NachrichtenKryptoNasdaq ISE beantragt SEC-Genehmigung für standardisierten Rahmen zur Notierung von Krypto-ETF-Optionen

Nasdaq ISE beantragt SEC-Genehmigung für standardisierten Rahmen zur Notierung von Krypto-ETF-Optionen

Autor: CryptoBriefing·

Wichtige Erkenntnisse

  • Nasdaq ISE reichte am 28. Juli bei der SEC eine vorgeschlagene Regeländerung ein, die eine standardisierte Notierung von Optionen auf Krypto-ETFs statt einer Genehmigung pro Produkt ermöglichen würde.
  • Nach dem vorgeschlagenen Rahmen müssten Trusts für jede gehaltene digitale Ware einen durchschnittlichen täglichen globalen Marktwert von mindestens 700 Millionen US-Dollar aufweisen.
  • Der Vorschlag verlangt, dass mit mindestens 85% des Nettoinventarwerts eines Trusts verbundene Derivate an Märkten gehandelt werden, die von einem Mitglied der Intermarket Surveillance Group überwacht werden; die verbleibenden 15% erhalten eine teilweise Ausnahme.
  • Nasdaq hob im Januar 2026 die Positionslimits von 25.000 Kontrakten für Optionen auf Bitcoin- und Ethereum-ETFs auf und baute damit auf den nach den Spot-Krypto-ETF-Genehmigungen von 2024 geschaffenen regulatorischen Wegen auf.
  • Der CLARITY Act, der die Zuständigkeiten von SEC und CFTC für digitale Vermögenswerte klären soll, blieb Ende Juli 2026 im Senat blockiert, weshalb Börsen innerhalb des bestehenden Wertpapierrechts schrittweise Regeländerungen vorantreiben.
Nasdaq ISE beantragt SEC-Genehmigung für standardisierten Rahmen zur Notierung von Krypto-ETF-Optionen

Nasdaq ISE, eine der wichtigsten US-Optionsbörsen, hat bei der U.S. Securities and Exchange Commission eine Regeländerung eingereicht, die es der Börse bei Genehmigung ermöglichen würde, Optionen auf krypto-gestützte börsengehandelte Fonds nach standardisierten Kriterien zu listen und damit die Notwendigkeit einer separaten regulatorischen Genehmigung für jedes einzelne Produkt zu beseitigen.

Die am 28. Juli eingereichte und mit SR-ISE-2026-42 bezeichnete Eingabe schlägt einen Rahmen für Optionen auf „commodity-based trust shares that incorporate digital commodities“ vor. Nach der vorgeschlagenen Regel könnten qualifizierte Krypto-ETFs, die bestimmte Benchmarks erfüllen, Optionen auflegen, ohne eine produktspezifische SEC-Genehmigung zu benötigen. Die Struktur orientiert sich an den generellen Notierungsstandards, die bereits für Optionen auf Gold-, Silber- und Öl-ETFs gelten und für jeden neuen Fonds keine Einzelprüfung erfordern.

Wie die Schwellenwerte konkret aussehen

Um berechtigt zu sein, müssten Trusts für jede von ihnen gehaltene digitale Ware einen durchschnittlichen täglichen globalen Marktwert von mindestens 700 Millionen US-Dollar aufrechterhalten.

Hinzu kommt eine Überwachungsanforderung. Mit den zugrunde liegenden Beständen eines Trusts verbundene Derivate müssen an einem Markt gehandelt werden, der von einem Mitglied der Intermarket Surveillance Group (ISG) überwacht wird, und dabei mindestens 85% des Nettoinventarwerts des Trusts abdecken. Die übrigen 15% erhalten eine teilweise Ausnahme, was bedeutet, dass Vermögenswerte ohne umfassende Überwachungsvereinbarungen nicht automatisch disqualifizierend sind, solange sie eine Minderheit des Portfolios bleiben.

Diese Aufteilung von 85/15 würde es einem Krypto-ETF mit mehreren Vermögenswerten ermöglichen, dominante Positionen in Bitcoin und Ethereum zu halten, die beide an gut überwachten Handelsplätzen gehandelt werden, während ein kleinerer Anteil auf Vermögenswerte wie Solana entfällt, für die möglicherweise eine weniger ausgebaute Überwachungsinfrastruktur besteht. Die Einreichung verweist ausdrücklich auf die Möglichkeit von Optionen auf Produkte, die unter anderem Bitcoin, Ethereum und Solana enthalten.

Hintergrund: Positionslimits und ein blockiertes Gesetz

Bereits im Januar 2026 hob Nasdaq die Positionslimits von 25.000 Kontrakten für Optionen auf Bitcoin- und Ethereum-ETFs auf, ein Schritt, der größere institutionelle Positionen ermöglichte.

Der Zeitpunkt wird auch durch das geprägt, was der Kongress nicht getan hat. Der Digital Asset Market Clarity Act, bekannt als CLARITY Act, sollte die Zuständigkeitsgrenzen zwischen SEC und CFTC im Bereich digitaler Vermögenswerte festlegen. Aktualisierte Gesetzestexte wurden zwar verbreitet, doch der Senat hat keine Einigung erzielt. Ende Juli 2026 steckt der Gesetzentwurf weiterhin in Verhandlungen fest.

Was das für den Optionsmarkt bedeutet

Wenn die SEC die Regeländerung genehmigt, wäre der unmittelbarste Effekt eine höhere Geschwindigkeit. Derzeit erfordert jede neue Krypto-ETF-Option eine eigene Einreichung, Prüfungsphase und Genehmigung. Dieser Prozess kann sich über Monate hinziehen und schafft einen Engpass, der bei Gold-, Silber- oder Öl-ETF-Optionen nicht existiert.

Die Schwelle von 700 Millionen US-Dollar schafft zudem eine interessante Dynamik für Vermögensemittenten. ETF-Sponsoren hätten ein konkretes Ziel, das sie erreichen müssen, wenn ihre Produkte für eine vereinfachte Notierung von Optionen infrage kommen sollen.

Es gibt auch einen Risikofaktor. Die 15%-Flexibilität bei der Überwachungsabdeckung bedeutet, dass ein Teil der Bestände mancher Trusts in weniger überwachten Märkten liegen könnte. Die Kommentierungsfrist der SEC zu der Einreichung dürfte sich damit befassen, ob diese 15%-Ausnahme angemessen bemessen ist.