Michael Cohen reicht Begnadigungsgesuch aus der Biden-Ära erneut beim Justizministerium unter Trump ein – Rechtsexperte ist verblüfft
Wichtige Erkenntnisse
- •Michael Cohen sagte, er habe zunächst unter der Biden-Regierung ein Begnadigungsgesuch gestellt, vom Justizministerium jedoch nie eine Rückmeldung erhalten.
- •Anschließend reichte er dasselbe Begnadigungsgesuch mit einem neuen Anschreiben erneut beim Justizministerium unter Präsident Donald Trump ein.
- •Cohens Auftritt bei CNN umfasste auch die Besprechung eines Interviews, das er mit Trump führte und das wegen der gemeinsamen Geschichte politische Aufmerksamkeit erregte.
- •Elie Honig, ein ehemaliger Bundesstaatsanwalt, bezeichnete die erneute Einreichung Cohens als überraschende und ungewöhnliche Entwicklung.

Michael Cohen, einst persönlicher Anwalt von Präsident Donald Trump, hat sich an das gewagt, was ein Rechtsexperte als „faszinierendes soziales Experiment“ bezeichnete: die erneute Einreichung eines Begnadigungsgesuchs beim Justizministerium unter Trump, nachdem es unter der Biden-Regierung erfolglos geblieben war.
Cohen trat am Donnerstag in der CNN-Sendung „The Lead“ mit Jake Tapper auf, wo die beiden ein bevorstehendes Interview besprachen, das Cohen mit Trump geführt hatte. Dieses Gespräch versetzte einige politische Analysten in Erstaunen, angesichts der Rolle Cohens bei Trumps Verurteilung in New York wegen Fälschung von Geschäftsunterlagen in 34 Fällen – im Zusammenhang mit einer Schweigegeldzahlung, die Trump vor der Wahl 2016 an eine Pornodarstellerin geleistet hatte.
In dem Interview erzählte Cohen Tapper, dass er unter der Biden-Regierung ein Begnadigungsgesuch gestellt, vom Justizministerium jedoch nie eine Rückmeldung erhalten hatte. Daraufhin nahm er denselben Antrag, fügte ein neues Anschreiben hinzu und sandte ihn an das Justizministerium unter Trump. Der Schritt zeigt, wie Begnadungsgesuche über Regierungswechsel hinweg unerledigt bleiben können – mitunter landet dieselbe Eingabe bei einem Führungswechsel faktisch in einem völlig anderen politischen und rechtlichen Umfeld.
Elie Honig, ein ehemaliger Bundesstaatsanwalt, sagte Tapper, er sei von Cohens Schritt verblüfft.
„Das ist ein faszinierendes soziales Experiment“, sagte Honig. „Er hat exakt denselben Begnadigungsantrag genommen, der von einer Reihe liberaler, prominenter Stimmen unterstützt wurde, von Biden aber nicht bearbeitet wurde – und hat ihn nun erneut bei Trump eingereicht.“
„Ich weiß nicht, ob dieselben Personen die Empfehlungen ausgesprochen haben. Ich weiß nicht, ob dieselben Personen jetzt noch hinter ihm stehen, nachdem er öffentlich gesagt hat, er habe sich unter Druck gesetzt und genötigt gefühlt, aber … es scheint nie ein endgültiges Ende einer Beziehung zwischen Donald Trump und irgendjemandem zu geben. Aber so etwas hätte ich wirklich nicht erwartet“, fügte Honig hinzu.