NachrichtenAktienKalshi beantragt US-Zulassung für Perpetual Futures auf Tesla, Apple und Nvidia

Kalshi beantragt US-Zulassung für Perpetual Futures auf Tesla, Apple und Nvidia

Autor: CryptoBriefing·

Wichtige Erkenntnisse

  • Kalshi will bei CFTC und SEC die Zulassung für rund 60 Perpetual-Futures-Produkte auf einzelne Aktien und ETFs beantragen, zunächst auf Tesla, Apple und Nvidia.
  • Jeder Kontrakt würde 100 Aktien abbilden, eine Margin von etwa 15 % des Nominalwerts erfordern, an Werktagen 23 Stunden täglich gehandelt und ohne Verfallsdatum in bar abgerechnet werden.
  • Zugelassen wären nur Aktien mit einer Marktkapitalisierung von mindestens 100 Milliarden US-Dollar und einem durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen von 450 Millionen US-Dollar, wodurch die Auswahl zunächst weitgehend auf Mega-Cap-Unternehmen beschränkt wäre.
  • Kalshi hat sein Angebot bereits über den Kryptobereich hinaus erweitert: Das Unternehmen erhielt im Mai 2026 die CFTC-Genehmigung für Bitcoin-Perpetuals und führte im September 2026 Kontrakte auf Gold und Silber ein. Für seine Krypto-Perpetuals wurden Berichten zufolge Nominalvolumina von mehreren zehn Milliarden US-Dollar erzielt.
  • Der Plan stößt auf Widerstand. Dazu gehören eine im Juni 2026 eingereichte Klage der CME Group gegen die CFTC wegen der Genehmigungen für Perpetual Futures sowie der Hinweis von Citadel Securities, Aktien-Perpetuals könnten einen Schattenmarkt mit Compliance-Lücken bei Insiderhandel, Positionsmeldungen und Anlegerschutz schaffen.
Kalshi beantragt US-Zulassung für Perpetual Futures auf Tesla, Apple und Nvidia

Kalshi, die in New York ansässige Derivatebörse, die für ihre Prognosemärkte bekannt ist, will die behördliche Genehmigung beantragen, um Perpetual-Futures-Kontrakte auf einzelne Aktien anzubieten – zunächst auf Tesla, Apple und Nvidia. Damit würde das Unternehmen ein von Kryptobörsen weit verbreitetes Produkt auf einige der meistgehandelten Aktien der Vereinigten Staaten ausweiten.

Vorgeschlagene Kontrakte

Der Antrag, der voraussichtlich sowohl bei der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) als auch bei der Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht wird, soll etwa 60 an Aktien und börsengehandelte Fonds gekoppelte Perpetual-Futures-Produkte umfassen. Jeder Kontrakt würde 100 Aktien abbilden, wobei eine Mindestmargin von etwa 15 % des Nominalwerts erforderlich wäre.

Für die zugrunde liegenden Aktien wären eine Mindestmarktkapitalisierung von 100 Milliarden US-Dollar und ein durchschnittliches tägliches Handelsvolumen von mindestens 450 Millionen US-Dollar erforderlich. Diese Vorgaben würden die Produktpalette zunächst weitgehend auf Mega-Cap-Unternehmen beschränken.

Die Kontrakte sollen 23 Stunden täglich an fünf Tagen pro Woche gehandelt und statt durch physische Lieferung in bar abgerechnet werden. Anders als traditionelle Futures haben Perpetual-Kontrakte kein Verfallsdatum. Trader können Positionen unbegrenzt halten, während regelmäßige Finanzierungszahlungen die Kontraktpreise an die zugrunde liegenden Vermögenswerte angleichen sollen. Diese Struktur würde zugelassenen Tradern eine zusätzliche Möglichkeit bieten, mithilfe von Margin Positionen auf einzelne Aktien einzugehen, ohne dass die Aktien geliefert werden müssen.

Regulatorischer Hintergrund

Kalshi erhielt im Mai 2026 die Genehmigung der CFTC für Bitcoin-Perpetual-Kontrakte und führte im September 2026 Perpetual-Kontrakte auf Gold und Silber ein. Berichten zufolge haben die Krypto-Perpetual-Futures des Unternehmens ein Nominalhandelsvolumen von mehreren zehn Milliarden US-Dollar erzielt.

Da Aktien Wertpapiere sind, würden die vorgeschlagenen Kontrakte in den Zuständigkeitsbereich sowohl der CFTC als auch der SEC fallen. Single-Stock-Futures wurden in den Vereinigten Staaten nach dem Commodity Futures Modernization Act von 2000 formal legalisiert, doch die Produktkategorie konnte sich kaum durchsetzen – unter anderem wegen der Komplikationen, die durch die gemeinsame Aufsicht der beiden Behörden entstanden. Der erwartete Antrag würde daher die Behandlung von Aktien-Perpetuals durch die Aufsichtsbehörden in den Mittelpunkt der nächsten Phase des Vorhabens rücken.

Bedenken der Branche

Der Vorschlag erfolgt vor dem Hintergrund rechtlicher und branchenweiter Widerstände gegen Perpetual Futures. CME Group reichte im Juni 2026 Klage gegen die CFTC ein und warf der Behörde vor, Perpetual-Futures-Kontrakte unrechtmäßig genehmigt zu haben.

Auch Citadel Securities äußerte Bedenken, dass Aktien-Perpetuals einen parallelen Schattenmarkt schaffen könnten, wodurch möglicherweise Compliance-Lücken bei Themen wie Insiderhandel, Positionsmeldungen und Anlegerschutz entstehen.

Kalshi erwägt zudem Perpetual Futures auf Agrarrohstoffe. Das Unternehmen bietet bereits Perpetual-Kontrakte auf Kupfer und Aktienindizes an; Berichten zufolge gehört auch WTI-Rohöl zu den Produkten, die in Betracht gezogen werden.

Quelle: CryptoBriefing