Oracle (ORCL) steigt um 2 % – Analysten passen Kursziele vor Quartalszahlen an
Wichtige Erkenntnisse
- •Oracle legte um 2 % auf 157,13 USD zu und setzte damit eine 5,7-prozentige Rallye fort, ausgelöst durch Äußerungen von Fed-Gouverneur Christopher Waller für stabile Zinsen.
- •Morgan Stanley erhöhte sein Kursziel von 207 auf 210 USD bei Equalweight-Einstufung und verwies auf eine verbesserte Margenprognose für das GPU-as-a-Service-Geschäft.
- •Jefferies hielt an der Kaufempfehlung fest, senkte das Kursziel jedoch von 320 auf 290 USD und hob ein OCI-Umsatzwachstum von 115 % sowie eine operative Marge von 41 % als Kernkennzahlen hervor.
- •Mizuho bestätigte Outperform mit einem Kursziel von 320 USD; der Höchstwert des Vertrags mit dem Department of Veterans Affairs stieg um rund 17 Milliarden USD und könnte bis Mai 2031 laufen.
- •Optionsmärkte preisen eine mögliche Kursschwankung von 10 % in beide Richtungen ein, wenn Oracle am 10. September 2026 seine Ergebnisse für Q1 des Geschäftsjahres 2027 vorlegt.

Oracle-Aktien legten im Morgenhandel um 2 % auf 157,13 USD zu, während Wall-Street-Häuser aktualisierte Studien veröffentlichten und Anleger ihre Positionen im Vorfeld des anstehenden Quartalsberichts ausrichteten.
Der Anstieg setzt die kräftige 5,7-prozentige Rallye vom Donnerstag fort, die durch Äußerungen des Fed-Gouverneurs Christopher Waller ausgelöst wurde, der sich angesichts weiterer Inflationsdaten für stabile Zinsen aussprach. Diese Entwicklung hat für Oracle besonderes Gewicht, da das Unternehmen zur Finanzierung seines Ausbaus von KI-Rechenzentren erhebliche Schulden angehäuft hat. Da Oracle einen Großteil des Ausbaus über Kredite statt über Cashflow finanziert hat, reagiert die Aktie im Vergleich zu großen Software-Konzernen ungewöhnlich stark auf Zinserwartungen.
Morgan Stanley erhöht Kursziel auf 210 USD
Morgan Stanley hob sein Kursziel von 207 auf 210 USD an und behielt zugleich die Einstufung „Equalweight“ bei. Die Anpassung spiegelt eine verbesserte Margenprognose für Oracles GPU-as-a-Service-Geschäft wider. In seinem Bewertungsmodell setzte das Haus das rund 19-Fache seiner Prognose für den nicht-GAAP-Gewinn je Aktie im Kalenderjahr 2028 von 10,98 USD an.
Die Oracle-Aktie notiert seit Jahresbeginn rund 20 % tiefer und handelt unterhalb historischer Bewertungskennzahlen. Die PEG-Ratio des Unternehmens liegt bei 0,77; InvestingPro stuft die Aktie gemessen am kurzfristigen Gewinnwachstum als unterbewertet ein. Die Bruttogewinnmarge hielt sich in den vergangenen zwölf Monaten bei 66 %.
Wall Street meldet sich vor den Zahlen zu Wort
Bernstein bestätigte seine Outperform-Einstufung und deutete an, dass Oracle seinen Kapitalbeschaffungsbedarf möglicherweise bald gedeckt haben könnte – eine bemerkenswerte Wendung für ein Unternehmen, das seinen KI-Infrastruktur-Ausbau bislang umfangreich über Kredite finanziert hat. Bernstein wies zudem darauf hin, dass Oracle das Potenzial hat, zum drittgrößten Hyperscaler zu werden – eine Einschätzung, die Oracle in eine Reihe mit Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud stellen würde, den drei derzeit dominierenden Anbietern von Cloud-Infrastruktur.
Jefferies hielt an seiner Kaufempfehlung fest, senkte das Kursziel jedoch von 320 auf 290 USD und benannte ein OCI-Umsatzwachstum von 115 % sowie eine operative Marge von 41 % als entscheidende Kennzahlen.
Mizuho bestätigte ebenfalls die Outperform-Einstufung mit einem Kursziel von 320 USD und verwies auf ein erweitertes Abkommen mit dem Department of Veterans Affairs. Der Höchstwert des Vertrags stieg um rund 17 Milliarden USD und könnte bis Mai 2031 laufen.
Ausblick auf die Zahlen am 10. September
Die Aktivität am Optionsmarkt deutet auf eine mögliche Kursschwankung von 10 % in beide Richtungen hin, wenn Oracle seine Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 am 10. September 2026 nach Börsenschluss vorlegt.
Die breiteren Aktienmärkte bieten heute kaum Unterstützung: Der S&P 500 gibt um 0,1 % nach, während der Nasdaq leicht im Plus notiert – ein Hinweis darauf, dass Oracles Bewegung unternehmensspezifisch getrieben ist.
Umsetzungsherausforderungen und ein eingeschränkter freier Cashflow über den Prognosezeitraum hinweg waren die wichtigsten Bedenken, die Morgan Stanley zur Rechtfertigung seiner Equalweight-Einstufung trotz des höheren Kursziels anführte.
Jefferies beobachtet die OCI-Expansion und die Margenentwicklung als die klarsten Indikatoren dafür, ob Oracles Kapitaleinsatz in KI-Rechenzentren greifbare Ergebnisse liefert.
Der aufgewertte Vertrag mit dem Department of Veterans Affairs, den Mizuho diese Woche hervorhob, umfasst optionale Verlängerungen, die das Abkommen bis Mai 2031 ausdehnen könnten – und verschafft Oracle damit eine tragfähige staatliche Einnahmequelle.