NachrichtenAktienMichael Burry bezeichnet Nvidias 500-Milliarden-Dollar-KI-Finanzierungsdeal als „Wall-Street-Stunt“

Michael Burry bezeichnet Nvidias 500-Milliarden-Dollar-KI-Finanzierungsdeal als „Wall-Street-Stunt“

Autor: Coincentral·

Wichtige Erkenntnisse

  • Nvidia hat nicht bindende Absichtserklärungen mit Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR unterzeichnet, um Compute-Finanzierungsplattformen für den Ausbau von Rechenzentren zu schaffen.
  • Nach der vorgeschlagenen Deal-Struktur würde Nvidia 25%-Beteiligungen an Projekten übernehmen und einen Residualwert-Mechanismus anbieten, der den Verkauf von Chips oder die Suche nach neuen Leasingnehmern ermöglicht, falls ein Vorhaben scheitert.
  • Goldman Sachs Research schätzt, dass die Emission von KI-bezogenen Schulden im Jahr 2026 fast 500 Milliarden US-Dollar erreicht hat, während Kreditabteilungen Sorgen über steigende Laufzeiten und Emittentenkonzentration melden.
  • Das Bank for International Settlements warnte, dass Business Development Companies 115 Milliarden US-Dollar an Softwarefirmen verliehen haben, was mehr als 80% ihrer Technologieportfolios ausmacht und bei Disruption durch generative KI nicht eingepreiste Risiken erzeugen könnte.
  • Burry hat seine Short-Position gegen Nvidia über Put-Optionen zuletzt ausgebaut, während die Aktie seit Jahresbeginn um 16,62% gestiegen ist und am Dienstag bei 217,50 US-Dollar schloss.
Michael Burry bezeichnet Nvidias 500-Milliarden-Dollar-KI-Finanzierungsdeal als „Wall-Street-Stunt“

Michael Burry, der Investor, der für seine Prognose der Finanzkrise 2008 bekannt ist, hat Nvidias Initiative, mehr als 500 Milliarden US-Dollar an KI-Infrastrukturfinanzierung freizusetzen, öffentlich kritisiert. In einem Post auf X bezeichnete er sie als „Wall Street stunt“ und zog Parallelen zu den undurchsichtigen Finanzstrukturen, die der Krise von 2008 vorausgingen.

Nvidia unterzeichnete kürzlich Absichtserklärungen mit sechs großen Vermögensverwaltern — Apollo Global Management, BlackRock, Blackstone, Brookfield Asset Management, Goldman Sachs und KKR —, um Compute-Finanzierungsplattformen aufzubauen. Die nicht bindenden Vereinbarungen sollen Unternehmen ermöglichen, den Ausbau von Rechenzentren über institutionelle Kredite zu finanzieren, statt sich auf ihre eigenen Bilanzen zu verlassen. Damit wird eine der kapitalintensivsten Herausforderungen des KI-Ausbaus adressiert: die milliardenschweren Kosten von GPU-Clustern und den Anlagen, die sie mit Strom versorgen und kühlen. Nvidia steht im Zentrum dieser Arrangements, weil seine Chips das finanzierte Gut sind, eine strukturell einzigartige Position für ein Hardware-Unternehmen.

Nvidia-CEO Jensen Huang beschrieb das Vorhaben als „the first time that technology chips have become an investable asset class“ und verglich Halbleiter mit produktiver Infrastruktur.

Wie der Deal tatsächlich funktioniert

Nach der vorgeschlagenen Struktur übernimmt Nvidia 25%-Beteiligungen an Projekten und stellt das bereit, was das Unternehmen als „residual value mechanism“ bezeichnet. Scheitert ein Vorhaben, würde Nvidia eingreifen, um die Chips zu verkaufen oder neue Leasingnehmer zu finden.

NVIDIA Corporation, NVDA

Burry legte dar, was er als kreisförmige und stark gehebelte Pipeline hinter den Deals sieht.

Seine Infografik zeigte, wie Rentenversicherungsprämien über Offshore-Rückversicherer laufen, in asset-backed debt gehebelt werden und schließlich GPU-Käufe für Kunden wie Elon Musks xAI finanzieren. Ein von ihm genanntes Beispiel betraf eine Zweckgesellschaft, die Nvidia GB200 GPUs im Wert von 5,4 Milliarden US-Dollar kaufte, um sie an xAI für dessen Grok-Supercomputer-Cluster zu verleasen.

Burry warnte seine Follower: „Meet the new Boss. Same as the old Boss“, und deutete damit an, dass sich seit der Zeit vor der Krise wenig an der intransparenten Finanztechnik geändert habe.

Breitere Bedenken zu KI-Schulden

Burry ist mit seiner Skepsis nicht allein. Marktstratege Ed Yardeni beschrieb die Marktreaktion auf die nicht bindenden Vereinbarungen als „kind of ho hum“ und warnte Anleger, „pretty selective“ zu sein, wobei er vor „a little bit of hype“ warnte.

Goldman Sachs Research schätzt, dass die Emission von KI-bezogenen Schulden im Jahr 2026 fast 500 Milliarden US-Dollar erreicht hat; Kreditabteilungen meldeten Anleger-„indigestion“ angesichts steigender Laufzeiten und Konzentration auf wenige Emittenten. Die Sorge knüpft an breitere Fragen an, wie schnell Private-Credit-Märkte — die sich in den vergangenen Jahren als Alternative zur traditionellen Bankenfinanzierung stark ausgeweitet haben — das Volumen an KI-Infrastruktur-Schulden absorbieren können, ohne die Vergabestandards zu beeinträchtigen.

Das Bank for International Settlements warnte zudem separat, dass Business Development Companies 115 Milliarden US-Dollar an Softwarefirmen verliehen haben, was mehr als 80% ihrer Technologieportfolios ausmacht. Das BIS verwies darauf, dass disruptive generative KI die Umsätze dieser Software-Kreditnehmer schmälern könnte, wodurch in Private-Credit-Märkten nicht eingepreiste Risiken entstünden.

Marktreaktion und Burrys Position

Die Nvidia-Aktie (NASDAQ: NVDA) ist seit Jahresbeginn um 16,62% gestiegen und schloss am Dienstag bei 217,50 US-Dollar. Am Mittwoch legte die Aktie im vorbörslichen Handel um rund 1,17% zu, was darauf hindeutet, dass die Märkte Burrys Warnung vorerst weitgehend ignorieren.

Burry hat seine Short-Position gegen Nvidia kürzlich über Put-Optionen ausgebaut und signalisiert damit, dass er seine Skepsis mit Kapital untermauert.