OPay strebt Notierung an der Nigerian Exchange vor möglichem 4-Milliarden-Dollar-IPO in den USA an
Wichtige Erkenntnisse
- •OPay prüft eine Notierung an der Nigerian Exchange und bereitet separat einen möglichen US-Börsengang (IPO) vor.
- •Das Unternehmen strebt auf dem US-Markt eine Bewertung von rund 4 Milliarden US-Dollar an.
- •OPays Transaktionsvolumen erreichte 2025 358 Milliarden US-Dollar, der Umsatz stieg auf 536,3 Millionen US-Dollar, und das operative Ergebnis wurde mit 107,1 Millionen US-Dollar positiv.
- •Nigeria trug 88,1 % zum Umsatz von OPay bei, was die Bedeutung dieses Marktes für den Wandel des Unternehmens unterstreicht.
- •OPay arbeitet mit Citigroup, Deutsche Bank und JPMorgan Chase am US-IPO, während die Standard Bank Group über den Kauf einer Beteiligung vor dem Börsengang verhandelt.

OPay prüft einer Mitteilung von mit dem Vorgang vertrauten Quellen zufolge die Notierung seiner Aktien an der Nigerian Exchange (NGX) — ein Schritt, der zu den bedeutendsten Technologie-Notierungen in der Geschichte des nigerianischen Kapitalmarkts zählen könnte. Eine offizielle Ankündigung wird in Kürze erwartet.
Die geplante heimische Notierung verläuft parallel zu OPays Vorbereitungen für einen möglichen Börsengang (IPO) in den Vereinigten Staaten, bei dem das Unternehmen eine Bewertung von rund 4 Milliarden US-Dollar anstrebt. Es bleibt unklar, ob die nigerianische Notierung parallel zum US-IPO erfolgen oder separat als Teil einer Dual-Listing-Struktur umgesetzt würde.
Das Unternehmen hinter dem Plan ist eines der bekanntesten Fintechs Nigerias. OPay wurde 2018 mit Unterstützung von Opera, dem in Norwegen ansässigen Webbrowser-Unternehmen, gegründet und wurde 2021 nach einer Finanzierungsrunde über 400 Millionen US-Dollar unter der Führung von SoftBanks Vision Fund 2, an der auch Investoren wie Sequoia Capital China beteiligt waren, auf rund 2 Milliarden US-Dollar bewertet. Seitdem hat sich die App zu einer der am weitesten verbreiteten Zahlungs-Apps des Landes entwickelt und bietet Überweisungen, Rechnungszahlungen und Dienste für Händler an.
Einzelheiten zum Zeitpunkt der nigerianischen Notierung, zum zu erzielenden Betrag und zur Anzahl der Aktien, die nigerianischen Anlegern zur Verfügung gestellt würden, wurden nicht offengelegt. Berichten zufolge wollte das Unternehmen keine weiteren Informationen geben.
Die Pläne folgen auf ein rasantes Wachstum von OPays Geschäft in Nigeria. Im Jahr 2025 verarbeitete das Unternehmen laut einem von Quellen eingesehenen Investitionsdokument ein Gesamttransaktionsvolumen von 358 Milliarden US-Dollar — ein Anstieg um 115 % gegenüber 166,2 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 161 % auf 536,3 Millionen US-Dollar, und das Unternehmen wandelte sich von einem operativen Verlust von 35,1 Millionen US-Dollar im Jahr 2024 zu einem operativen Gewinn von 107,1 Millionen US-Dollar im Jahr 2025. Nigeria war entscheidend für diesen Wandel und trug 88,1 % zum Umsatz des Unternehmens bei. Die Zahlen unterstreichen, wie zentral digitale Zahlungen in Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, geworden sind, wo eine schwere Bargeldknappheit zu Beginn des Jahres 2023 eine breitere Hinwendung von Verbrauchern und kleinen Händlern zu mobilen Überweisungen und Zahlungs-Apps beschleunigte.
Das Engagement für eine heimische Notierung ist auch eine Reaktion auf wachsende Appelle vonseiten der nigerianischen Börse. Anfang August forderte NGX-Group-Chef Temi Popoola Präsident Bola Tinubu auf, Maßnahmen zu fördern, die erfolgreiche heimische Unternehmen dazu ermutern, ihre Aktien im eigenen Land zu notieren. Popoola nannte ausdrücklich OPay und PalmPay — letzteres wird von Transsion unterstützt, dem chinesischen Hersteller der Tecno- und Infinix-Telefone, die den Gerätemarkt Nigerias dominieren — als Fintech-Unternehmen, die eine Notierung an ausländischen Märkten prüfen. Seine Botschaft war eindeutig: Wenn nigerianische Unternehmen erheblichen Reichtum schaffen, sollten nigerianische Anleger die Gelegenheit haben, daran teilzuhaben, statt zusehen zu müssen, wie die Vorteile ausländischen Aktionären zugutekommen.
OPay arbeitet derzeit mit Citigroup, Deutsche Bank und JPMorgan Chase an einem möglichen IPO in den USA. Separat führt die Standard Bank Group, die nach Bilanzsumme größte Bank Afrikas, Gespräche über den Erwerb einer Beteiligung an OPay vor dessen Börsengang — ein Deal, der der südafrikanischen Bank ermöglichen würde, in eine der führenden digitalen Zahlungsplattformen Nigerias zu investieren, bevor das Unternehmen mit möglicherweise höherer Bewertung an die Börse geht.
Eine Notierung an der nigerianischen Börse würde dem, was sich zu einem der meistbeachtetsten Fintech-Exits Afrikas entwickelt, eine neue Dimension verleihen. Nigerianische Tech-Unternehmen sind bislang häufiger im Ausland an die Börse gegangen: Der E-Commerce-Konzern Jumia wählte für seine Notierung im Jahr 2019 die New Yorker Börse, während die größten Börsengänge der NGX in jüngerer Zeit von Banken und Telekommunikationsunternehmen kamen, darunter die Notierung von Airtel Africa in Lagos im Jahr 2021. Über Flutterwave, eines der wertvollsten Fintechs Afrikas, wurde ebenfalls berichtet, dass es einen US-Börsengang prüft. Bei einem Abschluss würde OPay zu den wenigen in Nigeria gegründeten Technologieunternehmen gehören, die Notierungen sowohl an einem heimischen als auch an einem internationalen Markt anstreben — ein Schritt, der für andere schnell wachsende nigerianische Fintechs, die abwägen, ob sie in Lagos oder New York an die Börse gehen sollten, als Vorbild dienen könnte.
Quelle: TechNext24