NachrichtenMakroPemberton: Kampagne im Cornell-Fall offenbart rechte „Verzweiflung“

Pemberton: Kampagne im Cornell-Fall offenbart rechte „Verzweiflung“

Autor: Alternet·

Wichtige Erkenntnisse

  • •Der Journalist Nathan Taylor Pemberton argumentierte in einem Meinungsbeitrag der New York Times, dass die rechte Online-Kampagne gegen Jane Doe Verzweiflung und ideologische Erschöpfung statt echten Schwungs widerspiegelt.
  • •Rechte Kommentatoren haben Does Vergewaltigungsvorwürfe gegen sieben Cornell-Studenten als Hoax bezeichnet und sie stattdessen als die eigentliche Täterin dargestellt.
  • •Die Kampagne gegen Doe umfasste Doxing ihrer Identität und Adresse sowie einen Swatting-Vorfall, der Sicherheitskräfte zum Haus ihrer Familie schickte.
  • •Pemberton verglich die Taktiken mit Gamergate, der anonymen Belästigungskampagne von 2014 gegen Frauen in der Gaming-Branche, die er als prägenden Ursprung der Alt-Right bezeichnete.
  • •Er stellte das Timing der Kampagne in Frage und argumentierte, sie lenke Energie von Zwischenwahlen ab, die Trumps politische Macht schwächen könnten, und verschrecke potenzielle Wähler.
Pemberton: Kampagne im Cornell-Fall offenbart rechte „Verzweiflung“

Die Online-Rechte hat durch eine neue Diffamierungskampagne gegen Jane Doe, die Anklägerin im Cornell-7-Sexualstraßefall, wieder an Schwung gewonnen, doch der Einsatz spiegelt das wider, was der Autor und Journalist Nathan Taylor Pemberton als „Verzweiflung“ und ideologische Erschöpfung beschrieb.

Pemberton, der moderne rechte, rechtsextreme und Alt-Right-Bewegungen ausführlich erforscht hat, äußerte diese Einschätzung in einem Meinungsbeitrag am Montag für die New York Times, seinen früheren Arbeitgeber: Er schrieb, die Bewegung sei durch Präsident Donald Trumps zweite Amtszeit im Weißen Haus enttäuscht und demoralisiert gewesen, habe aber kürzlich eine neue Quelle der Einigkeit gefunden, während sich rechte Stimmen gegen Doe mobilisierten.

„The online right has that old spring to its step“, schrieb Pemberton. „The infighting brought on by Donald Trump’s chaotic second-term agenda has settled down and the anonymous accounts have been posting at a furious clip. What is the source of this newfound unity? The accusations brought by Jane Doe against seven men at Cornell have given the online right what it’s been missing most: a woman to hate on. The social-media celebrities and talking heads of the right have jumped at the chance to pick apart Doe’s allegations of a gang rape — labeling it a 'hoax' and a 'witch hunt.' Unable to dispute the basic narrative of the assault, including a lurid fraternity group chat, they’ve elected to argue that Doe is the actual aggressor, a once-willing participant in sexual debauchery now seeking vengeance against her hapless partners.“

Die Kampagne umfasste Versuche, Doe zu „doxen“, indem ihr echter Name und ihre Adresse offengelegt wurden, sowie die Verbreitung von Fotos und Videos, die angeblich von ihren Social-Media-Konten stammen. Sie gipfelte in einem „Swatting“-Vorfall, der Sicherheitskräfte zum Haus ihrer Familie schickte. Beide Taktiken sind typische Elemente koordinierter Online-Belästigung: Doxing bezeichnet die Veröffentlichung privater Identitätsinformationen einer Person, um Übergriffe anzustiften, während Swatting einen falschen Notruf umfasst, der bewaffnete Polizei zu einer Adresse des Opfers schicken soll. Verwandte Berichterstattung erschien auch bei Alternet: https://www.alternet.org/megyn-kelly-cornell-maga/.

Pemberton sagte, die Taktiken erinnerten an Gamergate, die Online-Kampagne von 2014 gegen Frauen in der Gaming-Branche. Er beschrieb die Bewegung als einen weitgehend anonymen digitalen Angriff, der darauf abzielte, den Ruf der Frauen zu schädigen und sie aus ihren Berufen zu drängen.

„The onslaught against Doe and her supporters is taken directly from the playbook that established them: Gamergate“, schrieb Pemberton. „In 2014, a mostly anonymous digital horde waged a full-scale assault on women working in the gaming industry in an effort to damage their reputations and drive them from their professions. They harassed and doxxed their victims and fabricated and disseminated conspiratorial rumors about them, all at a critical moment when the online world was first starting to function like the social media-dominated internet we know today. Gamergate is a formative origin point for the alt-right, whose members and ideas have been absorbed into what is now called the new right.“

Er argumentierte, dass diekehr zu diesen prägenden Taktiken zeige, wie begrenzt die aktuellen Ideen der Bewegung geworden seien. Pemberton stellte zudem das Timing der Kampagne in Frage, angesichts der Aussicht auf eine Zwischenwahl, die Trumps Präsidentschaft schwächen könnte.

„Als politische Taktik sollte der Rückgriff auf eine ein Jahrzehnt alte Belästigungsstrategie ein Beleg dafür sein, dass das Repertoire der Rechten schmerzlich mager ist“, erklärte er. „Es ist auch etwas rätselhaft. Angesichts einer Zwischenwahl, die Mr. Trumps Präsidentschaft in eine Position hilfloser Lähmung stürzen könnte, verbrennen die Online-Vertreter der Rechten stattdessen wertvolle Kapazitäten für eine groteske Verfolgung einer sympathischen Frau – während sie zugleich eine belehrende Botschaft des Grolls über sexuelle Werte verbreiten, die neue Wähler eher verschrecken als in die eigene Reihe holen dürfte.“ Zwischenwahlen, die zur Halbzeit einer Präsidentschaft stattfinden, können das Kräfteverhältnis im Kongress neu formen und damit die Fähigkeit einer Regierung, ihre Agenda voranzutreiben.

Weitere Hintergrundinformationen zu Gamergate bietet die New York Times: