Nvidia-Aktien geraten weiter unter Druck, da OpenAI den Börsengang wegen Bedenken zur KI-Sicherheit verschiebt
Wichtige Erkenntnisse
- •OpenAI-CEO Sam Altman erklärte, dass das Unternehmen in diesem Jahr nicht an die Börse gehen werde, und verwies auf gestiegene Bedenken hinsichtlich der KI-Sicherheit.
- •Die SoftBank-Aktie fiel in Japan um mehr als 10%, nachdem die Entscheidung zum OpenAI-Börsengang und die damit verbundenen Bedenken im Sektor bekannt geworden waren.
- •Nvidia investierte $30 Milliarden in OpenAI und plant, das große Rechenzentrumsprojekt des Unternehmens in Ohio zu unterstützen.
- •Die Nvidia-Aktie fiel unter ihre steigende Keilformation, den gleitenden 50-Tage-Durchschnitt und den Murrey-Math-Lines-Pivotpunkt, was auf eine mögliche Unterstützung bei etwa $200 hindeutet.
- •Analysten erwarten, dass der Umsatz von Nvidia im kommenden Jahr $700 Milliarden übersteigen wird, sofern das Wachstum der KI-Branche anhält.

Die Nvidia-Aktie setzte ihren jüngsten Ausverkauf am Montag fort, da Bedenken hinsichtlich der Sicherheit zunehmend fortschrittlicher Modelle der künstlichen Intelligenz den Sektor belasteten. Im nachbörslichen Handel fiel die Aktie auf $215 und lag damit deutlich unter ihrem Monatshoch von $234. Technische Indikatoren deuten darauf hin, dass Nvidia vor einer möglichen Erholung weiter fallen könnte.
OpenAI verschiebt Börsenpläne
Der CEO von OpenAI, Sam Altman, schloss einen Börsengang des Unternehmens in diesem Jahr aus und verwies auf die gestiegenen Bedenken hinsichtlich der KI-Sicherheit. Die Entscheidung belastete mit OpenAI verbundene Unternehmen, darunter SoftBank von Masayoshi Son, deren Aktien in Japan um mehr als 10% fielen.
Altman verwies auf die rasante Entwicklung von KI-Modellen und erklärte, dass diese sich in alarmierendem Tempo weiterentwickelten. Der Aufschub des Börsengangs folgt zudem auf jüngste Veröffentlichungen, denen zufolge die Umsätze von OpenAI in den vergangenen Quartalen weiterhin unter Druck standen.
Nvidia ist ein wichtiger Unterstützer von OpenAI. Der Chiphersteller investierte $30 Milliarden in das Unternehmen bei einer Bewertung von $850 Milliarden. Zuletzt erklärte Nvidia, das geplante große Rechenzentrumsprojekt von OpenAI in Ohio unterstützen zu wollen.
Die Bedenken hinsichtlich der KI-Sicherheit verschärften sich, nachdem ein Forscher von Anthropic in der vergangenen Woche zurücktrat und warnte, dass die aktuelle Entwicklung der Branche zum Aussterben der Menschheit beitragen könnte. Nach dem viel gelesenen Beitrag des Forschers bestätigte Anthropic, dass böswillige Nutzer seine Plattform zum Bau biologischer Waffen verwendet hatten. Auch die Huthis im Jemen haben die Plattform genutzt.
In einem ausführlichen Beitrag am Samstag forderte der CEO von Anthropic, Dario Amodei, andere Führungskräfte der KI-Branche auf, die Entwicklung von KI-Modellen zu verlangsamen. Elon Musk, der ein großes KI-Unternehmen betreibt, und Sam Altman stimmten diesem Aufruf zu.
Der ehemalige US-Präsident Barack Obama forderte die Demokraten unterdessen auf, KI in ihren Wahlkampagnen für die Zwischenwahlen zu einer Priorität zu machen. Die Entwicklungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem viele Bundesstaaten begonnen haben, den Ausbau von KI-Rechenzentren zu verlangsamen.
Mögliche Auswirkungen auf Nvidia
Die Entwicklungen sind für Nvidia von Bedeutung, da das Unternehmen zum größten Profiteur der Branche für künstliche Intelligenz geworden ist. Nvidia ist der größte Anbieter von Chips, die Entwickler zum Training von KI-Modellen einsetzen. Zudem hat das Unternehmen umfangreich in andere KI-bezogene Firmen investiert, darunter Marvell Technologies, Lumentum, IREN und CoreWeave.
Eine branchenweite Verlangsamung im KI-Sektor könnte daher erhebliche Auswirkungen auf das Geschäft von Nvidia haben. Einige Analysten bezweifeln jedoch, dass die Sicherheitsbedenken zu einer Verlangsamung der gesamten Branche führen werden. Die KI-Branche ist zu einem stark umkämpften Markt geworden, und chinesische Unternehmen wie Z.ai, Moonshot und DeepSeek verzeichnen ein starkes Umsatzwachstum. Dieser Wettbewerb könnte US-Unternehmen dazu bewegen, ihre KI-Infrastruktur weiter auszubauen.
David Sacks, der der Trump-Regierung nahesteht, stellte ebenfalls infrage, warum Amodei, Musk und Altman die Regierung aufforderten, die Entwicklung von KI-Modellen zu verlangsamen. In einer Stellungnahme argumentierte Sacks, dass nichts ihre Unternehmen daran hindere, die Entwicklung auch ohne staatliche Intervention zu verlangsamen.
Trotz des „Rauschens“ dürfte die KI-Branche auf absehbare Zeit weiter wachsen, was Nvidias Geschäft stützen würde. Analysten erwarten, dass der Umsatz von Nvidia im kommenden Jahr auf mehr als $700 Milliarden steigen wird.
Technische Analyse der Nvidia-Aktie
Der Tageschart von Nvidia deutet darauf hin, dass die Aktien in den kommenden Tagen unter Druck bleiben könnten. Die Aktie hat einen steigenden Keil gebildet, ein technisches Muster, das durch zwei zusammenlaufende Trendlinien gekennzeichnet ist, und ist unter die untere Begrenzung dieser aufsteigenden Formation gefallen.
Die Aktien sind zudem unter den gleitenden 50-Tage-Durchschnitt und den Major-S/R-Pivotpunkt des Murrey-Math-Lines-Indikators gefallen. Auf Grundlage dieser Konstellation könnte die Aktie in Richtung des endgültigen Unterstützungsniveaus des Indikators bei $200 sinken, bevor sie ihren Aufwärtstrend wieder aufnimmt.
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechts-, Finanz- oder Anlageberatung dar. Gesetzesvorlagen können sich während der Verhandlungen ändern und möglicherweise nicht in ihrer derzeitigen Form zum Gesetz werden.
Quelle: The Market Periodical