Ostium-Exploit auf gefälschte Bitcoin-Preisberichte zurückgeführt
Wichtige Erkenntnisse
- •Ostium verlor am 15. Juli 23,75 Millionen USDC aus seinem OLP-Tresor durch eine Verletzung der Off-Chain-Infrastruktur, die es einem Angreifer ermöglichte, gefälschte BTC-USD-Preisberichte zu übermitteln.
- •Der Exploit kompromittierte weder die Smart Contracts, Multisig-Wallets noch die Trader-Sicherheiten von Ostium; die Verluste beschränkten sich ausschließlich auf den OLP-Liquiditätstresor.
- •Automatisierte Überwachungssysteme erkannten die verdächtige Aktivität und stoppten weitere Abhebungen, bevor zusätzliche Mittel entzogen werden konnten.
- •Ostium migrierte in eine neue Produktionsumgebung mit aktualisierten Sicherheitskontrollen und nahm den Handelsbetrieb am 23. Juli wieder auf, acht Tage nach dem Vorfall.
- •Ein dedizierter Wiederherstellungsplan für betroffene Liquiditätsanbieter wird vorbereitet, mit weiteren Details, sobald dieser finalisiert ist.

Ostium hat den Exploit vom 15. Juli, bei dem 23,75 Millionen USDC aus seinem OLP-Tresor abgeflossen wurden, auf eine Verletzung der Off-Chain-Infrastruktur zurückgeführt. Die Perpetuals-Exchange bestätigte, dass ihre Smart Contracts und Protokoll-Multisigs nicht kompromittiert wurden.
In einem am Mittwoch veröffentlichten Post-Mortem-Bericht erklärte Ostium, dass der Angreifer unberechtigten Zugang zu Off-Chain-Systemen erlangt und gefälschte BTC-USD-Preisberichte an das Protokoll übermittelt hatte. Der Vorfall verdeutlicht eine wiederkehrende Herausforderung im Bereich dezentrale Finanzen: Protokolle können zwar strenge Smart-Contract-Audits durchlaufen, bleiben jedoch über die Off-Chain-Infrastruktur verwundbar, die Preis-, Abwicklungs- oder Betriebsdaten an On-Chain-Systeme liefert.
Angriffsvektor und Ausführung
Die gefälschten Preisberichte ermöglichten es dem Angreifer, künstliche Trading-Gewinne zu verbuchen. Alle gestohlenen Mittel stammten aus dem öffentlichen OLP-Tresor, der die Liquidität für die Handelsaktivität auf der Plattform bereitstellt.
Der Angreifer nutzte bereits vom Protokoll anerkannte Forwarder-Pfade. Eine anfängliche Testposition von 100 USDC generierte ungefähr 897,8 USDC an falschem Gewinn, bevor der Angreifer mit größeren Transaktionen fortfuhr.
Die Hauptcharge überwies 11,9 Millionen USDC an ein Empfänger-Wallet. Anschließend führte der Angreifer sechs weitere eigenständige Handelszyklen nach derselben Methode durch, wodurch der Gesamtverlust auf 23,75 Millionen USDC anstieg.
Ostium gab an, dass seine automatisierten Überwachungssysteme die verdächtige Aktivität erkannten und weitere Abhebungen verhinderten, bevor zusätzliche Mittel den Tresor verlassen konnten.
Smart Contracts und Nutzermittel nicht betroffen
Die Untersuchung von Ostium fand keine Hinweise auf Schwachstellen im Smart-Contract-Code. Das Team berichtete zudem keine Anzeichen dafür, dass Angreifer die Kontrolle über die zur Verwaltung des Protokolls verwendeten Multisig-Wallets übernommen hatten.
Die Sicherheiten der Trader waren von der Verletzung nicht betroffen. Die Nutzermargen blieben innerhalb der Trading-Verträge des Protokolls gesichert, wobei die Verluste auf die im OLP-Liquiditätstresor gehaltenen Mittel beschränkt waren.
Die Plattform hat ihre Operationen seitdem in eine neue Produktionsumgebung mit aktualisierten Sicherheitskontrollen migriert. Ostium nahm den Handelsbetrieb am 23. Juli nach Abschluss der Umstellung wieder auf. Die Geschwindigkeit der Wiederaufnahme in Kombination mit dem ausstehenden Wiederherstellungsplan wird von Liquiditätsanbietern, die eine erneute Nutzung des Protokolls erwägen, aufmerksam beobachtet werden.
Ostium bereitet einen separaten Wiederherstellungsplan für betroffene Liquiditätsanbieter vor und erklärte, weitere Details zu veröffentlichen, sobald der Plan finalisiert ist.