PBOC soll USD/CNY-Referenzkurs laut Reuters-Schätzung bei 6.7219 festlegen
Wichtige Erkenntnisse
- •Die People's Bank of China wird ihren täglichen USD/CNY-Referenzkurs gegen 01:15 Uhr GMT bekannt geben; Reuters schätzt 6.7219.
- •Chinas Onshore-Yuan darf innerhalb von 2 Prozent ober- oder unterhalb des täglich von der Zentralbank festgelegten Mittelpunktkurses handeln.
- •Die PBOC legt den Mittelpunktkurs anhand des Vortagesschlusses, Bewegungen wichtiger Währungen, eines breiteren Währungskorbs und binnenwirtschaftlicher Faktoren fest.
- •Ein antizyklischer Faktor gibt den Politikgestaltern zusätzliche Flexibilität, das Fixing von rein markgetriebenen Niveaus abweichend festzulegen.
- •Marktteilnehmer betrachten das Fixing als Politiksignal, das auf Bemühungen hindeuten kann, Yuan-Schwäche einzudämmen, oder auf die Duldung einer weicheren Währung.

Die People's Bank of China wird ihren täglichen USD/CNY-Referenzkurs gegen 01:15 Uhr GMT (21:15 Uhr Ostküstenzeit der USA) veröffentlichen; eine Reuters-Schätzung deutet auf ein Fixing von 6.7219 hin. Die Bekanntgabe zählt weiterhin zu den am engsten beobachteten Signalen an den Devisenmärkten Asiens.
China betreibt ein verwaltetes Wechselkurssystem, bei dem der Renminbi (Yuan) innerhalb einer vorgegebenen Bandbreite um einen zentralen Referenzkurs – den Mittelpunktkurs – handeln darf, den die PBOC an jedem Handelstag festlegt. Die derzeitige Bandbreite erlaubt der Währung während der Onshore-Handelszeiten eine Abweichung von plus oder minus 2 Prozent vom offiziellen Mittelpunktkurs; diese Spanne gilt seit ihrer Ausweitung von 1 Prozent im März 2014. Die Bandbreite begrenzt den auf dem chinesischen Festland gehandelten Onshore-Yuan (CNY); der Offshore-Yuan (CNH), der vor allem in Hongkong gehandelt wird, kann sich freier bewegen, und die Differenz zwischen beiden wird ihrerseits als Indikator für Währungsdruck beobachtet.
Jeden Morgen legt die PBOC den Mittelpunktkurs anhand einer Reihe von Eingangsgrößen fest. Dazu zählen der Schlusskurs des Vortages, Bewegungen der wichtigsten Währungen – insbesondere des US-Dollars sowie eines breiteren Korbs von Handelspartnerwährungen, der vom China Foreign Exchange Trade System erfasst wird – sowie binnenwirtschaftliche Erwägungen wie Kapitalflüsse, Wachstumsmomentum und Ziele der Finanzstabilität. Ein 2017 in den Kursfindungsmechanismus eingeführter „antizyklischer Faktor“ gibt den Behörden zusätzlichen Spielraum, das Fixing von dem abweichend festzulegen, was rein marktbasierte Eingangsgrößen nahelegen würden. Der Mittelpunktkurs ist keine rein mechanische Berechnung, was den Politikgestaltern Ermessensspielraum zur Steuerung der Markterwartungen einräumt.
Sobald der Mittelpunktkurs verkündet ist, kann der Onshore-Kurs des USD/CNY frei innerhalb der zulässigen Bandbreite handeln. Wenn Marktdruck den Yuan an einen der Ränder dieser Spanne drängt, kann die Zentralbank eingreifen, um die Volatilität zu glätten. Interventionen können in Form direkter Käufe oder Verkäufe von Yuan, über Anpassungen der Liquiditätsbedingungen oder über die Steuerung durch staatliche Banken erfolgen.
Daher wird das tägliche Fixing häufig eher als Politiksignal denn als bloßer technischer Referenzpunkt interpretiert. Händler vergleichen den veröffentlichten Mittelpunktkurs routinemäßig mit modellbasierten Schätzungen wie denen von Reuters, um zu erkennen, ob die Zentralbank den Kurs stärker oder schwächer ansetzt als die marktimplizierten Niveaus. Ein stärker als erwartet ausfallender CNY-Mittelpunktkurs wird in der Regel als Zeichen dafür gelesen, dass die PBOC Abwertungsdruck entgegenwirkt, während ein schwächeres Fixing für den CNY auf die Duldung einer weicheren Währung hindeuten kann – häufig als Reaktion auf Dollarstärke oder binnenwirtschaftliche Gegenwinde. Der außergewöhnliche Markteinfluss des Fixings wurde im August 2015 deutlich, als eine methodische Änderung, die den Mittelpunktkurs enger an den Schlusskurs des Vortages koppelte, mit einer Abwertung von knapp 2 Prozent einherging, die sich durch die globalen Finanzmärkte zog.
In Phasen erhöhter globaler Volatilität – etwa bei Verschiebungen der US-Zinserwartungen, Handelsspannungen oder Kapitalflussdruck – gewinnt das Fixing zusätzliche Bedeutung. Für Anleger bietet es Einblick in die Währungsprioritäten Pekings, während die Behörden Wettbewerbsfähigkeit, Kapitalstabilität und das Vertrauen der Finanzmärkte gegeneinander abwägen.
Quelle: ForexLive