Marvell-Aktie steigt vor den Q2-Zahlen, da Alphabet-Deal und KI-Nachfrage im Fokus stehen
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Wall Street erwartet für Marvells fiskalisches Q2 2027 ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,93 US-Dollar und einen Umsatz von 2,72 Milliarden US-Dollar.
- •Marvell hat in sieben der letzten acht Quartale die EPS-Schätzungen übertroffen und in allen acht Quartalen die Umsatzerwartungen erfüllt oder übertroffen.
- •Der jüngste kundenspezifische Silizium-Deal mit Alphabet enthielt Optionsscheine im Zusammenhang mit möglichen Käufen im Wert von 120 Milliarden US-Dollar.
- •NVIDIAs jüngste Zahlen haben die Messlatte für Marvell höher gelegt und die starke Nachfrage nach KI-Infrastruktur entlang der Lieferkette hervorgehoben.
- •Die Marvell-Aktie notierte vor der Veröffentlichung bei rund 242,86 US-Dollar, nach einem Plus von 188% seit Jahresbeginn und mehr als 217% in den vergangenen 12 Monaten.

Marvell Technology berichtet die Ergebnisse für das fiskalische Q2 2027 nach Börsenschluss am Donnerstag, den 27. August, einen Tag nachdem NVIDIA ein starkes Quartal vorgelegt hatte, das eine anhaltende Nachfrage nach KI-Infrastruktur signalisiert.
Die Aktie von Marvell Technology, Inc. (MRVL) notierte vor der Veröffentlichung bei rund 242,86 US-Dollar und lag damit am Tag um etwa 0,91% im Minus. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 188% zugelegt und ist in den vergangenen 12 Monaten um mehr als 217% gestiegen.
Die Wall Street erwartet ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,93 US-Dollar und einen Umsatz von 2,72 Milliarden US-Dollar. Marvell hat in 7 der vergangenen 8 Quartale die EPS-Schätzungen übertroffen und in allen 8 Quartalen die Umsatzerwartungen erfüllt oder übertroffen.
NVIDIAs Zahlen vom Mittwoch waren kaum zu übersehen. Der Chiphersteller meldete einen Umsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar, wobei der Umsatz im Rechenzentrum im Jahresvergleich um 117% stieg. Für das kommende Quartal stellte das Unternehmen einen Umsatz von 108 Milliarden US-Dollar in Aussicht, deutlich über den Erwartungen.
Das setzt die Messlatte für Marvell hoch, zumal der Markt Unternehmen belohnt, die zeigen können, dass sich die KI-Nachfrage über die größten GPU-Anbieter hinaus ausweitet. Anleger werden beobachten, ob sich die Ausgaben in die Netzwerk-, Interconnect- und kundenspezifischen Siliziumebenen verlagern, in denen Marvell tätig ist.
Das Rechenzentrumssegment von Marvell wächst schnell, da Hyperscaler weiter stark in ihre Netze investieren. Daher werden die Aussagen des Managements zu Nachfragetrends für alle besonders wichtig sein, die verfolgen, ob die KI-Ausgaben entlang der Lieferkette breiter werden. Dieses Segment dürfte am Donnerstag am genauesten beobachtet werden.
Kundenspezifischer Chip-Deal im Fokus
Der derzeit am meisten beachtete Teil der Marvell-Geschichte ist das Geschäft mit kundenspezifischen Chips. Das Unternehmen hat kürzlich einen Vertrag mit Alphabet unterzeichnet, der Optionsscheine im Zusammenhang mit möglichen Käufen im Volumen von 120 Milliarden US-Dollar enthielt.
Diese Nachricht verunsicherte Broadcom, das lange als führend bei kundenspezifischen KI-Chips galt, und die Aktie fiel nach der Ankündigung um mehr als 10%. Für Marvell war der Deal ein klares Signal, dass die Ambitionen im Bereich kundenspezifischer Chips an Zugkraft gewinnen.
Alle Kommentare des Managements zur Pipeline für weitere Aufträge im Bereich kundenspezifischer Chips dürften im Earnings-Call große Aufmerksamkeit erhalten.
Bewertung lässt wenig Spielraum
Nach einem Anstieg von fast 30% allein im vergangenen Monat wird die Aktie derzeit mit rund dem 84-Fachen des Gewinns der letzten zwölf Monate und etwa dem 25-Fachen des Umsatzes bewertet. Eine solche Bewertung lässt nur wenig Raum für eine Verfehlung der Prognose.
Diese Berichtssaison hat wiederholt gezeigt, dass selbst starke Ergebnisse zu einem Ausverkauf führen können, wenn der Ausblick nur den Erwartungen entspricht. Marvell sieht sich derselben Dynamik gegenüber.
Historisch hat sich die Aktie nach den Zahlen gut entwickelt. In 6 der vergangenen 8 Handelssitzungen nach Quartalszahlen legte sie zu, darunter ein Plus von 23% nach dem Bericht für Dezember 2024 und ein Anstieg von 18% nach den Ergebnissen für März 2026.
Die beiden negativen Sitzungen brachten Rückgänge von 19,81% und 18,6%, was zeigt, dass die Schwankungen in beide Richtungen gehen können.
Unter 39 Analysten hat Marvell einen Moderate-Buy-Konsens mit einem durchschnittlichen Kursziel von 258,42 US-Dollar, rund 4% über dem aktuellen Kurs. Das optimistischste Kursziel an der Wall Street liegt bei 400 US-Dollar.
Eine separate Gruppe von 27 Analysten vergibt ein Strong-Buy-Rating mit einem höheren durchschnittlichen Kursziel von 295,42 US-Dollar.
Das Handelsvolumen am Donnerstag lag bei rund 8 Millionen Aktien und damit deutlich unter dem dreimonatigen Tagesdurchschnitt von 37,71 Millionen, was darauf hindeutet, dass Händler auf die Ergebnisse warteten, bevor sie größere Positionen eingingen.