Angriffe, Preisspitzen und ein Halloween-Aufschrei: Die Märkte stellen sich auf einen volatilen September ein
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Rohölpreis stieg nach erneuten US-Bombardierungen im Iran in zwei Wochen um rund 13 % auf etwa 91,80 USD; das Risiko für die Ölversorgung bleibt erhöht.
- •Dell erhöhte die EPS-Prognose für das Geschäftsjahr 2027 auf nahe 25,50 USD gegenüber 18,99 USD, getrieben von einem Rechenzentrumsmarktanteil von 40 % infolge der KI-Infrastrukturnachfrage.
- •Nvidia verhandelt Berichten zufolge über die Übernahme von Hugging Face für 12,9 Milliarden USD – ein Deal, der Spannungen zwischen Jensen Huang und Sam Altman geschaffen hat.
- •Dick's Sporting Goods verlor rund 30 %, nachdem die vergleichbaren Umsätze von Foot Locker um 3,6 % gefallen waren – ein Signal für Sorgen bei den Konsumausgaben.
- •Der August-Arbeitsmarktbericht am Freitag sowie ADP-, JOLTS- und ISM-Daten werden wichtige Signale zu Arbeitsmarkt und Industrie für die Zinsrichtung liefern.

Anleger bereiten sich auf Turbulenzen vor, da der September beginnt – historisch einer der schwächsten Monate für US-Aktien, ein saisonales Muster, das die Vorsicht an den Märkten zusätzlich verstärkt. Die neueste Folge des Podcasts DH Unplugged mit dem Titel „Strikes, Spikes, Hikes", veröffentlicht am 1. September, zeichnet das Bild eines Marktes, der „elefantig" wird, wobei die Gastgeber Andrew Horowitz und John C. Dvorak die Kräfte, die die letzte Etappe des Jahres 2026 prägen, skeptisch beleuchten.
Die Folge konzentriert sich auf die erneuten US-Bombardierungen im Iran, die den Rohölpreis in zwei Wochen um rund 13 % auf etwa 91,80 USD in die Höhe getrieben haben. Diesel-Crack-Spreads senden Inflationswarnungen aus und sorgen bei Verbrauchern wie Politikern für zusätzliche Besorgnis – eine Erinnerung daran, dass Energiekosten sich direkt in Fracht- und Warenpreisen niederschlagen und eine inflationsbedingte Lockerungspolitik erschweren. Gleichzeitig steigen die Anleiherenditen, was auf wachsende Unruhe über die Fiskalpolitik und das Vertrauen in Institutionen hindeutet.
Horowitz, ein erfahrener Finanzberater, ließ sich bei der Diskussion über die wirtschaftliche Kommunikation der Regierung nicht in die Karten schauen: „Die Regierung ist gerade der Junge, der Wolf gerufen hat", sagte er und fügte hinzu, dass Finanzminister Scott Bessent „ein bisschen verrückt geworden ist beim Versuch, die Märkte zu manipulieren." Dvorak verband die Bewegungen am Anleihemarkt mit einem breiteren Vertrauensverlust und argumentierte: „Es ist eine Reihe sehr großer Vertrauensfaktoren." Er warnte, dass eine Eskalation der Zölle nach dem Vorbild der Smoot-Hawley-Zölle – der Gesetzgebung von 1930, die weithin mit einer Vertiefung der Weltwirtschaftskrise in Verbindung gebracht wird – signalisieren würde, dass Amerika nicht mehr an die eigene Wettbewerbsfähigkeit glaubt.
Amid dem Makro-Lärm boten die Unternehmenszahlen sowohl Lichtblicke als auch Warnungen. Dell übertraf die Erwartungen mit einer EPS-Prognose für das Geschäftsjahr 2027 von nahe 25,50 USD, gegenüber zuvor 18,99 USD, getragen von einem Rechenzentrumsmarktanteil von 40 %, der das Schicksal des Unternehmens an den laufenden Ausbau der KI-Infrastruktur bindet. Nvidia verhandelt Berichten zufolge über die Übernahme von Hugging Face für 12,9 Milliarden USD – ein Deal, der Spannungen zwischen Jensen Huang und Sam Altman geschürt hat und das jüngste Zeichen von Konsolidierungsdruck entlang des gesamten KI-Stacks. Auf der Negativseite stürzte Dick's Sporting Goods um rund 30 % ab, da die vergleichbaren Umsätze von Foot Locker um 3,6 % sanken – eine Warnung hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit der Konsumausgaben. Target sah sich wegen eines Clown-Kostüms mit einem Halloween-Backlash konfrontiert, was die Risiken von Markenfehlern in einem politisch aufmerksamen Konsumumfeld unterstreicht.
Die Gastgeber behandelten zudem staatliche Eigenkapitalbeteiligungen an Intel, MP Materials und Trilogy Metals sowie die Klage, die das Intel-Abkommen infrage stellt – ein ungewöhnlicher Einsatz öffentlichen Kapitals in privaten Chipherstellern, der Präzedenzfragen für künftige Interventionen aufwirft. Horowitz, der eine Short-Position in Intel offenlegte, fragte sich, warum Washington Rabattaktien erhält, die Kleinanlegern niemals angeboten werden. Dvorak stellte den US-Ansatz dem chinesischen Modell staatseigener Unternehmen gegenüber und hob GLM 5.3 Flash des chinesischen Labors Z.ai hervor, das Berichten zufolge ohne einen einzigen Nvidia-Chip trainiert wurde – ein Hinweis auf den sich verschärfenden KI-Wettbewerb zwischen den USA und China.
Die geopolitischen Spannungen bleiben hoch, nachdem Präsident Trump damit gedroht hat, der Iran werde als Land „völlig ausgelöscht", sollte er erneut Vergeltung üben – eine Rhetorik, die die Risikoprämie für die Ölversorgung ins Zentrum rückt. Die Gastgeber sprachen außerdem über LEGOs Umsatzsprung von 21 % in der ersten Jahreshälfte und die zunehmende Kontrolle der „Baseballkarten-Casino-Wirtschaft" durch japanische Aufsichtsbehörden. Im Blick nach vorn werden der August-Arbeitsmarktbericht am Freitag sowie ADP-, JOLTS- und ISM-Daten entscheidende Signale zur Stärke des Arbeitsmarktes und zur Industrieproduktion liefern, aus denen die Märkte die Richtung der Zinspolitik ablesen werden.
In ihrer weitreichenden Diskussion betonten Horowitz und Dvorak, dass Währungen, Aktien und private Bewertungen alle auf einem einzigen Faktor beruhen: Vertrauen. Ihr ungefilterter Kommentar bietet eine Linse auf einen Markt im Umbruch, während die letzten Monate des Jahres 2026 näher rücken.
Quelle: Citybuzz