Micron-Aktie steigt um 3,5 % nach US-Abkehr von chinesischen Speicherchip-Lieferanten
Wichtige Erkenntnisse
- •Micron legte am Montag im Prämarkt-Handel um 3,5 % auf 1.005,65 US-Dollar zu und verlängerte die Gewinnserie auf fünf Handelstage in Folge.
- •Die Regierung Trump drängt amerikanische Unternehmen, ihre Abhängigkeit von chinesischen Speicherchips zu verringern; Berichten zufolge nahmen Regierungsvertreter wegen der frühen Gespräche mit dem chinesischen Lieferanten CXMT Kontakt zu Apple auf.
- •New Street Research stufte Micron von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und vergab ein Kursziel von 1.250 US-Dollar; UBS setzte ein Ziel von 1.625 US-Dollar und prognostiziert einen Anstieg des Gewinns je Aktie von 74,13 US-Dollar im Jahr 2026 auf 265,65 US-Dollar im Jahr 2028.
- •KeyBanc erwartet steigende DRAM-Preise um 15 bis 20 % im dritten Quartal und einen weiteren Anstieg um 15 % im vierten Quartal; NAND-Preise könnten um 30 bis 40 % zulegen – angetrieben von Investitionen in KI-Rechenzentren und knappem Angebot.
- •Die Wall Street bewertet Micron mit „Strong Buy“ und einem durchschnittlichen Kursziel von 1.569,07 US-Dollar, was ein Potenzial von mehr als 61 % impliziert; die Aktie hatte in den vergangenen zwölf Monaten knapp 700 % zugelegt.

Die Micron-Aktie legte am Montag im Prämarkt-Handel um 3,5 % auf 1.005,65 US-Dollar zu und verzeichnete damit den fünften Handelstag in Folge mit Gewinnen, während Anleger auf Entwicklungen in der US-Handelspolitik und auf eine Reihe positiver Analystenkommentare reagierten.
Der Anstieg folgte auf Äußerungen von Handelsminister Howard Lutnick in der The Wall Street Journal, wonach die Regierung Trump amerikanische Unternehmen aktiv von chinesischen Speicherchip-Lieferanten wegbewegt. „It’s not great American companies using Chinese memory“, sagte Lutnick. Micron steht im Zentrum dieser Dynamik: Das Unternehmen ist der einzige in den USA ansässige Hersteller unter den drei weltweit dominierenden DRAM-Produzenten – neben Südkoreas Samsung Electronics und SK Hynix –, und seine DRAM- und NAND-Chips stecken in allem von Smartphones und PCs bis zu den Servern, auf denen KI-Rechenzentren laufen.
Berichten zufolge nahm die Regierung zudem Kontakt zu Apple auf, weil der Konzern frühe Gespräche mit ChangXin Memory Technologies, kurz CXMT, geführt hatte. Apple hatte mögliche Vereinbarungen mit CXMT geprüft, um Komponenten für bestimmte Produkte zu beziehen, die auf dem chinesischen Markt verkauft werden.
CXMT hat kürzlich seine Börsennotierung in China abgeschlossen und laut Counterpoint Research rasche Fortschritte bei der traditionellen DRAM-Technologie erzielt; das Unternehmen kam im zweiten Quartal auf 7 % der weltweiten Markterlöse. US-Vorschriften verlangen jedoch, dass amerikanische Unternehmen vor dem Austausch von Produktspezifikationen mit dem chinesischen Hersteller eine Lizenz einholen.
Auch der südkoreanische Wettbewerber SK Hynix profitierte: Seine American Depositary Receipts legten zum Handelsauftakt um 4,2 % zu.
Analysten erhöhen die Kursziele für Micron
Pierre Ferragu, Analyst bei New Street Research, stufte Micron von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und setzte ein Kursziel von 1.250 US-Dollar. Als Gründe nannte er die starke Finanzperformance, das knappe Speicherangebot und Anzeichen dafür, dass der Speichermarkt in eine längere Wachstumsphase übergehen könnte, statt seinem üblichen zyklischen Muster zu folgen – eine gewichtige These in einer Branche, die lange zu den ausgeprägtesten Boom-und-Bust-Märkten der Halbleiterindustrie zählte.
Timothy Arcuri, Analyst bei UBS, bewertete die Aktie noch optimistischer und vergab ein Kursziel von 1.625 US-Dollar. Er prognostiziert einen Gewinn je Aktie von 74,13 US-Dollar im Jahr 2026, der bis 2027 auf 184,89 US-Dollar und bis 2028 auf 265,65 US-Dollar steigt. Bis 2029 erwartet er, dass der Gewinn je Aktie über 160 US-Dollar bleibt.
Die Micron-Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten knapp 700 % zugelegt, notiert aber weiterhin unter ihrem sommerlichen Höchststand von mehr als 1.200 US-Dollar.
Speicherpreise setzen Aufwärtstrend fort
KeyBanc erwartet, dass die DRAM-Preise im dritten Quartal um 15 bis 20 % steigen, gefolgt von einem weiteren Anstieg um 15 % im vierten Quartal. NAND-Preise könnten im dritten Quartal um 30 bis 40 % zulegen. Als Haupttreiber der Nachfrage nennt das Haus Investitionen in KI-Rechenzentren, während das Angebot knapp bleibt.
Micron hat kürzlich einen Investmentfonds über 250 Millionen US-Dollar für KI-Startups aufgelegt und unterstreicht damit seine strategische Ausrichtung auf den Bereich der künstlichen Intelligenz.
An der Wall Street gilt MU derzeit als „Strong Buy“, mit 29 „Buy“-Einstufungen und einer „Hold“-Einstufung in den vergangenen drei Monaten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 1.569,07 US-Dollar und impliziert ein Kurspotenzial von mehr als 61 % gegenüber dem aktuellen Niveau.
Offen ist nun, ob amerikanische Unternehmen die Verlagerung ihrer Bezugsquellen weg von chinesischen Speicherlieferanten konkretisieren, wie sich der Lizenzprozess für Geschäfte mit CXMT entwickelt und ob die Kontraktpreise für Speicherchips die Anstiege mitvollziehen, die Analysten derzeit prognostizieren.
Der Beitrag „Micron (MU) Stock Surges 4% Following Trump Administration’s Ban on Chinese Memory Chips“ erschien zuerst auf Blockonomi.