PayPal-Aktie fällt, nachdem Stripe und Advent Übernahmeangebot aufgeben
Wichtige Erkenntnisse
- •Die PayPal-Aktie fiel im Premarket-Handel um mehr als 13 % auf 53 US-Dollar, nachdem Stripe und Advent ihr Übernahmevorhaben aufgegeben hatten.
- •Die geplante Übernahme wäre mit mehr als 50 Milliarden US-Dollar bewertet gewesen und hätte zu den größten Take-Private-Transaktionen in den Vereinigten Staaten gezählt.
- •PayPals jüngste Ergebnisse zeigten unveränderte aktive Konten bei 439 Millionen, ein Wachstum der monatlich aktiven Konten um 1 % sowie einen Umsatzanstieg um 5 %, während der Gewinn je Aktie um 1 % auf 1,38 US-Dollar sank.
- •Das Unternehmen sieht sich in seinem Branded- und Unbranded-Geschäft intensivem Wettbewerb durch Konkurrenten wie Google, Apple, Amazon und Stripe ausgesetzt.
- •Technische Indikatoren deuten auf ein weiteres Abwärtsrisiko hin, wobei die Aktie möglicherweise in Richtung des Unterstützungsniveaus nahe 48 US-Dollar fallen könnte.

Die PayPal-Aktie (PYPL) erlebte im Premarket-Handel eine deutliche Trendumkehr und gab einen Teil der in den vergangenen Wochen erzielten Kursgewinne wieder ab. Die Aktie stürzte um mehr als 13 % auf 53 US-Dollar ab und liegt damit deutlich unter dem Hoch des laufenden Monats von 62,37 US-Dollar. Dieser Rückgang wird in den kommenden Tagen im Mittelpunkt stehen, während die Anleger die Auswirkungen der neuen Entwicklungen bewerten – allen voran die Entscheidung von Stripe und Advent, ihr Übernahmeinteresse aufzugeben.
PayPal-Aktie fällt, nachdem Übernahmeangebot scheitert
Die PYPL-Aktie markierte im Juni ihr Tief bei 40,45 US-Dollar und stieg anschließend parabolisch an, nachdem Berichte aufkamen, dass Advent und Stripe ein Übernahmeangebot prüften. Die Übernahme im Wert von mehr als 50 Milliarden US-Dollar wäre eine der größten Take-Private-Transaktionen in den Vereinigten Staaten gewesen.
Ein solcher Deal hätte zudem den Bedeutungsverlust PayPals unterstrichen. Auch wenn 50 Milliarden US-Dollar eine beachtliche Summe sind, liegt dies dennoch weit unter der Bewertung von mehr als 300 Milliarden US-Dollar auf dem Allzeithoch, die das Unternehmen vor wenigen Jahren erreichte.
Warum die beiden Unternehmen beschlossen haben, das Geschäft aufzugeben, ist unklar. Ein möglicher Grund ist eine Meinungsverschiedenheit mit dem Management über den richtigen Preis. PayPals Management geht offenbar davon aus, dass das Unternehmen noch Wachstumspotenzial hat – eine Ansicht, die auch der neue CEO Enrique Lores vertritt.
Das Scheitern des Angebots stellt die Aktionärsbasis vor eine Herausforderung: Viele neuere PayPal-Anleger haben die Aktie in der Hoffnung gekauft, dass das Unternehmen übernommen wird. Insbesondere hatte es Erwartungen eines Übernahmekampfes um das Unternehmen gegeben, der die Aktie beflügelt hätte.
PayPal steht als eigenständiges Unternehmen vor großen Herausforderungen
Das Ende des Übernahmeangebots stellt ein Unternehmen, das bei steigendem Wettbewerb um Wachstum ringt, vor große Herausforderungen. Dieser Wettbewerb spielt sich sowohl in PayPals Branded- als auch in dessen Unbranded-Geschäft ab und geht von Unternehmen wie Google, Apple, Amazon und Stripe aus.
PayPals Wachstum ist ins Stocken geraten, und das Management hat sich auf finanzielles Engineering zur Stützung der Aktie konzentriert. Dieses Instrument – Aktienrückkäufe – hat die Zahl der ausstehenden Aktien in den vergangenen Jahren erheblich reduziert: von über 1,156 Milliarden im Jahr 2022 auf heute 862 Millionen. Die Rückkäufe reichten jedoch nicht aus, um die Performance des Unternehmens zu verbessern.
Die jüngsten Quartalsergebnisse unterstreichen die Verlangsamung. Die aktiven Konten blieben unverändert bei 439 Millionen, die monatlich aktiven Konten stiegen lediglich um 1 %, und die Zahl der Transaktionen pro aktivem Konto erhöhte sich nur um 3 %. Der Umsatz wuchs um 5 %, während der Gewinn je Aktie um 1 % auf 1,38 US-Dollar sank – ein im Vergleich zum gemischten Gewinnwachstum von 50,4 %, das die Unternehmen im S&P-500-Index verzeichneten, deutlich langsames Wachstum.
Die zentrale Herausforderung besteht darin, dass PayPal keinen klaren Weg hat, das Umsatzwachstum wieder anzukurbeln, da dem Unternehmen ein klarer Wettbewerbsvorteil fehlt.
Positiv ist, dass das Unternehmen beschließen könnte, Venmo, sein Peer-to-Peer-Geschäft, auszugliedern. Venmos Umsatz wächst weiterhin zweistellig, und PayPal erwartet für dieses Jahr einen Umsatz von 2 Milliarden US-Dollar. Das Geschäft hat mehr als 100 Millionen Nutzer und könnte eine Bewertung von 10 bis 15 Milliarden US-Dollar erzielen.
PayPal-Aktie drohen weitere Rückgänge
Das Tageschart zeigt, dass die PayPal-Aktie Gefahr läuft, weiter an Wert zu verlieren. Vor dem aktuellen Kursverfall bildete die Aktie eine steigende Keilformation, die aus zwei aufsteigenden und konvergierenden Trendlinien besteht – ein Kursverhalten, das im Laufe der Zeit häufig zu einer bärischen Umkehr führt. Auch der Relative Strength Index (RSI) bildete eine bärische Divergenz aus, bei der der RSI eine Serie tieferer Tiefs ausbildet, während sich der Wert in einem Aufwärtstrend befindet.
Vor diesem Hintergrund deutet die Charttechnik auf das Risiko weiterer Kursverluste in den kommenden Tagen hin, möglicherweise bis hinab zum wichtigen Unterstützungsniveau bei 48 US-Dollar.