NachrichtenMakroNinth Circuit weist Beschwerde der Republikaner gegen Nevadas Gesetz zur Auszählung von Stimmzetteln nach dem Wahltag ab

Ninth Circuit weist Beschwerde der Republikaner gegen Nevadas Gesetz zur Auszählung von Stimmzetteln nach dem Wahltag ab

Autor: Alternet·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Ninth Circuit verwarf die Berufung der GOP gegen Nevadas Gesetz, das die Auszählung von Stimmzetteln mit Poststempel vom Wahltag erlaubt, sofern sie innerhalb von vier Tagen eingehen — entschieden wurde aufgrund der Klagebefugnis, nicht in der Sache.
  • Das dreiköpfige Richtergremium befand, dass die Kläger durch die erstinstanzliche Abweisung keinen Schaden erlitten hatten und ihnen daher die Klagebefugnis für die Berufung fehlte; die Rechtmäßigkeit des Gesetzes blieb damit von Bundesberufungsgerichten ungeprüft.
  • Das RNC und die Nevada Republican Party machten in ihrer Klage von 2024 geltend, das Gesetz von 2021 verlängere rechtswidrig den einheitlichen bundesweiten Wahltag gemäß 2 U.S.C. § 7 und 3 U.S.C. § 1 und könne republikanische Stimmen verwässern.
  • Im Juni 2026 entschied der U.S. Supreme Court in Watson v. Republican National Committee mit 5–4 Stimmen, dass die Bundesgesetze zum Wahltag nicht verlangen, dass Stimmzettel bis zum Wahltag eingehen, und bestätigte damit Mississippis Frist von fünf Werktagen für den Eingang.
  • Jede künftige Anfechtung von Nevadas Auszählungsfenster müsste nun die Hürde der Klagebefugnis überwinden und unter der Präzedenzentscheidung Watson geführt werden.
Ninth Circuit weist Beschwerde der Republikaner gegen Nevadas Gesetz zur Auszählung von Stimmzetteln nach dem Wahltag ab

Ein Bundesberufungsgericht hat die Klage der Republikanischen Partei gegen das nevadische Gesetz abgewiesen, das die Auszählung von Stimmzetteln bis zu vier Tage nach dem Wahltag erlaubt.

Nevada gehört zu mehreren Bundesstaaten, in denen Stimmzettel mit Poststempel vom Wahltag weiterhin gezählt werden, selbst wenn sie erst wenige Tage nach der Wahl bei den Wahlbehörden eingehen. Das Gesetz Nevadas erlaubt den Behörden, bis zu vier Tage lang weitere Stimmzettel entgegenzunehmen. Auch Stimmzettel mit fehlendem oder unleserlichem Poststempel können gezählt werden, sofern sie innerhalb der drei darauffolgenden Tage eingehen. Kalifornien beispielsweise zählt Stimmzettel mit Poststempel vom Wahltag, die innerhalb von sieben Tagen eingehen.

Das Republican National Committee und die Nevada Republican Party verklagten Nevada im Jahr 2024, um die Auszählung zu verhindern, mit dem Argument, das 2021 verabschiedete Gesetz verlängere rechtswidrig den Wahltag. Sie verwiesen auf Bundesgesetze, die ein einheitliches landesweites Datum für Bundeswahlen festlegen — die Bestimmungen in 2 U.S.C. § 7 und 3 U.S.C. § 1, die den Dienstag nach dem ersten Montag im November zum Wahltag für bundesweite Ämter bestimmen — und machten geltend, die Auszählung später eingehender Stimmzettel könne republikanische Stimmen verwässern und den Demokraten einen unfairen Vorteil verschaffen. Nevadas Behörden und Wahlrechtsorganisationen hielten dagegen, dass rechtlich allein das Abgeben oder Absenden des Stimmzettels bis zum Wahltag maßgeblich sei — nicht das Zustellungsdatum des Postdienstes — und dass das Gesetz dazu beiträgt, sicherzustellen, dass rechtmäßig abgegebene Stimmen gezählt werden.

Vor dem erstinstanzlichen Gericht wies die Bundesrichterin Miranda Du die Klage ab und befand, dass den Klägern die Klagebefugnis fehle. Die Kläger legten daraufhin beim Ninth Circuit Berufung ein, wo das Verfahren bis zur Entscheidung vom Freitag anhängig blieb.

Nach Angaben von Democracy Docket entschied das Ninth Circuit Court of Appeals den Fall ebenfalls aus verfahrensrechtlichen Gründen und nicht auf der Grundlage des Gesetzes selbst (Urteil als PDF). Das dreiköpfige Richtergremium erläuterte, dass die Kläger durch die Entscheidung des erstinstanzlichen Gerichts tatsächlich keinen Schaden erlitten hätten, und weil ihnen kein Schaden entstanden sei, hätten sie kein Recht — keine Klagebefugnis —, die Berufung weiterzuverfolgen. Das Gericht verwarf die Berufung daher. Da die Entscheidung auf der Klagebefugnis beruht — der Anforderung aus Artikel III der Verfassung, wonach ein Kläger einen konkreten, individuellen Schaden nachweisen muss —, ging das Gremium nicht auf die Sache selbst ein, sodass Nevadas Auszählungsfenster in Kraft bleibt, ohne dass ein Bundesberufungsgericht über dessen Rechtmäßigkeit entschieden hätte.

Der Fall aus Nevada ist nicht das einzige Verfahren, das die GOP wegen nach dem Wahltag eingegangener Briefwahlstimmen angestrengt hat. Das bedeutendste Verfahren betraf Mississippi, wo das RNC, die Mississippi Republican Party und einzelne Wähler ein Gesetz anfochten, das den Eingang von Briefwahlstimmen mit Poststempel vom Wahltag bis zu fünf Werktage später zulässt. Ein Bundesbezirksgericht wies die Klage zunächst zurück, doch der Fifth Circuit hob das Gesetz auf. Im Juni 2026 kehrte der U.S. Supreme Court diese Entscheidung in der Sache Watson v. Republican National Committee mit 5–4 Stimmen um. Watson legte dieselben Bundesgesetze zum Wahltag aus, auf die sich die Klage in Nevada stützte; jede künftige Anfechtung des nevadischen Zeitfensters müsste nun die Hürde der Klagebefugnis nehmen und unter dieser Präzedenzentscheidung geführt werden.

„The federal Election-Day statutes do not prevent Mississippi from counting absentee ballots postmarked by Election Day but received up to five days thereafter; nothing in the federal Election-Day statutes requires ballots to be received by Election Day“, erläuterte SCOTUSblog.

Quelle: Alternet