Nebius (NBIS) Aktie stürzt um 15 % ab, während Nvidia-Filing-Hype verfliegt – trotz wöchentlichem Plus
Wichtige Erkenntnisse
- •Nebius-Aktien fielen am Freitag um 15 % auf 187,77 USD, beendeten die Woche aber mit einem Plus von 5,7 %.
- •Regulatorische Dokumente zeigten, dass etwa 94,6 % der von Nvidia offengelegten Nebius-Position auf im März erworbene Warrants zurückgingen.
- •CoreWeave fiel um 11,4 % und IREN um 8,7 %, als sich der Druck auf AI-Infrastrukturaktien ausweitete.
- •Nebius sicherte sich kürzlich eine Senior-Finanzierungsfazilität über 775 Millionen USD, besichert durch eingesetzte GPUs und vertraglich vereinbarte Kunden-Cashflows.
- •Das Unternehmen meldete einen vertraglich gesicherten Umsatz von über 40 Milliarden USD und erhöhte seine Prognose für die Kapitalaufwendungen 2026 auf 20 bis 25 Milliarden USD.

Nebius Group (NASDAQ: NBIS), ein AI-Infrastrukturunternehmen, das GPU-gestütztes Cloud Computing für das Training und den Einsatz von KI-Modellen bereitstellt, erlebte am Freitag einen scharfen Kursrutsch. Die Aktien fielen um 15 % und schlossen bei 187,77 USD, wodurch nahezu der gesamte Anstieg der Vorwoche zunichtegemacht wurde. Obwohl die Aktie einen ihrer stärksten Tagesverluste der letzten Monate erlitt, beendete sie die Woche dennoch mit einem Plus von 5,7 % – ein Beleg für die hohe Volatilität im Bereich der AI-Infrastrukturunternehmen.
Der Kursverfall folgte auf eine eingehendere Prüfung einer SEC-Meldung im Zusammenhang mit Nvidia (NASDAQ: NVDA). Während die Offenlegung anfänglich das Anlegeroptimismus befeuerte, als sie Nvidias wirtschaftliche Beteiligung von 9,3 % an Nebius offenbarte, erkannten die Marktteilnehmer später, dass die Meldung keine neue Investition darstellte. Stattdessen bestand der Großteil der von Nvidia offengelegten Position aus vorfinanzierten Warrants, die bereits Monate zuvor erworben worden waren. Als die Begeisterung um die Meldung abebbte, sicherten sich die Anleger schnell Gewinne, was Nebius vor dem Wochenende deutlich nach unten drückte.
Warrants lösten Missverständnis aus
Die anfängliche Reaktion des Marktes beruhte auf der Annahme, Nvidia habe seine Position bei Nebius kürzlich aufgestockt. Regulatorische Dokumente zeigten jedoch, dass rund 94,6 % der offengelegten Position auf Warrants zurückgingen, die im März erworben worden waren, und nicht auf frische Aktienkäufe. Diese Warrants können erst ab September ausgeübt werden und unterliegen weiterhin Übertragungsbeschränkungen, was bedeutet, dass die Meldung weitgehend eine bestehende Beteiligung widerspiegelte und keine neue Unterstützung darstellte.
Diese Erkenntnis veränderte die Anlegerstimmung erheblich. Der Kursverlust von 33,20 USD am Freitag löschte nahezu den gesamten Anstieg von 34,30 USD aus, der nach der Meldung am Dienstag verzeichnet worden war, und verdeutlichte, wie schnell spekulative Dynamik umschlagen kann, sobald weitere Details ans Licht kommen.
Der Rückgang beschränkte sich nicht auf Nebius. Auch andere AI-Infrastrukturunternehmen gerieten unter Druck, während Anleger die Bewertungen im gesamten Sektor neu bewerteten. CoreWeave (NASDAQ: CRWV) fiel in der Freitagsitzung um 11,4 %, während IREN (NASDAQ: IREN) um 8,7 % nachgab – ein Indiz für eine breitere Vorsicht rather als nur für unternehmensspezifische Schwäche. Die parallelen Bewegungen zeigen, wie eine verhältnismäßig neue Gruppe von börsennotierten GPU-Cloud-Anbietern – von denen mehrere erst kürzlich an die Börse gegangen sind – mittlerweile im Gleichklang handeln, während Anleger versuchen, die Nachfrage nach Rechenkapazitäten gegen hohe Vorab-Kapitalaufwendungen abzuwägen.
Das Handelsvolumen spiegelte ebenfalls ein erhöhtes Anlegerinteresse wider. Fast 24 Millionen Aktien wechselten am Freitag den Besitzer – rund 34 % über dem jüngsten durchschnittlichen Tagesvolumen der Aktie.
AI-Ausgaben im Fokus
Über die Nvidia-Meldung hinaus konzentrieren sich Anleger zunehmend auf die Kosten für den Aufbau von AI-Infrastruktur. Steigende Kapitalaufwendungen großer Technologieunternehmen haben Bedenken geschürft, wie schnell sich diese Investitionen in Gewinne umwandeln lassen. Für Nebius und seine Branchenkollegen lautet die zentrale Frage, ob die Ausgaben der Hyperscaler für GPU-Rechenleistung in einem Tempo weitergehen, das ihre aggressiven Ausbaupläne unterstützt – oder ob diese großen Kunden mittelfristig mehr Workloads auf ihre eigene Infrastruktur verlagern werden.
Die Marktstimmung schwächte sich zudem ab, da US-Wachstumsfonds in der Woche erhebliche Abflüsse verzeichneten. Anleger warten nun auf die Quartalszahlen von Microsoft (NASDAQ: MSFT) und Meta Platforms (NASDAQ: META), beides wichtige Nebius-Kunden, um neue Hinweise auf die künftigen AI-Ausgaben zu erhalten.
Expansionspläne gehen weiter
Trotz des Kursverfalls am Freitag baut Nebius sein AI-Infrastrukturgeschäft weiter aus. Das Unternehmen sicherte sich kürzlich eine Senior-Finanzierungsfazilität über 775 Millionen USD, besichert durch eingesetzte GPUs und vertraglich vereinbarte Kunden-Cashflows, die zusätzliche Mittel für künftiges Wachstum bereitstellt.
Nebius meldete zudem einen vertraglich gesicherten Umsatz von über 40 Milliarden USD und nannte Microsoft und Meta als wichtige Kunden. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 684 % gegenüber dem Vorjahr auf 399 Millionen USD, während das bereinigte EBITDA 129,5 Millionen USD erreichte.
Das Unternehmen hat seine Prognose für die Kapitalaufwendungen 2026 auf 20 Milliarden bis 25 Milliarden USD angehoben, was seine aggressive Expansionsstrategie widerspiegelt. Künftig wird von den Anlegern erwartet, dass sie sich auf die Umsetzung, die Kundennachfrage und den Einsatz von AI-Infrastruktur konzentrieren werden statt auf Beteiligungsmeldungen.