Nigerias Inflation sinkt im Juli auf 15,43 %, während die Lebensmittelpreise gegenüber dem Vormonat steigen
Wichtige Erkenntnisse
- •Nigerias Gesamtinflation sank im Juli 2026 auf 15,43 % nach 15,91 % im Juni.
- •Die monatliche Inflation ging von 1,66 % auf 1,57 % zurück.
- •Die Lebensmittelinflation stieg im Juli im Monatsvergleich um 5,56 % nach 3,75 % im Juni.
- •Adamawa, Katsina und Zamfara verzeichneten die stärksten jährlichen Anstiege bei Lebensmittelpreisen, während Borno einen leichten Rückgang meldete.
- •Die Central Bank of Nigeria dürfte die schwächere Gesamtinflation gegen die steigenden Lebensmittelkosten abwägen, wenn sie künftige geldpolitische Schritte prüft.

Nigerias Gesamtinflationsrate sank im Juli 2026 auf 15,43 % und lag damit unter den 15,91 % im Juni, wie aus dem am Montag vom National Bureau of Statistics (NBS) veröffentlichten Verbraucherpreisindex-Bericht hervorgeht (post on X). Die monatliche Inflationsrate ließ ebenfalls leicht nach und lag bei 1,57 % gegenüber 1,66 % im Juni.
Gesamtrate setzt den Abwärtstrend von 2026 fort
Der Rückgang setzt den im Verlauf von 2026 entstandenen schrittweisen Abwärtstrend der Gesamtinflation fort. Er verlängert zudem die breitere Entspannung seit dem Höchststand von 34,80 % im Dezember 2024 — Nigerias höchstem Inflationswert seit fast drei Jahrzehnten — einer Phase, in der das NBS den Verbraucherpreisindex auf ein Basisjahr 2024 mit einem aktualisierten Waren- und Dienstleistungskorb umgestellt hat. Diese Entwicklung wird der Monetary Policy Committee der Central Bank of Nigeria (CBN) genau beobachten, wenn sie prüft, ob die Bedingungen für eine Zinssenkung später in diesem Jahr geeignet sind; der Ausschuss hat seinen Leitzins seit November 2024 bei 27,50 % belassen, dem höchsten Stand seit der Einführung des Leitzinses im Jahr 2006.
Die Gesamtrate erzählt jedoch nur einen Teil der Geschichte. Darunter bewegte sich die Lebensmittelinflation deutlich in die entgegengesetzte Richtung.
Lebensmittelpreise steigen im Monatsvergleich stärker
Im Juli wurde die Lebensmittelinflation im Jahresvergleich mit 20,31 % angegeben, nach 26,20 % im Vorjahr, was über zwölf Monate hinweg eine gewisse Verbesserung zeigt. Im Monatsvergleich stiegen die Lebensmittelpreise jedoch um 5,56 % — ein deutlicher Anstieg gegenüber 3,75 % im Juni — was darauf hindeutet, dass die Preise für Verbraucher schneller steigen.
Das NBS teilte mit, dass die Preiserhöhungen eine Reihe wichtiger Nahrungsmittel betrafen, darunter Reis, Wasser-Yam, Kochbananen, frische Paprika, Zwiebeln, Karotten, Tomaten, Garri, Rindfleisch, Eier, Hirse, Ingwer, Krabbenfisch und Kochbananenmehl. Diese Produkte gehören für viele nigerianische Haushalte zu den Grundnahrungsmitteln und wirken sich direkt auf die monatlichen Lebensmittelbudgets aus. Lebensmittel haben in Nigerias Verbraucherpreisindex das größte Einzelgewicht, weshalb Veränderungen bei diesen Grundnahrungsmitteln sich besonders schnell in den Haushaltsausgaben niederschlagen.
Lage auf Ebene der Bundesstaaten
Adamawa verzeichnete mit 51,36 % den höchsten Anstieg der Lebensmittelpreise im Jahresvergleich, gefolgt von Katsina mit 30,84 % und Zamfara mit 30,65 %. Diese deutlichen Zuwächse unterstreichen die Herausforderungen durch Unsicherheit und Störungen in der Landwirtschaft in den nordwestlichen und nordöstlichen Regionen Nigerias, in denen Landwirte häufig von bewaffneten Gruppen angegriffen werden — einer Region, die zu den wichtigsten Quellen des Landes für Getreide, Hülsenfrüchte und Knollenfrüchte zählt.
Borno war dagegen der einzige Bundesstaat mit einem leichten Rückgang der Lebensmittelpreise im Jahresvergleich, und zwar um -0,31 %. Nasarawa und Kebbi meldeten Raten von 6,88 % beziehungsweise 12,50 %. In Lagos erreichte die Lebensmittelinflation 13,48 % und lag damit zusammen mit Adamawa bei 17,02 % und Borno bei 13,26 % unter den höchsten Werten. Einige Bundesstaaten, darunter Jigawa, Kebbi und Bauchi, verzeichneten tatsächliche monatliche Rückgänge.
Druck auf Haushaltsbudgets
Zum Vergleich: Der nationale Mindestlohn wurde im Juli 2024 auf 70.000 ₦ pro Monat festgelegt, sodass vielen Beschäftigten nur wenig Spielraum gegenüber einem einmaligen monatlichen Anstieg der Lebensmittelpreise um 5,56 % bleibt. Insgesamt mag die allgemeine Inflationsrate nachlassen, doch die steigenden Lebensmittelpreise von Monat zu Monat bleiben für Haushalte das größere Problem. Familien, auch in Lagos, sehen sich im Vergleich zu Juni mit höheren Ausgaben für Lebensmittel konfrontiert, was trotz breiterer makroökonomischer Verbesserungen zusätzlichen finanziellen Druck erzeugt. Die nächste monatliche CPI-Veröffentlichung des NBS und die kommenden geldpolitischen Sitzungen der CBN werden zeigen, ob die Divergenz — eine sinkende Gesamtrate bei gleichzeitig steigenden Lebensmittelkosten — anhält.