PJM Interconnection plant Maßnahmen gegen Stromengpässe angesichts der Nachfrage von Rechenzentren
Wichtige Erkenntnisse
- •PJMs Kapazitätsauktion konnte für den Lieferzeitraum von Juni 2027 bis Mai 2028 nicht genügend Angebot sichern und markiert damit den ersten Engpass in der Geschichte des Betreibers.
- •PJM prognostiziert, dass Rechenzentren bis 2030 mehr als 30 Gigawatt Spitzenlast verursachen werden.
- •Die Kapazitätspreise stiegen von 28,92 US-Dollar pro Megawatt-Tag für 2024/25 auf 329,17 US-Dollar pro Megawatt-Tag für 2026/27.
- •Im Mai 2026 erhielt PJM vom US-Energieministerium Notfallbefugnisse, um in Netznotfällen die Stromversorgung von Rechenzentren mit Backup-Erzeugung zu drosseln.
- •PJM genehmigte im Februar 2025 einen Übertragungsinvestitionsplan über 6,7 Milliarden US-Dollar und plant für Herbst 2026 eine Zuverlässigkeits-Absicherungsauktion.

PJM Interconnection, das das Stromnetz für rund 67 Millionen Menschen in 13 Bundesstaaten und Washington, D.C. betreibt, arbeitet an einer grundlegenden Überholung seiner Infrastruktur, da KI-getriebene Rechenzentren Strom in einem bislang nicht erwarteten Tempo verbrauchen.
Erster Kapazitätsengpass in der Geschichte
PJMs Kapazitätsauktion, der Mechanismus, der sicherstellen soll, dass genügend Erzeugungskapazität zur Deckung der künftigen Nachfrage bereitsteht, konnte für den Lieferzeitraum von Juni 2027 bis Mai 2028 nicht genügend Angebot sichern. Das ist das erste Mal in der Geschichte des Netzbetreibers, dass dies passiert ist.
PJM prognostiziert, dass Rechenzentren allein bis 2030 mehr als 30 Gigawatt zusätzliche Spitzenlast verursachen werden. Zum Vergleich: 30 GW entsprechen ungefähr der Leistung von 30 Kernkraftwerken im Vollbetrieb.
Die Kapazitätspreise stiegen von 28,92 US-Dollar pro Megawatt-Tag im Zeitraum 2024/25 auf 329,17 US-Dollar pro Megawatt-Tag für 2026/27. Das ist ein Anstieg um mehr als das Zehnfache und spiegelt wider, wie schnell neue Großverbraucher die Planungsannahmen des Netzbetreibers und seiner Mitglieder verändern.
Notfallmaßnahmen und Infrastrukturinvestitionen
Im Mai 2026 erließ das US-Energieministerium eine Notfallanordnung, die PJM befugt, in Netznotfällen die Stromversorgung von Rechenzentren mit Backup-Erzeugungskapazitäten zu drosseln.
PJM verfolgt zudem eine breiter angelegte Reaktion. Der Netzbetreiber plant für Herbst 2026 eine Beschaffungsauktion als Zuverlässigkeitsabsicherung. Außerdem genehmigte PJM im Februar 2025 einen Übertragungsinvestitionsplan über 6,7 Milliarden US-Dollar, der speziell auf Engpässe in Nord-Virginia abzielt, wo die hohe Dichte an Rechenzentren die bestehende Netzinfrastruktur überlastet hat. Diese Schritte sind wichtig, weil zusätzliche Übertragungs- und Erzeugungskapazitäten in der Regel Zeit benötigen, bis sie verfügbar sind, während die Nachfrage großer Rechenzentren in konzentrierten Clustern entstehen kann.
Bedeutung für Krypto- und Digital-Asset-Betreiber
Auch für Teilnehmer an Demand-Response-Programmen ist die Lage relevant. Einige Bitcoin-Mining-Betriebe haben ihr Geschäftsmodell auf flexible Last ausgerichtet und fahren ihre Anlagen in Zeiten hoher Nachfrage gegen günstige Strompreise herunter.
PJMs Notfallbefugnis zur Drosselung von Rechenzentren mit Backup-Erzeugung könnte potenziell als Vorlage dienen, die sich später auch auf große Mining-Anlagen ausdehnen lässt.
Schätzungen zufolge könnten die steigenden Kapazitätspreise den Verbrauchern bis 2033 zusätzliche Kosten von mehr als 100 Milliarden US-Dollar auferlegen.