Öl schließt tiefer wegen Hinweisen zur Fed-Politik und Gerüchten über ein Abkommen zur Wiederöffnung der Straße von Hormuz
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Ölpreise schlossen am Freitag tiefer angesichts der Unsicherheit über die Fed-Politik und Gerüchten über ein mögliches Abkommen zur Wiederöffnung der Straße von Hormuz.
- •Erwartungen höherer US-Zinsen stärken tendenziell den Dollar und dämpfen das Nachfragewachstum bei Treibstoffen, was Rohöl belastet.
- •Etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls passiert die Straße von Hormuz, weshalb selbst unbestätigte Berichte über ihren Status die Preise schnell bewegen können.
- •Eine glaubwürdige Wiederöffnung der Straße würde eine wichtige Versorgungsrisikoprämie beseitigen, die die Rohölpreise gestützt hat.
- •Händler beobachten zudem die US-Politik gegenüber venezolanischem Öl, da Sanktionen die Lieferungen aus einigen der weltweit größten nachgewiesenen Ölreserven seit langem einschränken.

Die Ölpreise schlossen am Freitag tiefer, belastet von Signalen zur Politik der US-Notenbank und kursierenden Gerüchten über ein mögliches Abkommen zur Wiederöffnung der Straße von Hormuz.
Händler am Ölmarkt wogen die Möglichkeit ab, dass die Federal Reserve im Rahmen ihrer Inflationsbekämpfung die Zinsen erhöhen könnte. Erwartungen einer strafferen Geldpolitik belasten in der Regel die in Dollar notierten Rohstoffe, da höhere US-Zinsen typischerweise den Dollar stärken und die Kreditverteuerung das Nachfragewachstum bei Treibstoffen dämpfen kann. Zinsspekulationen verschärften den Abwärtsdruck auf Rohöl.
Gleichzeitig wurden die Marktgeschehnisse von Gesprächen über ein mögliches Abkommen zur Wiederöffnung der Straße von Hormuz geprägt, der engen Engstelle zwischen Oman und dem Iran, durch die rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls fließt. Da so große Teile des weltweiten Rohöls und Flüssiggases diese Wasserstraße passieren, können selbst unbestätigte Berichte über ihren Status die Preise schnell in beide Richtungen bewegen. Die Flüsse durch die Straße blieben unbeständig, was zur Volatilität bei Rohöllieferungen und Preisen beitrug; eine glaubwürdige Wiederöffnungsvereinbarung würde eine wichtige Versorgungsrisikoprämie beseitigen, die den Rohölpreis gestützt hatte.
Auch Entwicklungen rund um Venezuela zogen Aufmerksamkeit auf sich, da US-Beamte die Frage der venezolanischen Ölreserven adressierten. Venezuela verfügt über einige der weltweit größten nachgewiesenen Ölreserven, und jede Verschiebung der US-Politik gegenüber venezolanischen Ölexporten wäre eine bedeutende Variable für das globale Angebot. Sanktionen gegen Venezuelas Ölsektor haben seit langem eingeschränkt, wie viel dieser Rohstoff die Weltmärkte erreicht, weshalb Händler die politischen Signale aus Washington genau beobachten.
Die Kombination aus Unsicherheit über die Fed-Politik, einer möglichen Wiederöffnung von Hormuz und unbeständigen Ölflüssen führte dazu, dass Rohöl zum Ende der Handelswoche tiefer schloss. Händler werden die kommenden Aussagen der Federal Reserve, weitere Nachrichten zu einem möglichen Hormuz-Abkommen und die Schritte der USA in der Venezuela-Ölpolitik als wichtigste Variablen beobachten, die den Ton für den Ölmarkt in den kommenden Sitzungen bestimmen könnten.
Quelle: Economic Times Markets