Europäische Märkte warten auf weitere US-Iran-Entwicklungen und Jackson Hole, während die Daten gemischt bleiben
Wichtige Erkenntnisse
- •Das Schweizer Anlegervertrauen stieg im August auf +12.1 und erreichte damit den höchsten Stand seit Anfang 2025 sowie den zweiten Monat in Folge im positiven Bereich.
- •Der britische CBI-Saldo der Einzelhandelsumsätze fiel im August auf -48% und signalisiert eine deutliche Verschlechterung der Einzelhandelsbedingungen.
- •Die EZB-Vertreterin Isabel Schnabel sagte, die Inflation könne länger über 2% bleiben, und warnte, dass Erdgaspreise zusätzlichen Inflationsdruck erzeugen könnten.
- •In den USA stehen der PCE-Preisindex und die zweite Schätzung des BIP für das zweite Quartal im Fokus; für den Kern-PCE wird ein Anstieg von 3.3% gegenüber dem Vorjahr erwartet.
- •Die Märkte preisen eine Wahrscheinlichkeit von 65% dafür ein, dass die Federal Reserve die Zinsen auf der September-Sitzung des FOMC unverändert lässt.

Die Märkte waren in einer ruhigen, seitwärts gerichteten Sitzung verhalten, während Händler vor dem Jackson-Hole-Treffen weitere US-Iran-Entwicklungen abwarteten. Da es in Europa nur wenige neue Impulse gab, blieb der Fokus auf der nächsten Runde US-Daten und den Signalen der Zentralbanken, die das kurzfristige geldpolitische Umfeld prägen könnten.
Die heutigen Datenveröffentlichungen fielen begrenzt aus. In der Schweiz verbesserte sich die Anlegerstimmung im August weiter: Der UBS Investor Sentiment Index stieg auf +12.1 nach +10.0 im Juli. Das war der zweite Monat in Folge im positiven Bereich und der stärkste Wert seit Anfang 2025, was auf wachsenden Optimismus hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten der Schweiz hindeutet.
Im Vereinigten Königreich zeigte die CBI-Umfrage im August eine deutliche Verschlechterung der Einzelhandelslage. Der Saldo der Einzelhandelsumsätze fiel auf -48% nach -26%, wobei Händler schwache Nachfrage, eine schlechtere Stimmung und anhaltende Kürzungen bei Investitions- und Personalplänen meldeten. Für September werden weiterhin schwache Umsätze erwartet, allerdings dürfte sich das Tempo des Rückgangs verlangsamen. Auch die Einzelhandelspreisinflation dürfte sich beschleunigen. Die CBI forderte eine Reform der Gewerbesteuern und niedrigere Arbeitgeberabgaben, um das Vertrauen in den Sektor zu stärken.
Von der Europäischen Zentralbank sagte Isabel Schnabel, die Notenbank müsse frühzeitig handeln, um zu verhindern, dass Inflation in Löhne und breitere Preise durchschlägt. Sie ergänzte, die Inflation werde voraussichtlich für längere Zeit über dem 2%-Ziel bleiben. Zudem sagte sie, die Wirtschaft des Euroraums gewinne an Dynamik, und jede weitere Straffung werde datenabhängig bleiben. Schnabel verwies außerdem auf die Lage am Erdgasmarkt als Risiko, das erneuten Inflationsdruck auslösen könnte, und unterstrich damit, dass Energieentwicklungen für den Inflationsausblick relevant bleiben.
In der US-Sitzung liegt der Fokus auf dem PCE-Preisindex und der zweiten Schätzung des BIP für das zweite Quartal. Die PCE-Veröffentlichung zieht zwar häufig Aufmerksamkeit auf sich, ist aber in der Regel kein größerer Markttreiber, da sie sich im Vorfeld aus den CPI- und PPI-Daten ableiten lässt. Für den Kern-PCE wird ein Anstieg von 3.3% gegenüber dem Vorjahr erwartet, unverändert zum vorherigen Wert, während die Veränderung gegenüber dem Vormonat bei 0.2% nach 0.1% zuvor gesehen wird.
Der Markt preist derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 65% dafür ein, dass die Zinsen auf der September-Sitzung des FOMC unverändert bleiben. Diese Preisbildung wird weiterhin von einem möglichen US-Iran-Deal, dem Jackson-Hole-Treffen und dem nächsten CPI-Bericht beeinflusst, die zusammen die wichtigsten Prüfpunkte bleiben, um zu bestätigen, ob jüngste Daten und geldpolitische Signale den Ausblick stabil halten.