NachrichtenAktienBundesbehörden warnen: Ältere Ford-Fahrzeuge bergen wegen Steuerriemen-Defekten ein „unangemessenes“ Sicherheitsrisiko

Bundesbehörden warnen: Ältere Ford-Fahrzeuge bergen wegen Steuerriemen-Defekten ein „unangemessenes“ Sicherheitsrisiko

Autor: Fox Business Markets·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die NHTSA hat ihre Untersuchung zu einer technischen Analyse für 135.551 Ford-Fahrzeuge der Modelljahre 2014 bis 2021 mit dem 1.0L EcoBoost-Dreizylindermotor ausgeweitet.
  • Die Behörde erfasste 355 Vorfälle, bei denen Ablagerungen des Steuerriemens das Sieb der Ölpumpe verstopften und so Warnungen vor niedrigem Öldruck sowie teilweisen oder vollständigen Leistungsverlust auslösten.
  • Die durchschnittliche Laufleistung beim Ausfall lag bei rund 70.000 Meilen, und 98% der Vorfälle traten vor Fords empfohlenem Wechselintervall von 150.000 Meilen auf.
  • Ford hat im Juni ein freiwilliges Kundenzufriedenheitsprogramm gestartet, das das empfohlene Wechselintervall für den Steuerriemen auf 100.000 Meilen oder sechs Jahre verkürzt und Erstattungen für bestimmte frühere Reparaturen anbietet.
  • Die technische Analyse ist ein verfahrensrechtlicher Zwischenschritt, der es der NHTSA ermöglichen könnte, einen formellen Sicherheitsrückruf anzuordnen, falls dies für erforderlich gehalten wird.
Bundesbehörden warnen: Ältere Ford-Fahrzeuge bergen wegen Steuerriemen-Defekten ein „unangemessenes“ Sicherheitsrisiko

Bundesbehörden warnen, dass bestimmte ältere Ford-Pkw und SUVs mit einem bestimmten Motor ein „unangemessenes“ Sicherheitsrisiko darstellen, da ein möglicher Defekt des Steuerriemens während der Fahrt zu plötzlichem Leistungsverlust oder einem Festgehen des Motors führen kann.

Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) teilte am Montag mit, dass sie eine Defektuntersuchung zu 135.551 Ford-Fahrzeugen der Modelljahre 2014 bis 2021 ausgeweitet habe. Alle betroffenen Fahrzeuge werden von Ford mit dem 1.0L turboaufgeladenen Dreizylindermotor angetrieben, der als EcoBoost vermarktet wird. Die drei betroffenen Modelle — Fiesta, Focus und EcoSport — wurden vom Hersteller inzwischen eingestellt, da Ford seine Modellpalette von Kleinwagen hin zu Trucks und größeren SUVs verlagert hat.

Nach Angaben der Behörde wurden 355 Vorfälle festgestellt, bei denen kurz vor einem vollständigen oder teilweisen Verlust der Antriebskraft eine Warnleuchte für niedrigen Motoröldruck aufleuchtete.

Die vorläufige Untersuchung der NHTSA ergab, dass sich das Material des Steuerriemens mit der Zeit zersetzen kann und dabei Ablagerungen freisetzt, die das Gittersieb am Ölpumpen-Ansaugstutzen verstopfen. Diese Verstopfung senkt den Motoröldruck und kann zu einem katastrophalen Ausfall führen. Steuerriemen sind im Gegensatz zu Steuerketten Verschleißteile, die regelmäßig ersetzt werden müssen. Die Behörde merkte an, dass solche Ausfälle ohne ausreichende Vorwarnung auftreten können und betroffene Fahrer mit einem unmittelbar bevorstehenden Motorschaden oder Leistungsverlust rechnen müssen. Wichtig ist, dass diese Ausfälle auch bei Fahrzeugen gemeldet wurden, die ordnungsgemäß und regelmäßig gewartet wurden.

„Auf Grundlage der Analyse der Daten durch die NHTSA, der Ausfallraten, der von Ford bereitgestellten Informationen, einer vorläufigen Analyse des zerlegten Motors und früherer Rückrufe im Zusammenhang mit dem Verlust des Motoröldrucks bei gleichzeitigen Warnhinweisen für den Fahrer ist die Behörde der Ansicht, dass ein unangemessenes Risiko für die Sicherheit von Kraftfahrzeugen besteht“, erklärte die NHTSA.

Die Hochstufung der Untersuchung zu einer technischen Analyse — der zweiten und weiter fortgeschrittenen Phase des Defektuntersuchungsverfahrens der NHTSA — ist ein notwendiger Verfahrensschritt, bevor die Behörde Ford zu einem formellen Sicherheitsrückruf verpflichten könnte.

Einige betroffene Fahrer berichteten von Reparaturkosten in Höhe von mehreren tausend Dollar. Ein Besitzer eines Ford Focus aus dem Jahr 2017 schilderte, er sei auf einer Autobahn in Wilmington, Delaware, unterwegs gewesen, als die Öldruckwarnleuchte aufleuchtete. Innerhalb eines Achtels einer Meile habe das Fahrzeug „die ganze Leistung verloren und der Motor begonnen, wie ein Panzer zu klingen“, so die Schilderung des Fahrers.

NHTSA-Daten zufolge lag die durchschnittliche Laufleistung zum Zeitpunkt des Ausfalls bei rund 70.000 Meilen, und 98% der Vorfälle traten vor dem vom Hersteller empfohlenen Wechselintervall des Steuerriemens von 150.000 Meilen auf.

Im Juni teilte Ford der Sicherheitsbehörde mit, dass das Unternehmen für weltweite Fahrzeuge mit einem 1.0L Fox Classic Timing Belt ein nicht sicherheitsbezogenes Kundenzufriedenheitsprogramm einführt. Im Unterschied zu einem staatlich vorgeschriebenen Sicherheitsrückruf ist ein Kundenzufriedenheitsprogramm eine freiwillige Maßnahme des Herstellers. Im Rahmen dieses Programms wurde das empfohlene Wartungsintervall auf 100.000 Meilen oder sechs Jahre verkürzt.

Die NHTSA teilte außerdem mit, dass Ford berechtigten Kunden eine Erstattung anbietet, die zuvor Reparaturen oder den Austausch des Motors aufgrund eines Problems mit dem Steuerriemen bezahlt haben. Welche Fahrzeuge genau unter das Kundenzufriedenheitsprogramm fallen, war zunächst nicht sofort klar.

Der ursprüngliche Bericht ist bei Fox Business verfügbar. Reuters hat zu diesem Bericht beigetragen.