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Mustafa-Stiftung startet Blockchain-Plattform zur Finanzierung von Wissenschaft mit Kryptowährungen

Autor: CoinTrust·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Mustafa Science and Technology Foundation hat am Samstag eine Blockchain-Plattform gestartet, die Kryptowährungen, Smart Contracts und neue Finanzierungsmechanismen für ihre Wissenschafts- und Technologieprogramme kombiniert.
  • Smart Contracts auf der Plattform geben Mittel automatisch erst frei, wenn vorab festgelegte Ereignisse, Meilensteine oder Forschungsergebnisse erreicht sind.
  • Stiftungsratsvorsitzender Ali-Akbar Salehi, ehemaliger iranischer Außenminister und früherer Leiter der iranischen Atomenergieorganisation, sagte, die Plattform adressiere die Schwierigkeit von Krypto-Inhabern, strukturierte Projekte für ihre digitalen Vermögenswerte zu finden.
  • Salehi schlug die Schaffung eines globalen Netzwerks von Mäzenen der Wissenschaft vor, das einzelne Unterstützer mit Forschenden und Projekten in mehrheitlich muslimischen Ländern sowie in der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft verbinden soll.
  • Die Zukunft der Plattform hängt von ungeklärten Fragen ab, darunter die regulatorische Compliance für Kryptowährungsspenden in verschiedenen Rechtsräumen und die Frage, welche wissenschaftlichen Projekte zuerst gefördert werden.
Mustafa-Stiftung startet Blockchain-Plattform zur Finanzierung von Wissenschaft mit Kryptowährungen

Die Mustafa Science and Technology Foundation hat Berichten zufolge eine Blockchain-basierte Plattform gestartet, die Muslimen weltweit die Teilnahme an den wissenschaftlichen und technologischen Programmen der Stiftung erleichtern soll.

Die in Teheran ansässige Stiftung stellte die Plattform am Samstag vor und führte damit ein System ein, das Kryptowährungen, Smart Contracts und neue Finanzierungsmechanismen miteinander verbindet, um die internationale Beteiligung an Initiativen – darunter der Mustafa-Preis und weitere Forschungs- und Technologieprojekte – zu ermöglichen. Der Mustafa-Preis, der seit 2015 alle zwei Jahre an herausragende Wissenschaftler und Technologen aus Mitgliedsländern der Organisation für Islamische Zusammenarbeit verliehen wird, zählt zu den renommiertesten Wissenschaftspreisen der muslimischen Welt.

Die Plattform soll Inhabern digitaler Vermögenswerte einen transparenteren und effizienteren Weg bieten, Mittel gezielt für klar definierte wissenschaftliche Aktivitäten bereitzustellen. Mithilfe von Blockchain und Smart Contracts sollen Kryptowährungsbestände mit konkreten wissenschaftlichen Projekten verknüpft und Finanzierungsbedingungen festgelegt und automatisch durchgesetzt werden können.

Ali-Akbar Salehi, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung, sagte, das Wachstum des Kryptowährungsbesitzes habe den Bedarf an Mechanismen geschaffen, die digitale Vermögenswerte mit greifbaren Anlagemöglichkeiten verbinden. Er verwies darauf, dass manche Privatpersonen und Unternehmen einen Teil ihrer Vermögenswerte in Kryptowährungen umgewandelt hätten, aber Schwierigkeiten hatten, praktische und klar strukturierte Projekte zu finden, in denen diese Bestände eingesetzt werden könnten. Salehi ist ein ehemaliger Außenminister Irans und stand zudem der Atomenergieorganisation Irans vor, was der Stiftung Verbindungen auf hoher politischer und wissenschaftlicher Ebene verleiht.

Der Schritt fällt zudem in einen breiteren Trend der Krypto-Philanthropie, bei dem Wohltätigkeitsorganisationen und Stiftungen weltweit begonnen haben, Spenden in digitalen Vermögenswerten anzunehmen – angezogen von den öffentlichen Registern der Blockchain und der Möglichkeit, grenzüberschreitende Überweisungen ohne traditionelle Bankintermediäre abzuwickeln.

Smart Contracts könnten die Transparenz der Finanzierung verbessern

Ein zentrales Merkmal der neuen Plattform ist die Möglichkeit, vorab festgelegte Bedingungen für die Freigabe und Verwendung von Mitteln zu vereinbaren. Unter dem vorgeschlagenen System könnte ein Geldgeber verlangen, dass Mittel erst nach Erreichen eines bestimmten Ereignisses, Meilensteins oder Forschungsergebnisses verfügbar werden.

Smart Contracts würden die vereinbarten Bedingungen anschließend automatisch umsetzen und so den Bedarf an Eingriffen außerhalb des festgelegten Rahmens verringern. Der Bericht zufolge könnte dieser Ansatz die Transparenz verbessern, da Teilnehmer nachvollziehen können, wie und wann ihre Beiträge eingesetzt werden.

Die Stiftung betrachtet die Technologie als mögliche Brücke zwischen internationalen Inhabern digitaler Vermögenswerte und wissenschaftlichen Initiativen, die gezielte finanzielle Unterstützung benötigen. Statt einer unbegrenzten Spende an eine Institution könnten Teilnehmer potenziell ein bestimmtes wissenschaftliches Problem, ein Forschungsteam und ein angestrebtes Ergebnis festlegen, bevor sie Mittel zusagen.

Je nachdem, wie sich die Plattform entwickelt, könnten langfristig Projekte in Bereichen wie Krebsbehandlung, Wasserwirtschaft, Energie, künstliche Intelligenz und anderen Zukunftstechnologien von dem Modell profitieren.

Vorschlag für ein globales Netzwerk von Wissenschaftsmäzenen

Salehi hat zudem die Schaffung eines globalen Netzwerks von Mäzenen der Wissenschaft (Global Network of Patrons of Science) vorgeschlagen, das das über die Jahre aufgebaute wissenschaftliche Netzwerk der Stiftung ergänzen soll.

Das vorgeschlagene Netzwerk soll Personen, die Forschung unterstützen möchten, mit Wissenschaftlern und Projekten in mehrheitlich muslimischen Ländern sowie in der breiteren internationalen Wissenschaftsgemeinschaft verbinden. Salehi argumentierte, dass wissenschaftliches Wissen nicht durch nationale Grenzen begrenzt sei und internationale Zusammenarbeit für den Forschungsfortschritt unverzichtbar bleibe.

Der Mustafa-Preis der Stiftung wurde mit einem ähnlichen Ziel ins Leben gerufen: die Verbindung der wissenschaftlichen Potenziale der muslimischen Welt mit der internationalen Forschungsgemeinschaft. Das neue Mäzennetzwerk würde dieses Konzept auf die Wissenschaftsfinanzierung ausweiten, indem Einzelpersonen eine direktere Rolle bei der Unterstützung von Forschenden und Projekten erhalten.

Salehi sagte, das übergeordnete Ziel der Initiative sei es, die geografischen Hürden abzubauen, die eine internationale wissenschaftliche Teilnahme erschweren können. Die Stiftung beabsichtigt, digitale Vermögenswerte und neue Finanztechnologien zu nutzen, um grenzüberschreitende Unterstützung für Forschende und wissenschaftliche Projekte für Menschen weltweit zugänglicher zu machen.

Die Initiative könnte auch über das Fundraising hinaus Bedeutung erlangen. Die Stiftung ist überzeugt, dass eine transparente internationale Finanzierung konkreter Forschungsprojekte die Beziehungen zwischen Wissenschaftlern, Institutionen und Unterstützern stärken und zugleich einen Beitrag zur Wissenschaftsdiplomatie leisten könnte.

Der anfängliche Schwerpunkt wird voraussichtlich auf der Förderung definierter wissenschaftlicher Projekte in muslimisch geprägten Ländern durch Beiträge von Menschen weltweit liegen. Wenn sich das Modell durchsetzt, könnte die Blockchain-Plattform zu einem breiteren Finanzierungsnetzwerk heranwachsen, das Inhaber digitaler Vermögenswerte mit Forschungs- und Innovationsinitiativen in zahlreichen Bereichen verbindet. Zu den zentralen offenen Fragen gehören, wie die Plattform die regulatorische Compliance für Kryptowährungsspenden in verschiedenen Rechtsräumen handhaben wird und welche wissenschaftlichen Projekte als erste durch das System gefördert werden.

Quelle: CoinTrust