Ölpreise bleiben niedrig, da Waffenruhe zwischen USA und Iran hält und Abkommen über Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus erzielt wird
Wichtige Erkenntnisse
- •Die anhaltende Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hat die geopolitischen Risikoprämien abgebaut und die Sorgen vor möglichen Rohöllieferunterbrechungen im Nahen Osten gelindert.
- •Ein Abkommen zwischen dem Iran und Oman über eine Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus beruhigte die Märkte, dass ein Korridor, der etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs abwickelt, für den kommerziellen Verkehr geöffnet bleiben würde.
- •Wieder ansteigende US-Rohölbestände deuten auf ein reichliches inländisches Angebot hin und spiegeln die anhaltende Stärke der amerikanischen Schieferölförderung wider, die die USA zum weltweit führenden Rohölproduzenten gemacht hat.
- •Brent-Rohöl notierte bei knapp 79 US-Dollar pro Fass, während West Texas Intermediate bei rund 75 US-Dollar pro Fass lag – in einem stabilen, aber weiten Preisumfeld.
- •Marktteilnehmer beobachten die bevorstehenden OPEC+-Sitzungen, bei denen die Mitgliedsstaaten Förderpolitiken koordinieren, die unmittelbaren Einfluss auf das weltweite Ölangebot haben.

Die Ölpreise blieben niedrig, da eine Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran angesichts laufender diplomatischer Dialoge weiter Bestand hatte und die Sorgen vor möglichen Lieferunterbrechungen im Nahen Osten dämpfte. Die Entspannung hat die geopolitische Risikoprämie verringert, die zuvor in Phasen erhöhter Spannungen zwischen den beiden Nationen die Rohölpreise gestützt hatte.
Brent-Rohöl, der internationale Referenzpreis, notierte bei knapp 79 US-Dollar pro Fass, während West Texas Intermediate (WTI), der US-Referenzpreis, bei rund 75 US-Dollar pro Fass lag. Beide Referenzpreise gaben nach, nachdem der Iran und Oman ein Abkommen über eine Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus geschlossen hatten – eine schmale Engstelle zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, durch die routinemäßig etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs transportiert wird. Das Schifffahrtsabkommen steht im Rahmen breiterer internationaler Bemühungen, kritische maritime Handelsrouten offenzuhalten, nachdem es in den vergangenen Monaten zu Behinderungen im Roten Meer und an anderen wichtigen Wasserstraßen gekommen war, die die globalen Rohstoffströme beeinträchtigt hatten.
Das Abkommen über die Schifffahrtsroute trug dazu bei, den Markt zu beruhigen, dass einer der weltweit wichtigsten maritimen Ölkorridore für den kommerziellen Verkehr geöffnet bleiben würde. Die Straße von Hormus ist seit langem ein Brennpunkt für Energiemärkte, da jede Störung des Schiffsverkehrs auf diesem Seeweg unmittelbare Auswirkungen auf die globale Rohölversorgung haben kann. In der Vergangenheit haben selbst kurze Vorfälle in der Straße zu deutlichen Preisausschlägen geführt, was die Sensibilität des Marktes gegenüber dem Sicherheitsstatus dieser Wasserstraße unterstreicht.
Zusätzlichen Abwärtsdruck auf die Preise übten wieder ansteigende US-Rohölvorräte aus, was auf ein reichliches Angebot in der größten ölverbrauchenden Nation der Welt hindeutet. Die Bestandsdaten der US Energy Information Administration (EIA) werden von Händlern genau beobachtet, da sie als Indikator für das Angebots-Nachfrage-Gleichgewicht auf dem heimischen Markt dienen. Der Aufbau der Bestände spiegelt zudem die anhaltende Stärke der US-Schieferölförderung wider, die die Vereinigten Staaten in den vergangenen Jahren zum weltweit größten Rohölproduzenten gemacht hat.
Die Kombination aus anhaltendem US-Iran-Dialog, dem Iran-Oman-Schifffahrtsabkommen und steigenden US-Inventaren hat zu einem relativ stabilen, aber weichen Preisumfeld für Rohöl beigetragen. Marktteilnehmer beobachten zudem die bevorstehenden OPEC+-Sitzungen, bei denen die Mitgliedsstaaten Fördermengen koordinieren, die das weltweite Angebot beeinflussen.
Quelle: CNBC-TV18