NachrichtenAktienNvidia stoppt Initiative zur Umsatzbeteiligung bei KI-Clouds angesichts regulatorischer Bedenken

Nvidia stoppt Initiative zur Umsatzbeteiligung bei KI-Clouds angesichts regulatorischer Bedenken

Autor: Blockonomi·

Wichtige Erkenntnisse

  • Das Finanzierungsprogramm sollte kleineren KI-Cloud-Unternehmen helfen, Geld für den Kauf von Nvidia-Halbleitern aufzubringen.
  • Nach der vorgeschlagenen Struktur hätte Nvidia sowohl an Chipverkäufen als auch an Cloud-Erträgen aus seiner Hardware verdient.
  • Laut The Wall Street Journal zog Nvidia sich vergangene Woche aus den Vereinbarungen zurück und könnte die Initiative später überarbeiten.
  • Nvidia-Mitarbeiter sollen davor gewarnt haben, dass der Plan kartellrechtliche Prüfungen auslösen könnte.
  • Das Unternehmen sagte, das breitere Geschäftsmodell bleibe bestehen und entwickle sich wegen der starken Nachfrage weiter.
Nvidia stoppt Initiative zur Umsatzbeteiligung bei KI-Clouds angesichts regulatorischer Bedenken

Nvidia hat laut einem Bericht des Wall Street Journal vom Donnerstag eine Finanzierungsvereinbarung ausgesetzt, die dem Unternehmen einen Anteil an den Umsätzen von Anbietern künstlicher Intelligenz in der Cloud verschafft hätte.

NVIDIA Corporation (NVDA)

Die vor weniger als acht Wochen eingeführte Initiative sollte kleineren KI-Cloud-Unternehmen helfen, eine Finanzierung für den Kauf von Nvidia-Halbleiterprodukten zu erhalten. Im Gegenzug hätte Nvidia einen prozentualen Anteil an den Cloud-Erträgen erhalten, die durch diese Chips generiert werden.

Laut dem Journal zog Nvidia sich vergangene Woche aus den Vereinbarungen zurück. Der Chiphersteller könnte die Initiative später neu strukturieren oder in ein anderes Angebot einbinden.

Die Entwicklung folgt nur etwa acht Wochen nach der Einführung des Programms und verdeutlicht, wie schnell das Unternehmen weiterhin neue Wege zur Finanzierung der Nachfrage nach KI-Infrastruktur ausarbeitet, während Kunden und Aufsichtsbehörden genauer hinschauen. Die Nvidia-Aktie (NVDA) notierte nach Veröffentlichung des Berichts am späten Donnerstag nahe ihrer jüngsten Handelsspanne.

Programmstruktur und Mechanik

Nach dem vorgeschlagenen Modell hätte Nvidia Prozessoren an Cloud-Kunden verkauft und anschließend ungenutzte Rechenkapazität zurückvermietet, falls diese Kunden sie nicht eigenständig verkaufen konnten. Die Struktur sollte Cloud-Unternehmen einen garantierten Käufer bieten und ihnen die Finanzierung von Chipkäufen erleichtern.

Nvidia hätte sowohl vom ursprünglichen Hardwareverkauf als auch davon profitiert, die Hälfte der Cloud-Umsätze zu erhalten, die von mit Nvidia ausgestatteter Infrastruktur oberhalb eines festgelegten Schwellenwerts erzielt werden.

Während der Ergebniskonferenz in dieser Woche sagte Nvidia, das Konzept habe das Potenzial, im mittleren und langen Zeithorizont Umsätze in Milliardenhöhe zu generieren.

Dennoch stieß das Programm von Beginn an auf Widerstand. Dem Bericht zufolge teilte Nvidia Cloud-Anbietern mit, dass sie Prozessoren nur an geprüfte Kunden vermieten dürften. Das Unternehmen drängte zudem darauf, die Kapazitäten auf mehrere kleinere Unternehmen zu verteilen, statt sie bei einem einzelnen Großkunden zu konzentrieren. Einige potenzielle Partner lehnten dieses Maß an Kontrolle ab.

Interne Warnungen vor regulatorischen Risiken

Mehrere Nvidia-Mitarbeiter warnten bestehende und potenzielle Kunden, dass das Programm eine kartellrechtliche Prüfung durch Aufsichtsbehörden auslösen könnte. Das Journal hob die heikle Frage hervor, wie stark ein Chiphersteller die Geschäftspraktiken seiner Kunden kontrollieren darf.

Die Beobachtung durch Investoren hat sich verschärft, da Nvidia seine finanzielle Rolle in der gesamten KI-Branche ausweitet, in der der Zugang zu Rechenleistung inzwischen strategisch ebenso wichtig ist wie die Chips selbst. Kritiker haben Bedenken geäußert, dass kreisförmige Transaktionen die Nachfrage nach Nvidia-Halbleitern künstlich steigern könnten.

Anfang dieses Monats half Nvidia dabei, für seine Kunden Kredite in Höhe von $500 billion von großen US-Finanzinstituten zu arrangieren. Das Unternehmen verpflichtete sich außerdem, bis zu $105 billion bereitzustellen, um OpenAI bei der Anmietung einer großen Rechenzentrumsanlage zu unterstützen.

Ein Nvidia-Sprecher sagte: “The new business model that opens up compute access to the fast-growing AI ecosystem is still in place and continues to evolve due to high demand.”

Das Journal erklärte, seine Berichterstattung basiere auf mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Nvidia hat die Aussetzung über die genannte Erklärung hinaus nicht öffentlich bestätigt.