Marvell zielt auf einen 30-Mrd.-Dollar-Markt für optische Netzwerke, da KI-Rechenzentren die Nachfrage antreiben
Wichtige Erkenntnisse
- •KeyBanc schätzt, dass der Scale-up-Networking-Markt bis 2030 ein Volumen von 30 Mrd. Dollar erreichen könnte, davon 20 Mrd. Dollar für optische Technologien und 10 Mrd. Dollar für Switching.
- •Marvells Umsatzziele liegen bei etwa 12 Mrd. Dollar für das Geschäftsjahr 2027 und 18 Mrd. Dollar für das Geschäftsjahr 2028, gegenüber einer früheren gemeinsamen Prognose von rund 20 Mrd. Dollar.
- •Marvell erwartet im Geschäftsjahr 2027 ein Wachstum der Erlöse aus Rechenzentrumsverbindungen von mehr als 70 % gegenüber dem Vorjahr, da die KI-Infrastruktur eine schnellere Kommunikation zwischen Prozessoren erfordert.
- •Das Unternehmen übernahm Celestial AI für etwa 3,25 Mrd. Dollar und XConn für rund 540 Mio. Dollar, um seine Kompetenzen in Siliziumphotonik und Chiplet-Verbindungen auszubauen.
- •Marvell erweiterte seine Partnerschaft mit NVIDIA und unterzeichnete eine mehrjährige Liefervereinbarung mit Google, während die Aktie im Jahr 2026 um mehr als 180 % gestiegen ist.

Marvell Technology, bekannt für die Entwicklung kundenspezifischer Chips für Cloud-Infrastrukturen und Unternehmensspeicher, zielt auf eine möglicherweise größere Chance bei der Vernetzung dieser Prozessoren. Der KeyBanc-Analyst John Vinh schätzt, dass Scale-up Networking bis 2030 einen adressierbaren Gesamtmarkt von 30 Mrd. Dollar darstellen könnte, davon etwa 20 Mrd. Dollar für optische Technologien und 10 Mrd. Dollar für Switching-Funktionen.
Vinh erhöhte sein Kursziel für Marvell um 48 % auf 385 Dollar und unterstrich damit die wachsende Bedeutung optischer Netzwerke für das Geschäft des Unternehmens.
Marvells Ausblick auf die Netzwerkerlöse
Marvell strebt nun Umsätze von etwa 12 Mrd. Dollar im Geschäftsjahr 2027 und 18 Mrd. Dollar im Geschäftsjahr 2028 an. Zusammen entsprechen diese Zahlen ungefähr 30 Mrd. Dollar über die beiden Geschäftsjahre hinweg, verglichen mit der bisherigen Prognose von rund 20 Mrd. Dollar.
Die Marktschätzung von 30 Mrd. Dollar und Marvells Umsatzziele sind unterschiedliche Größen: Erstere beschreibt die potenziellen Branchenausgaben für Scale-up Networking bis 2030, während Letztere die eigenen Ziele des Unternehmens für zwei Geschäftsjahre darstellen. Sie sollten daher nicht als gleichwertige Prognosen verstanden werden.
Für das Geschäft mit Rechenzentrumsverbindungen wird im FY2027 ein Wachstum von mehr als 70 % gegenüber dem Vorjahr erwartet. Da KI-Beschleuniger leistungsfähiger werden, entwickelt sich die Datenübertragung zwischen Prozessoren zu einer größeren Einschränkung für die KI-Infrastruktur. Das Training eines Large Language Models über Tausende GPUs hinweg erfordert eine umfangreiche Kommunikation zwischen den Chips, während herkömmliche elektrische Verbindungen bei höheren Leistungsniveaus an physische Grenzen stoßen.
Marvell adressiert den Markt mit Near-Packaged Optics und Co-Packaged Optics. Bei Near-Packaged Optics werden optische Komponenten nahe am Prozessor platziert, bleiben jedoch auf einem separaten Substrat. Co-Packaged Optics integriert optische Transceiver direkt in das Chip-Gehäuse. Beide Ansätze sollen Latenz und Stromverbrauch im Vergleich zu steckbaren optischen Modulen am Rand eines Server-Racks reduzieren.
Übernahmen und Partnerschaften
Marvell hat seine Kompetenzen durch Übernahmen erweitert. Im Dezember 2025 erwarb das Unternehmen Celestial AI für etwa 3,25 Mrd. Dollar und integrierte damit dessen Technologie für Siliziumphotonik in Marvell. Siliziumphotonik nutzt Standardprozesse der Halbleiterfertigung zur Herstellung optischer Komponenten, wodurch diese potenziell kostengünstiger und leichter skalierbar sind als herkömmliche diskrete Optik.
Marvell übernahm außerdem XConn für rund 540 Mio. Dollar. Die Transaktion erweiterte das Portfolio des Unternehmens um Chiplet-Interconnect-Technologie. Chiplets sind kleinere, modulare Siliziumbausteine, die zu einem größeren Gehäuse zusammengesetzt werden. Ihre effiziente Verbindung bleibt eine bedeutende Herausforderung im Chipdesign.
Das Unternehmen hat seine Partnerschaft mit NVIDIA auf kundenspezifische Chips, optische Technologien und NVLink ausgeweitet. NVIDIA nutzt NVLink, seine proprietäre Hochgeschwindigkeitsverbindung, um GPUs in KI-Trainingsclustern zu verknüpfen. Marvell schloss zudem eine mehrjährige Liefervereinbarung mit Google, einem bedeutenden Abnehmer kundenspezifischer Netzwerkchips.
Nachfrage nach optischen Verbindungen
Große Hyperscaler bauen Cluster mit Zehntausenden Beschleunigern auf, die mit Geschwindigkeiten von Terabit pro Sekunde kommunizieren müssen. Elektrische Kupferverbindungen verlieren über größere Entfernungen an Leistung und erzeugen bei hohen Datenraten erhebliche Wärme. Optische Verbindungen vermeiden diese Einschränkungen über die Entfernungen, die innerhalb eines Rechenzentrums typischerweise relevant sind.
Die Marvell-Aktie ist um mehr als 180 % im Jahr 2026 gestiegen, nachdem mehrere Analysten ihre Einschätzungen angehoben hatten und sich der Finanzausblick des Unternehmens verbessert hatte.