NachrichtenAktienNvidia-CEO Jensen Huang sagt, das Unternehmen habe noch nie Gewinnprognosen ein Jahr im Voraus abgegeben

Nvidia-CEO Jensen Huang sagt, das Unternehmen habe noch nie Gewinnprognosen ein Jahr im Voraus abgegeben

Autor: CryptoBriefing·

Wichtige Erkenntnisse

  • Jensen Huang sagte, Nvidia habe noch nie eine Gewinnprognose ein Jahr im Voraus abgegeben und halte stattdessen strikt an vierteljährlichen Umsatzausblicken fest.
  • Die Guidance für das Geschäftsjahr 2027 umfasst Einzelquartalsprognosen von 78 Milliarden US-Dollar für Q1, 91 Milliarden US-Dollar für Q2 und 108 Milliarden US-Dollar für Q3, die im Kalenderjahr 2026 liegen.
  • Der Umsatz im Q2 des Geschäftsjahres 2027 von 96,22 Milliarden US-Dollar lag mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum und übertraf die Guidance von 91 Milliarden US-Dollar deutlich.
  • Nvidia stellt seine längerfristigen Zahlen, darunter Aufträge im Wert von 500 Milliarden US-Dollar bis 2026 und 1 Billion US-Dollar bis 2027, als Schätzungen des Auftragsbestands und nicht als Umsatzprognosen dar.
  • In der aktuellen Guidance sind keine Umsätze aus China im Bereich Rechenzentrums-Compute enthalten, wodurch bei einer Lockerung der US-Exportbeschränkungen Aufwärtspotenzial besteht.
Nvidia-CEO Jensen Huang sagt, das Unternehmen habe noch nie Gewinnprognosen ein Jahr im Voraus abgegeben

Jensen Huang hat eine klare Linie bei Nvidias Prognosepraxis gezogen: Das Unternehmen schaut nicht in Kristallkugeln. Der CEO sagte, Nvidia habe noch nie eine Gewinnprognose ein Jahr im Voraus abgegeben. Diese Bemerkung unterstreicht eine bewusste Strategie, Prognosen eng zu halten und Zeiträume kurz zu fassen – in einem der am schnellsten bewegten Bereiche der Technologie.

Der Quartals-für-Quartals-Ansatz

Nvidia hat sich in seinen jüngsten Ergebniszyklen strikt an vierteljährliche Umsatzprognosen gehalten. Für das Geschäftsjahr 2027 stellte das Unternehmen Umsatzerwartungen von 78 Milliarden US-Dollar für Q1, 91 Milliarden US-Dollar für Q2 und 108 Milliarden US-Dollar für Q3 in Aussicht, jeweils als Prognose für ein einzelnes Quartal und nicht als Teil eines breiteren Jahresausblicks. Zur Einordnung: Nvidias Geschäftsjahr liegt ungefähr ein Jahr vor dem Kalenderjahr, sodass die Quartale des Geschäftsjahres 2027 im Kalenderjahr 2026 liegen. Die Prognose für nur ein Quartal positioniert Nvidia zudem auf der konservativen Seite der Unternehmensberichterstattung, wo Jahresausblicke bei vielen großen Firmen weiterhin üblich sind.

Der Umsatz im Q2 des Geschäftsjahres 2027 belief sich auf 96,22 Milliarden US-Dollar, mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum und deutlich über der vom Unternehmen kommunizierten Guidance von 91 Milliarden US-Dollar. Dieses Übertreffen der eigenen Prognosen ist in Huang’s Ecke des Silicon Valley inzwischen fast schon Tradition.

Auftragsbestand versus Prognosen: eine wichtige Unterscheidung

Huang’s Beharren auf Guidance nur für das laufende Quartal bedeutet nicht, dass Nvidia zur Zukunft vollständig schweigt. Das Unternehmen hat längerfristige Nachfrageindikatoren veröffentlicht, darunter Projektionen über Aufträge im Wert von 500 Milliarden US-Dollar bis 2026 und 1 Billion US-Dollar bis 2027. Diese Zahlen sind jedoch als Schätzungen des Auftragsbestands und nicht als Umsatzprognosen formuliert.

Der Unterschied ist entscheidend. Ein Auftragsbestand zeigt, wie viel Nachfrage bereits an der Tür wartet. Eine Umsatzprognose sagt Anlegern, was das Unternehmen voraussichtlich tatsächlich ausliefern und abrechnen wird. Indem Nvidia diese beiden Kategorien trennt, vermeidet das Unternehmen die Falle, sich auf eine Zahl festzulegen, die von Lieferkettenausführung, geopolitischer Stabilität und den Investitionsbudgets der Hyperscaler abhängt.

Dieser Ansatz verschafft Nvidia außerdem einen Puffer gegenüber der Exportkontrollsituation mit China. In Nvidias aktueller Guidance sind keine Umsätze aus China beim Rechenzentrums-Compute enthalten, was bedeutet, dass die Projektionen einen bewusst begrenzten Blick auf den adressierbaren Markt widerspiegeln. Sollten die Beschränkungen gelockert werden, gäbe es Aufwärtspotenzial, das nicht in den Zahlen enthalten ist. Sollten sie sich weiter verschärfen, bleibt die Basis stabil.

Warum der kurze Horizont funktioniert

Huang’s Philosophie lässt sich auf eine Präferenz für Umsetzung statt Vorhersage reduzieren. Anstatt dem Markt zu sagen, was Nvidia in den kommenden vier Quartalen erreichen könnte, sagt das Unternehmen, was es in den nächsten 90 Tagen erwartet – und erreicht dann in der Regel mehr.

Für Anleger, die Nvidias Entwicklung modellieren, ist die Schlussfolgerung klar: Auftragsbestandszahlen liefern Richtungssignale, während die vierteljährliche Guidance und die Historie des Unternehmens, diese zu übertreffen, die Ankerpunkte bilden. Die Guidance von 108 Milliarden US-Dollar für Q3 des Geschäftsjahres 2027 steht beispielsweise für eine Zahl, die für ein Halbleiterunternehmen noch vor zwei Jahren undenkbar gewesen wäre.