PalmPay strebt Börsengang in Hongkong an und sucht 200-Millionen-Dollar-Finanzierungsrunde
Wichtige Erkenntnisse
- •PalmPay nimmt rund 200 Millionen Dollar in einer Finanzierungsrunde auf, die das Unternehmen mit mehr als 1 Milliarde Dollar bewerten und ihm den Einhorn-Status verleihen würde.
- •Das Unternehmen erwägt einen Börsengang in Hongkong als nächsten großen Schritt, was es vom Rivalen OPay unterscheidet, der einen US-Börsengang prüft.
- •Das taiwanische Halbleiterunternehmen MediaTek ist aufgrund der Übereinstimmung zwischen Smartphone-Adoption und PalmPays Wachstum seit den frühen Phasen ein strategischer Unterstützer von PalmPay.
- •PalmPay wurde 2019 in Nigeria gegründet und hat sich neben Wettbewerbern wie OPay zu einer der am weitesten verbreiteten mobilen Zahlungsplattformen des Landes entwickelt.
- •Ein Börsengang in Hongkong würde PalmPay Zugang zu asiatischen institutionellen Investoren verschaffen, die bereits Erfahrung mit Geschäftsmodellen für mobile Zahlungen durch Unternehmen wie Ant Group und WeChat Pay haben.

PalmPay, das auf Afrika ausgerichtete digitale Zahlungsunternehmen, das von MediaTek unterstützt wird, prüft einen potenziellen Börsengang in Hongkong, während es gleichzeitig rund 200 Millionen Dollar in einer Finanzierungsrunde aufnimmt, die das Unternehmen mit mehr als 1 Milliarde Dollar bewerten würde, wie Personen mit Kenntnis der Angelegenheit mitteilten.
Die laufende Finanzierungsrunde würde PalmPay, falls sie abgeschlossen wird, zum neuesten afrikanischen FinTech machen, das den Einhorn-Status erreicht. Das Unternehmen würde einer kleinen, aber wachsenden Gruppe afrikanischer Technologieunternehmen mit einer Bewertung von über 1 Milliarde Dollar beitreten, darunter Flutterwave, OPay und Wave. FinTech hat durchgehend den größten Anteil des Wagniskapitals angezogen, das afrikanischen Start-ups zufließt, was das Vertrauen der Investoren in die unterentwickelte finanzielle Infrastruktur des Kontinents als langfristige Wachstumschance widerspiegelt.
Personen, die mit Bloomberg unter der Bedingung der Anonymität sprachen, da die Details noch nicht öffentlich sind, gaben an, dass ein Börsengang in Hongkong als nächster Schritt nach der aktuellen Finanzierungsrunde erwogen wird.
PalmPay wurde 2019 in Nigeria gegründet und hat sich schnell zu einer der am weitesten verbreiteten mobilen Zahlungsplattformen des Landes entwickelt, die direkt mit OPay sowohl im Agentenbankwesen als auch bei Konsumentenzahlungen konkurriert. Die Plattform ermöglicht es Nutzern, Geld zu senden, Rechnungen zu bezahlen und grundlegende Finanzdienstleistungen über eine mobile App zu nutzen, und bedient damit den erheblichen Anteil der Nigerianer, die außerhalb des formalen Bankensystems bleiben oder mobilfirst Finanzinstrumente bevorzugen. Die nigerianische Zentralbank verfolgt seit Jahren Ziele zur finanziellen Inklusion, mit dem Ziel, einen größeren Anteil der erwachsenen Bevölkerung in die formelle Wirtschaft einzubinden — ein politisches Umfeld, das mobilen-first-Anbietern wie PalmPay, OPay und von Telekommunikationsunternehmen gestützten Diensten wie MTN's MoMo eine breite Öffnung verschafft hat.
MediaTek, das taiwanische Halbleiterunternehmen, das Chips für einen erheblichen Anteil der Android-Smartphones weltweit liefert, ist seit den frühen Phasen ein wichtiger Unterstützer von PalmPay. Die strategische Partnerschaft beruht auf einer klaren Übereinstimmung: PalmPays Wachstum hängt von der Smartphone-Adoption ab, und MediaTeks Prozessoren treiben viele der erschwinglichen Android-Geräte an, über die Nigerianer auf digitale Finanzdienstleistungen zugreifen.
Warum Hongkong?
Die Wahl Hongkongs als potenzieller Börsenplatz ist bemerkenswert. Sie spiegelt einen breiteren Trend afrikanischer FinTechs mit chinesisch verbundenen Investoren wider, die sich asiatischen Kapitalmärkten zuwenden, statt standardmäßig New York oder London zu wählen.
OPay, das ebenfalls chinesische Investoren zu seinen Unterstützern zählt und umfangreich in Nigeria tätig ist, prüft seit Berichten vom Anfang dieses Jahres einen US-Börsengang mit einer Zielbewertung von 4 Milliarden Dollar. PalmPays Erwägung Hongkongs legt nahe, dass die beiden Unternehmen — häufig als direkte Rivalen auf dem Markt für mobiles Geld in Nigeria beschrieben — möglicherweise unterschiedliche Wege zu den öffentlichen Märkten einschlagen.
Ein Börsengang in Hongkong würde PalmPay Zugang zu einem tiefen Pool asiatischer institutioneller Investoren verschaffen, die bereits mit Geschäftsmodellen für mobile Zahlungen durch Unternehmen wie Ant Group und WeChat Pay vertraut sind. Die Hongkonger Börse hat in den letzten Jahren zudem Reformen der Börsennotierungsregeln umgesetzt, die darauf ausgelegt sind, Technologie- und Schwellenländerunternehmen anzuziehen, was den Standort für ein in Frontier-Märkten verwurzeltes FinTech zugänglicher machen könnte. Diese Investoren könnten im Vergleich zu ihren westlichen Gegenstücken auch einen stärkeren Appetit auf afrikanische digitale Finanzdienstleistungen haben.
Der Schritt würde zudem mit den Interessen von MediaTek und anderen asiatischen Anteilseignern übereinstimmen, die in den langfristigen Erfolg des Unternehmens investiert sind.
Für das breitere FinTech-Ökosystem Nigerias hat PalmPays potenzieller Aufstieg zum Einhorn-Status und der Fortschritt in Richtung eines Börsengangs erhebliche Bedeutung. Es signalisiert, dass der Markt für mobile Zahlungen des Landes — lange durch intensiven Wettbewerb und hohe Kapitalanforderungen geprägt — Unternehmen von ausreichendem Maßstab hervorbringt, die globale Kapitalmärkte zu bewerten und kotieren bereit sind.