstützung verfestigt. Ein entschiedener Bruch unter das gestrige Tief könnte hingegen einen erneuten Rückgang in Richtung 1,3180–1,3220 auslösen.
Wichtige Ereignisse für GBP/USD:
- Heute um 14:00 (GMT+3): Leitzinsentscheid der Bank of England
- Heute um 14:30 (GMT+3): Rede von Bank-of-England-Gouverneur Andrew Bailey
- Heute um 15:30 (GMT+3): Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA
EUR/GBP
EUR/GBP zeigt frühe Erholungsanzeichen, nachdem auf dem Tageschart ein bullisches Harami-Muster gebildet wurde. Sollte die BoE-Entscheidung die Marktteilnehmer enttäuschen, könnte das Paar seinen Aufwärtstrend in Richtung 0,8600–0,8620 ausbauen. Dieses bullische Szenario würde durch einen entschiedenen Bruch unter den Unterstützungsbereich von 0,8540–0,8560 hinfällig.
Wichtige Ereignisse für EUR/GBP:
- Heute um 08:30 (GMT+3): Frankreich GDP
- Heute um 11:00 (GMT+3): Deutschland GDP
- Heute um 15:00 (GMT+3): Deutschland Verbraucherpreisindex (CPI)
Insgesamt wird die kurzfristige Entwicklung des Pfunds in erster Linie von der Entscheidung der Bank of England, der Abstimmungsverteilung im MPC und den Kommentaren von Gouverneur Bailey zum Zinsausblick abhängen. Für den Euro bleiben Inflations- und GDP-Veröffentlichungen aus den größten Volkswirtschaften der Eurozone von entscheidender Bedeutung, da sie die Erwartungen an die nächsten politischen Schritte der EZB prägen könnten. Da die Marktauswirkungen der Fed-Sitzung nun nachlassen, werden europäische Wirtschaftsdaten und Signale der Bank of England bis zum Ende der Woche die primären Treiber für sowohl GBP/USD als auch EUR/GBP.