NachrichtenMakroNBER-Arbeitspapier untersucht Nachfrage nach Technologien zur menschlichen Leistungssteigerung

NBER-Arbeitspapier untersucht Nachfrage nach Technologien zur menschlichen Leistungssteigerung

Autor: Marginal Revolution·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Studie nutzte ein national repräsentatives US-Umfrageexperiment mit 5.556 Befragten, um Nutzungspräferenzen und Ansichten zur Regulierung zu untersuchen.
  • Etwa 53% der Befragten gaben an, Technologien zur menschlichen Leistungssteigerung nutzen zu würden, während etwa 28% sagten, sie würden sie bei keinem Nutzenumfang nutzen.
  • Die Darstellung einer Technologie als Leistungssteigerung statt als Wiederherstellung senkte die angegebene Nutzungsbereitschaft um etwa fünf Prozentpunkte.
  • Viele Befragte, die zur Nutzung von Technologien zur menschlichen Leistungssteigerung bereit waren, unterstützten dennoch strenge Regulierung, während viele Nutzungsunwillige anderen die Nutzung nicht verbieten wollten.
  • Die Autoren stellten fest, dass Produktivitätssteigerung unter den Merkmalen die meisten ethischen Bedenken hervorrief, aber die geringste Unterstützung für Regulierung erhielt.
NBER-Arbeitspapier untersucht Nachfrage nach Technologien zur menschlichen Leistungssteigerung

Ein neues NBER-Arbeitspapier von Giovanni Immordino, Mario Macis, Immacolata Marino und Fabrizio Panebianco untersucht die öffentliche Nachfrage nach Technologien zur menschlichen Leistungssteigerung, kurz HET, und wie diese Nachfrage mit Präferenzen hinsichtlich Regulierung zusammenhängt.

Die Autoren schreiben, dass eine neue Technologie, die große private Vorteile bietet, aber zugleich soziale Kosten verursachen kann, die von Märkten nicht eingepreist werden, durch Nachfrage allein möglicherweise nicht zeigt, wie Bürger die Technologie geregelt sehen wollen. Ihre Studie nutzt ein national repräsentatives US-Umfrageexperiment mit 5.556 Befragten. In dem Experiment wurden Nutzenbereich, Mechanismus, Vererbbarkeit, Zweck und Risiko über verschiedene Vignetten hinweg randomisiert. Für die jeweils zugewiesene Vignette erhoben die Forscher die angegebene Nutzungsbereitschaft, die bevorzugte Regulierung sowie ethische und gesellschaftliche Bedenken. Dieses Design ermöglicht es dem Papier, die Bereitschaft zur Nutzung einer Technologie mit Ansichten darüber zu vergleichen, wie weit sie erlaubt oder beschränkt werden sollte, statt Verbrauchernachfrage als Stellvertreter für öffentliche Zustimmung zu behandeln.

Dem Papier zufolge gaben insgesamt etwa 53% der Befragten an, die Technologie nutzen zu würden. Die Darstellung der Technologie als Leistungssteigerung statt als Wiederherstellung senkte die Nutzungsbereitschaft um etwa fünf Prozentpunkte; dieser Effekt wird als vergleichbar mit einem Profil schwerer Nebenwirkungen beschrieben. Etwa 28% der Befragten sagten, sie würden die Technologie bei keinem Nutzenumfang nutzen. Die Autoren erklären, diese Ablehnung sei überwiegend durch das Framing als Leistungssteigerung und nicht durch Risiko bestimmt gewesen, was sie als vereinbar mit einer nicht kompensierbaren Einschränkung für eine erhebliche Untergruppe beschreiben.

Das Papier stellt außerdem fest, dass die meisten Befragten, die Technologien zur menschlichen Leistungssteigerung nutzen würden, dennoch strenge Regulierung befürworteten. Zugleich wollten die meisten Befragten, die angaben, sie würden diese Technologien niemals nutzen, anderen deren Nutzung nicht verbieten. Diese Kombination ist für Governance-Debatten relevant, weil sie persönliche Nutzungsentscheidungen von Präferenzen zu Zugang, Sicherheitsregeln oder Beschränkungen der Entscheidungen anderer trennt.

Ein hervorgehobenes Ergebnis lautet, dass „Productivity enhancement generates the most ethical concern of any attribute“ und zugleich die geringste Regulierung nach sich zieht. Die Autoren berichten außerdem, dass die Befragten eine Subventionierung statt einer Besteuerung der Nutzung von Produktivitätssteigerung befürworteten, was sie als vereinbar mit Bedenken hinsichtlich des Zugangs statt der Sicherheit interpretieren.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass private Nachfrage „an unreliable guide to the governance citizens want“ sei, und sagen, die von ihnen dokumentierte Divergenz könne Regulierungsbehörden eine Grundlage bieten, um die Richtung des technischen Wandels an gesellschaftlichen Werten und Prioritäten auszurichten.

Die Diskussion erschien in einem Beitrag von Marginal Revolution, der den Satz „Productivity enhancement generates the most ethical concern of any attribute …“ wiederholte. Der Autor des Beitrags fügte hinzu, der letzte Satz des Papiers sei „completely unwarranted“ und nannte ihn „a classic example of underidentified political bias in academic reasoning.“