Microsoft Research veröffentlicht Open-Source-Framework „Orchard“ zur Senkung der Trainingskosten für KI-Agenten
Wichtige Erkenntnisse
- •Microsoft Research veröffentlichte Orchard am 4. August 2026 als Open-Source-Framework, um das Training autonomer KI-Agenten zugänglicher und kostengünstiger zu machen.
- •Orchard basiert auf einer Kubernetes-Infrastruktur namens Orchard Env, die wiederverwendbare isolierte Komponenten bereitstellt und auf lokalen Clustern sowie großen Cloud-Anbietern eingesetzt werden kann.
- •Microsoft lieferte mit Orchard drei domänenspezifische Trainingsrezepte für Softwareentwicklung, Browser-Navigation und alltägliche Produktivitätsaufgaben, die jeweils wettbewerbsfähige Benchmark-Ergebnisse erzielten.
- •Das Framework macht es überflüssig, dass Forschende Sandbox-Infrastruktur, Datenpipelines und Evaluierungssysteme selbst von Grund auf neu aufbauen müssen, und senkt damit die Hürden für akademische und unabhängige Teams.
- •Microsoft sieht kumulatives Agentenlernen — bei dem Trainingsverläufe erhalten und wiederverwendet statt verworfen werden — als vielversprechende künftige Entwicklungsrichtung für das Framework.

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Microsoft-Framework soll die Trainingskosten für KI-Agenten senken
Der Anbieter will vom wachsenden Bedarf an kostengünstigeren KI-Diensten profitieren.
- August 2026
Microsoft Research hat Orchard veröffentlicht, ein Open-Source-Framework, das das Training autonomer KI-Agenten einfacher und kostengünstiger machen soll. Die Veröffentlichung erfolgte am Montag, 4. August 2026, und baut auf der ersten Forschungsarbeit des Unternehmens aus dem März auf. Der Start erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem agentische KI — also Systeme, die eigenständig planen, im Web navigieren, Code schreiben und Tools nutzen können — zu einem der aktivsten Wettbewerbsfelder der Branche geworden ist, in dem große Labs und Start-ups gleichermaßen um Agenten ringen, die mehrstufige Aufgaben aus der realen Welt bewältigen können.
Orchard kann KI-Agenten über mehrere Domänen hinweg trainieren und bewerten, darunter Programmierung, Webbrowsing und die Nutzung von Tools. Ziel ist es, die Komplexität zu reduzieren, indem Forschende nicht mehr für jedes einzelne Modell oder jeden Anwendungsfall unabhängig Sandbox-Infrastruktur, Datenpipelines und Evaluierungssysteme aufbauen müssen — eine Hürde, die die Spitzenforschung im Bereich agentischer KI historisch für viele akademische und unabhängige Teams außerhalb der Reichweite gehalten hat, denen die technischen Ressourcen großer Technologieunternehmen fehlen.
In einem Blogbeitrag räumte Microsoft die Herausforderungen für die Forschungscommunity ein: "While there is excitement around agentic AI's capabilities, the research community faces a persistent bottleneck. Building state-of-the-art agentic systems often requires proprietary infrastructure … that most researchers and practitioners cannot access or reproduce."
Im Zentrum des Frameworks steht Orchard Env, das Microsoft als eine "lightweight, Kubernetes environment that provides reusable isolated components" beschreibt. Diese Komponenten können verwendet werden, um Agenten im großen Maßstab auszuführen und zu entwickeln — von der Erfassung von Trainingsdaten bis hin zu reinforcement learning-Rollouts und Evaluierungen — ohne die zugrunde liegende Architektur jedes Mal neu aufbauen zu müssen. Durch den Aufbau auf Kubernetes, einer branchenüblichen Container-Orchestrierungsplattform, ist Orchard so konzipiert, dass es sich auf einer Reihe von Infrastrukturen einsetzen lässt, von lokalen Clustern bis hin zu großen Cloud-Anbietern.
Um den Ansatz des Frameworks zu demonstrieren, veröffentlichte Microsoft drei domänenspezifische Trainingsrezepte — Orchard-SWE, Orchard-GUI und Orchard-Claw — zusammen mit den zugehörigen Trainingsdaten und den Evaluierungsmethoden, die zu ihrer Entwicklung verwendet wurden. Orchard-SWE trainiert Software-Engineering-Agenten, Orchard-GUI konzentriert sich auf Browser-Navigation, und Orchard-Claw deckt alltägliche Produktivitätsaufgaben ab. Microsoft zufolge zeigten die für jedes Rezept trainierten Modelle Ergebnisse, die auf etablierten Benchmarks wettbewerbsfähig waren.
Das Unternehmen hob die breiteren Implikationen des offenen Designs des Frameworks hervor. "By making the underlying infrastructure open, lightweight, and reusable, Orchard lowers the cost of agentic AI research," sagte Microsoft. "Teams no longer need to build custom isolated environments from scratch or depend on proprietary cloud services." Der Open-Source-Ansatz entspricht einem breiteren Branchentrend, in dem große KI-Labs — darunter Meta mit seinen Llama-Modellen und Google mit mehreren Forschungs-Frameworks — Tools und Modellgewichte öffentlich veröffentlicht haben, um den gemeinschaftsgetriebenen Fortschritt zu beschleunigen.
Microsoft skizzierte außerdem seine Sicht auf zukünftige Entwicklungsrichtungen. "Looking ahead, we see reusing training experience as a promising direction toward cumulative agent learning. Instead of discarding trajectories once a training run finishes, we treat them as persistent assets — for example, distilling them into reusable value models." Dieses Konzept des kumulativen Lernens — bei dem Agenten auf früheren Erfahrungen aufbauen, statt jeden Trainingslauf von Grund auf neu zu beginnen — spiegelt langjährige Ziele in der Forschung zum reinforcement learning wider, in der Stichprobeneffizienz und Wissenstransfer weiterhin offene Herausforderungen sind.
Das Orchard-Framework ist zusammen mit der zugehörigen research publication als Open-Source-Veröffentlichung von Microsoft Research verfügbar.
Über den Autor
Graham Hope
Contributing Writer
Graham Hope arbeitet seit 26 Jahren im Automobiljournalismus in Großbritannien, unter anderem als Redakteur einer führenden Verbraucher-Nachrichtenwebsite und der Wochenzeitung Auto Express sowie des angesehenen Kaufberaters CarBuyer.
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