NachrichtenMakroKonsumstimmung der University of Michigan erneut im Rückgang – vorläufiger Wert verfehlt Prognose

Konsumstimmung der University of Michigan erneut im Rückgang – vorläufiger Wert verfehlt Prognose

Autor: Econbrowser·

Wichtige Erkenntnisse

  • •Der vorläufige Konsumstimmungsindex der University of Michigan lag bei 46,3 und verfehlte damit den von Bloomberg erhobenen Konsens von 47,5.
  • •Innerhalb des Berichts lag die Erwartungskomponente über dem Konsens, während die Komponente der aktuellen Bedingungen darunter ausfiel.
  • •Der Oktoberwert liegt deutlich unter dem langfristigen historischen Durchschnitt des Index, und da der Konsum rund zwei Drittel des US-BIP ausmacht, beobachten Ökonomen und Politiker solche Abweichungen genau.
  • •Econbrowser standardisierte die Michigan-, Conference Board- und Gallup-Vertrauensreihen über Januar 2021 bis Februar 2025 und wendete die Anpassung nach Cummings und Tedeschi (2024) für Online-Interviews an; ohne diese sehe das Bild etwas schlechter aus.
  • •Der endgültige Oktoberwert soll zum Monatsende veröffentlicht werden; der Index des Conference Board bietet einen separaten Referenzpunkt für das Konsumvertrauen.
Konsumstimmung der University of Michigan erneut im Rückgang – vorläufiger Wert verfehlt Prognose

Der vorläufige Konsumstimmungsindex der University of Michigan lag bei 46,3 und verfehlte damit den von Bloomberg erhobenen Konsens von 47,5. Innerhalb des Berichts lag die Erwartungskomponente über dem Konsens, während die Komponente der aktuellen Bedingungen darunter ausfiel.

Die Zahlen wurden in einem Econbrowser-Beitrag mit dem Titel "U.Mich. Sentiment Down (Again)" hervorgehoben, der den Wert in den Kontext anderer vielbeachteter Konsumvertrauensindikatoren einordnet.

Ein Wert weit unter historischen Normen

Der Index wird monatlich von den Surveys of Consumers der University of Michigan erstellt und bildet die Einschätzung der Haushalte zu ihrer persönlichen finanziellen Lage, den allgemeinen Geschäftsbedingungen und den Kaufbedingungen ab. Er besteht aus zwei Teilindizes – den aktuellen Wirtschaftsbedingungen und den Konsumentenerwartungen. Der Erwartungs-Subindex ist zudem eine Komponente des Leading Economic Index des Conference Board, einem zusammengesetzten Indikator zur Erkennung von Wendepunkten im US-Konjunkturzyklus. Vorläufige Schätzungen werden in der Monatsmitte auf Grundlage der ersten Umfragewelle veröffentlicht, die endgültigen Zahlen folgen zum Monatsende. Mit 46,3 liegt der vorläufige Oktoberwert deutlich unter dem langfristigen historischen Durchschnitt des Index. Da der Konsum rund zwei Drittel des US-Bruttoinlandsprodukts ausmacht, werden Abweichungen von dieser Norm von Ökonomen und Politikern genau beobachtet.

Ein standardisierter Vergleich der Indikatoren

Um die Indikatoren auf eine gemeinsame Grundlage zu stellen, standardisierte Econbrowser jede Reihe, indem der Mittelwert subtrahiert und durch die Standardabweichung im Zeitraum von Januar 2021 bis Februar 2025 dividiert wurde. Die dargestellte Michigan-Reihe berücksichtigt die Anpassung von Cummings und Tedeschi (2024), die den Einfluss von Online-Interviews auf die Umfrageergebnisse korrigiert.

Abbildung 1 zeigt die bereinigte Sentiment-Reihe der University of Michigan (blau), den Conference Board Confidence Index (braun) und Gallup Confidence (grün), alle bereinigt um den Mittelwert und dividiert durch ihre Standardabweichungen über 2021M01–2025M02. Eine rot gestrichelte Linie markiert die Zollankündigung zum „Liberation Day“ im April 2025, eine violett gestrichelte Linie markiert den US-Iran-Krieg.

Der Autor weist darauf hin, dass das Bild ohne Anpassung der Michigan-Reihe etwas schlechter aussieht. Abbildung 2 – im Originalbeitrag als „Figure 21“ bezeichnet – wiederholt den Vergleich mit der nicht bereinigten Reihe der University of Michigan (blau), dem Conference Board Confidence Index (braun) und Gallup Confidence (grün) mit demselben Standardisierungszeitraum und denselben Ereignismarkierungen.

Der endgültige Oktoberwert wird gemäß dem üblichen Veröffentlichungskalender der Umfrage zum Monatsende erwartet. Der Index des Conference Board, der auf einer eigenen monatlichen Haushaltsumfrage basiert, einen separaten Referenzpunkt zur Beobachtung des Konsumvertrauens.

Quelle: University of Michigan, Gallup, Conference Board, Cummings und Tedeschi (2024) sowie Berechnungen des Autors.