OpenAIs erstes Verbrauchergerät soll ein bildschirmloser, doughnutförmiger Smart Speaker für über 300 Dollar sein: Bericht
Wichtige Erkenntnisse
- •OpenAIs erstes Verbraucher-Hardwareprodukt soll ein tragbarer, bildschirmloser Smart Speaker für 300 bis 400 Dollar werden; der Marktstart ist für 2027 geplant.
- •Das Gerät wurde gemeinsam mit Jony Ives LoveFrom-Studio entworfen, nachdem OpenAI Ives Geräte-Startup io im Mai 2025 für 6,4 Milliarden Dollar übernommen hatte.
- •Apple verklagte OpenAI im Juli wegen angeblicher Veruntreuung von Hardware-Geschäftsgeheimnissen und beantragte eine einstweilige Verfügung, die OpenAIs produktbezogene Aktivitäten vorübergehend einschränken könnte.
- •OpenAI weist Apples Vorwürfe zurück, veröffentlichte eigene Unterlagen zur Widerlegung der Ansprüche und reichte einen Antrag auf Abweisung ein.
- •Das Produkt kommt in einen Hardwaremarkt, in dem frühere eigenständige KI-Geräte wie Humane AI Pin und Rabbit R1 Schwierigkeiten hatten, Verbraucher zu gewinnen.

OpenAIs erstes Verbraucher-Hardwareprodukt wird ein bildschirmloser, batteriebetriebener Smart Speaker in Doughnut-Form sein, etwa so groß wie ein Hockey-Puck, wie Bloomberg am Donnerstag berichtete. Die Informationen stammen demnach von mit der Angelegenheit vertrauten Personen, die nicht namentlich genannt werden wollten, weil die Arbeiten vertraulich sind.
Der Preis wurde dem Bericht zufolge in einer Spanne von 300 bis 400 Dollar pro Einheit diskutiert. Damit läge das Gerät deutlich über den meisten Smart Speakern am Markt — Amazons Echo- und Googles Nest-Reihen kosten in der Regel weniger als 200 Dollar — und unter dem Preis eines Standard-iPhone. Die Verfügbarkeit ist für 2027 vorgesehen, eine Vorstellung soll bereits irgendwann in diesem Jahr stattfinden.
Das Gerät ist tragbar konzipiert — es soll sich mit einer Hand im Haus mitnehmen lassen — und so ausgelegt sein, dass es in verschiedenen Positionen funktioniert, ob in der Hand gehalten oder auf einer Oberfläche abgelegt. Es wird Lautsprechergitter und eingebaute Mikrofone für sprachbasierte Konversationen, Anzeigeleuchten zur Signalisierung des aktiven Zuhörens sowie eine Kamera und Sensoren enthalten, die Umgebungsdaten an das KI-System weiterleiten.
Um das Produkt lebendiger wirken zu lassen als konkurrierende stationäre Smart Speaker — eine Kategorie, die derzeit von Amazon und Google dominiert wird und in den vergangenen Jahren nur begrenzte Verbraucherresonanz ausgelöst hat — sollen sich Teile des kreisförmigen Gehäuses autonom bewegen, um anzuzeigen, wenn das Gerät verarbeitet oder antwortet. OpenAI positioniert das Produkt als einen KI-nativen Computer, auf den sich Nutzer über den Tag hinweg verlassen sollen; er soll ähnlich wie der Sprachmodus von ChatGPT funktionieren, jedoch mit fortschrittlicheren Modellen im Hintergrund. Das Produkt betritt einen Hardwaremarkt, in dem eigenständige KI-Geräte anderer Unternehmen, darunter Humane AI Pin und Rabbit R1, nur schwer bei Verbrauchern Fuß fassen konnten.
Die Hardware wurde in Zusammenarbeit mit Jony Ives LoveFrom-Studio entworfen und soll hochwertige Materialien einschließlich Metall in Premiumqualität verwenden. OpenAI übernahm Ives Geräte-Startup io im Mai 2025 für 6,4 Milliarden Dollar. Separat berichtete Decrypt im April, dass OpenAI gemeinsam mit Qualcomm und MediaTek einen Smartphone-Chip entwickelt.
Apples Klage
Die Details zu dem Gerät kommen vor dem Hintergrund laufender rechtlicher Auseinandersetzungen. Apple verklagte OpenAI im Juli vor dem U.S. District Court for the Northern District of California wegen der angeblichen Veruntreuung von Geschäftsgeheimnissen im Bereich Hardware. In der Klage werden der frühere Apple-Ingenieur Chang Liu, der frühere Design-Manager Tang Yew Tan und io Products genannt.
In Apples Eingabe wird eine Metallveredelungstechnik erwähnt, die OpenAI nach Darstellung des Unternehmens einen langjährigen Apple-Zulieferer für ein kommendes Produkt entwickeln lassen wollte. Laut Bloomberg bleibt unklar, ob sich diese Technik auf den Lautsprecher, ein anderes Gerät oder ein inzwischen verworfenes Konzept bezieht.
OpenAI weist die Vorwürfe entschieden zurück. In einem Blogbeitrag vom Montag bezeichnete das Unternehmen die Klage als „nachlässig, aggressiv und seltsam persönlich“, erklärte, Apple habe zwei Mitarbeiter mit ähnlichen Nachnamen verwechselt, und veröffentlichte E-Mails und Textnachrichten, die die Vorwürfe seiner Ansicht nach entkräften. OpenAI reichte am späten Mittwoch einen Antrag auf Abweisung ein.
Apple hat außerdem eine einstweilige Verfügung beantragt, die OpenAIs Aktivitäten während des Verfahrens einschränken könnte und den Produktstart erschweren würde. Der Rechtsstreit belastet eine Beziehung, in der sich beide Unternehmen zuletzt angenähert hatten: OpenAIs ChatGPT wurde 2025 als zentrales Drittanbieter-Feature in Apples Apple-Intelligence-Plattform integriert. Trotz der rechtlichen Unsicherheit treibt OpenAI die Entwicklung intern voran und wollte gegenüber Bloomberg keine Stellung zu seinen Produktplänen nehmen.
Öffentliche Reaktion
OpenAIs Vision für KI im Haushalt stößt online auf Widerstand. CEO Sam Altman tweetete letzte Woche, ein „cool use case“ für seinen ChatGPT-Work-Agenten sei es, Familienkalender zu verknüpfen, um automatisch einen Podcast für den Schulweg über das Fußballspiel eines Kindes und den Geburtstag eines anderen Kindes zu erstellen. Mehrere kritische Antworten erhielten mehr Likes als der ursprüngliche Beitrag, berichtete Fortune; Nutzer wandten sich dagegen, dass Software echte Familiengespräche ersetzt.