Nvidia geht mit wachsendem Druck im KI-Handel in die Quartalszahlen
Wichtige Erkenntnisse
- •Wall Street erwartet, dass Nvidia einen Rekordumsatz von nahezu 92 Milliarden US-Dollar und einen Nettogewinn von mehr als 51,5 Milliarden US-Dollar meldet.
- •Nvidia hat die Gewinnerwartungen 14 Quartale in Folge übertroffen, und der Nettogewinn des letzten Quartals stieg im Jahresvergleich um 210 %.
- •Anleger beobachten genau, ob die Nachfrage nach KI-Infrastruktur angesichts steigender Kreditkosten und Speicherpreise stabil bleibt.
- •Der Optionsmarkt preist eine Kursbewegung von 5,3 % nach den Zahlen ein, und Nvidia fiel nach jedem der letzten vier Quartalsberichte.
- •Der Bericht könnte breite Märkte beeinflussen, da Nvidia zu den größten Gewichten im S&P 500 zählt.

Nvidia (NVDA) wird am Mittwoch nach Börsenschluss in den USA die Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegen. Die Wall Street erwartet einen Rekordumsatz von nahezu 92 Milliarden US-Dollar und einen Nettogewinn von mehr als 51,5 Milliarden US-Dollar. Die Aktie geht nach einer jüngsten Verlustserie mit Druck in die Veröffentlichung.
Die Zahlen dürften weit über den Chipkonzern hinaus Bedeutung haben. Anleger werden auf Nvidias Ausblick als Signal für die KI-Ausgaben in den Bereichen Chips, Cloud-Dienste, Speicher, Rechenzentren und Energieinfrastruktur achten.
Nvidia sieht sich erhöhten Erwartungen gegenüber
Nvidia hat die Gewinnerwartungen 14 Quartale in Folge übertroffen. Im vorangegangenen Quartal stieg der Nettogewinn im Jahresvergleich um 210 % und lag damit über der Wall-Street-Schätzung von 126 % Wachstum.
Diese Bilanz hat die Erwartungen weiter nach oben getrieben. Analysten haben ihre Quartalsumsatzschätzung auf etwa 92 Milliarden US-Dollar von rund 78 Milliarden US-Dollar zu Beginn des Jahres 2026 angehoben. Ein starkes Ergebnis dürfte daher nicht nur von den gemeldeten Zahlen, sondern auch vom Ausblick des Managements abhängen.
Fragen zu KI-Ausgaben erhöhen die Risiken
Der Bericht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Anleger die Kosten des KI-Ausbaus zunehmend kritisch betrachten. OpenAI teilte Investoren kürzlich mit, dass der Quartalsumsatz um 18 % gestiegen sei, während sich die Verluste ebenfalls erhöhten. Zudem haben große Cloud-Unternehmen mehr Schulden aufgenommen, um Rechenzentren zu finanzieren.
Diese Nachfrage ist konzentriert: Nvidia hat in Wertpapierunterlagen offengelegt, dass eine kleine Zahl von Kunden einen großen Teil der Rechenzentrumsumsätze ausmacht, und die größten Cloud-Anbieter — Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta — haben jeweils milliardenschwere Rechenzentrums-Ausweitungen angekündigt.
Nvidia hat zudem neue Finanzierungen für KI-Infrastruktur unterstützt. Das Unternehmen schloss sich gemeinsam mit Banken einem Finanzierungsplan über 500 Milliarden US-Dollar an und investierte in den Stromversorger Cloverleaf Infrastructure. Anleger werden beobachten, ob die Nachfrage trotz höherer Kreditkosten und steigender Speicherkosten robust bleibt. Da High-Bandwidth Memory eine zentrale Komponente von KI-Beschleunigern ist, wird auch Nvidias Bruttomargen-Ausblick im Hinblick auf die Auswirkungen von Komponentenkosten auf die Profitabilität im Fokus stehen.
Optionshändler erwarten eine große Bewegung
Die Nvidia-Aktie fiel in der Handelssitzung nach jedem der letzten vier Quartalsberichte, selbst wenn das Unternehmen die Prognosen übertroffen hatte. Der Optionsmarkt preist nach den Ergebnissen vom Mittwoch eine Bewegung von 5,3 % ein und liegt damit über Nvidias durchschnittlicher post-earnings Bewegung von 4,8 % im vergangenen Jahr.
Einige aktive Put-Kontrakte zielen auf Kurse zwischen 205 und 210 US-Dollar, nachdem Nvidia am Freitag bei 214,75 US-Dollar geschlossen hatte. Dennoch bleiben mehrere Analysten positiv. HSBC-Analyst Frank Lee hob sein Kursziel von 325 auf 360 US-Dollar an und verwies dabei auf Lieferantenpartnerschaften sowie Nvidias Rolle in Open-Source-KI.
Die Bedeutung der Zahlen wird auch durch Nvidias Größe verstärkt: Das Unternehmen zählt zu den größten Positionen im S&P 500, sodass Kursbewegungen nach den Zahlen auch breite Marktindizes beeinflussen können. Der Bericht wird zudem die Umsätze im Rechenzentrumssegment und den Zeitplan für Nvidias Rubin-Chip-Plattform in den Fokus rücken, dem Nachfolger der Blackwell-Architektur hinter den aktuellen Flaggschiff-KI-Systemen. Der Ausblick könnte die Erwartungen für Zulieferer, Cloud-Unternehmen und andere Firmen beeinflussen, die mit KI-Ausgaben verbunden sind.