NYSE entwickelt Onchain-Abwicklungsplattform für tokenisierte Wertpapiere, sagt Präsidentin Lynn Martin
Wichtige Erkenntnisse
- •NYSE-Präsidentin Lynn Martin kündigte am 10. August an, dass die Börse gemeinsam mit dem Mutterunternehmen Intercontinental Exchange eine Onchain-Abwicklungsplattform für tokenisierte Wertpapiere aufbaut.
- •Die NYSE nahm im Juli am Tokenisierungs-Pilotprojekt der Depository Trust and Clearing Corporation teil, das untersuchte, wie Wertpapiere mithilfe tokenisierter Infrastruktur funktionieren könnten.
- •Die SEC hat den Plan der NYSE genehmigt, fünf Tage pro Woche 23-stündigen Handel einzuführen; der neue Zeitplan soll im Dezember in Kraft treten.
- •Es wurden keine spezifischen Blockchain-Netzwerke für die Plattform genannt, und kein bestätigter Starttermin wurde angekündigt.
- •Die Initiative folgt auf Tokenisierungsbemühungen anderer großer Finanzinstitute, darunter BlackRocks Auflegung seines tokenisierten Treasury-Fonds BUIDL auf Ethereum im März 2024.

Die New York Stock Exchange entwickelt eine Onchain-Abwicklungsplattform für tokenisierte Wertpapiere, wie NYSE-Präsidentin Lynn Martin am 10. August bekannt gab. Auf einem Kapitalmarkt-Seminar in Seoul skizzierte Martin die Bemühungen der Börse, Blockchain-basierte Abwicklung in ihre bestehende Marktinfrastruktur zu integrieren – ergänzt durch weiterreichende technologische Initiativen.
Die Ankündigung reiht die NYSE in eine wachsende Gruppe großer Finanzinstitute ein, die Tokenisierung vorantreiben. BlackRock brachte im März 2024 seinen tokenisierten Treasury-Fonds BUIDL auf Ethereum auf den Markt, und auch Unternehmen wie Franklin Templeton haben tokenisierte Fonds auf öffentlichen Blockchains herausgegeben – ein Zeichen für das beschleunigte Interesse, traditionelle Finanzwerte auf verteilte Ledger zu übertragen.
Onchain-Abwicklungsinfrastruktur in Entwicklung
Martin sagte, die NYSE errichte eine Infrastruktur, die der Onchain-Abwicklung tokenisierter Wertpapiere dient. Das Projekt wird untersuchen, wie Blockchain-Technologie die Zukunft der globalen Finanzmärkte unterstützen kann, indem die etablierte Marktinfrastruktur der Börse mit Distributed-Ledger-basierten Abwicklungssystemen kombiniert wird.
Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Abwicklungseffizienz in der gesamten US-Wertpapierbranche verstärkte Aufmerksamkeit erhält. Die Branche vollzog im Mai 2024 den Übergang zur T+1-Abwicklung und verkürzte damit das Zeitfenster zwischen Handel und Abwicklung von zwei auf einen Werktag.
Martin zufolge prüft die NYSE zudem, wie Tokenisierung und Onchain-Zahlungen die Marktinfrastruktur verbessern können. Sie bezeichnete diese Arbeit als Teil eines umfassenderen Vorhabens, traditionelle Finanzmärkte mit dezentraler Finanzwelt zu verbinden.
Die NYSE operiert unter der Intercontinental Exchange (ICE), die die Plattform gemeinsam mit der Börse entwickelt. Die Initiative soll sowohl tokenisierte Versionen traditioneller Wertpapiere als auch digital native Wertpapiere unterstützen. Es wurden keine spezifischen Blockchain-Netzwerke genannt, und die Börse hat noch keinen bestätigten Starttermin für die Plattform angekündigt.
Teilnahme am DTC-Tokenisierungs-Pilotprojekt
Martin bestätigte, dass die NYSE im Juli am Tokenisierungs-Pilotprojekt der Depository Trust and Clearing Corporation (DTC) teilnahm. Die DTCC, die die DTC betreibt, verarbeitet die weit überwiegende Mehrheit der US-Wertpapiertransaktionen und fungiert als zentrale Wertpapiersammelbank für den heimischen Markt. Das Pilotprojekt untersuchte, wie Wertpapiere mithilfe tokenisierter Infrastruktur funktionieren könnten. Diese Teilnahme steht im Einklang mit der laufenden Erkundung Blockchain-basierter Abwicklung für den eigenen Marktbetrieb der NYSE.
Rekordhandelsvolumen und Markttechnologie
Während ihrer Rede in Seoul erörterte Martin auch die breitere Technologieinfrastruktur der NYSE. Sie wies darauf hin, dass die Börse bei ihrer Schlussauktion am 20. März 3,6 Milliarden Aktien verzeichnete – zusammen mit einem nominalen Handelsvolumen von 231 Milliarden US-Dollar am selben Tag. Martin führte die Systemleistung auf anhaltende Investitionen in Markttechnologie zurück.
Verlängerte Handelszeiten genehmigt
Martin sagte, die NYSE plane, noch in diesem Jahr verlängerte Handelszeiten einzuführen. Die Börse habe die Genehmigung der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) erhalten, um auf 23-stündigen Handel an fünf Tagen pro Woche umzustellen. Der neue Zeitplan soll im Dezember in Kraft treten.
Martin wies darauf hin, dass Südkorea am 6. Juli seinen Won-Dollar-Devisenmarkt auf 24-stündigen Handel umgestellt habe, und nannte dies als Beispiel dafür, wie Technologie Handel, Risikobepreisung, Liquidität und Zugang zu Kapital weltweit neu gestaltet.
Sie betonte, dass die NYSE wolle, dass ihre künftige Infrastruktur sicher, stabil, skalierbar und compliance-konform bleibt. Die Tokenisierungsarbeit der Börse schreitet daher parallel zu breiteren Veränderungen in den Bereichen verlängerte Handelszeiten und Blockchain-basierte Abwicklung voran.
Quelle: Crypto Front News