MARA-CEO Fred Thiel erklärt den strategischen Wechsel hin zu KI-Rechenzentren und weg vom Bitcoin-Mining
Wichtige Erkenntnisse
- •MARA plant, seine Energieinfrastruktur schrittweise auf KI-Rechenzentren umzustellen, während der Bitcoin-Mining-Betrieb während der Übergangsphase fortgesetzt wird.
- •KI-Rechenzentren erzielen pro verbrauchter Stromeinheit deutlich höhere Erlöse als Bitcoin-Mining-Operationen.
- •MARA verkaufte rund 20.000 Bitcoin aus seinen Reserven, um diskontierte Anleihen zurückzuzahlen und die Gesamtverschuldung abzubauen.
- •Thiel betrachtet Bitcoin primär als inflationsindexierten Wertspeicher und nicht als Anlage, die extreme Kurssteigerungen liefern dürfte.
- •Das Bitcoin-Halving im April 2024 reduzierte die Blockbelohnungen von 6,25 auf 3,125 BTC, verengte die Gewinnmargen im Mining-Sektor und veranlasste die Diversifizierung in KI-Infrastruktur.

Fred Thiel, CEO von MARA — einem der weltweit größten börsennotierten Bitcoin-Mining-Unternehmen — war in journalist Natalie Brunells Coin Stories-Programm zu Gast, wo er über die sich wandelnde Landschaft des Kryptowährungs-Minings, seine Einschätzung von Bitcoin und die strategische Neuausrichtung des Unternehmens auf Rechenzentren für künstliche Intelligenz (KI) sprach.
Ein zentrales Thema des Interviews war der wachsende Trend, dass Bitcoin-Miner ihre Energieinfrastruktur auf den Betrieb von KI-Rechenzentren umstellen. Dieser Strategiewechsel hat im Bergbausektor nach dem Bitcoin-Halving im April 2024 zunehmend Verbreitung gefunden. Das Halving reduzierte die Blockbelohnungen von 6,25 auf 3,125 BTC und verengte die Gewinnmargen branchenweit. Unternehmen wie Core Scientific, Hut 8 und Iris Energy haben ähnlich Partnerschaften im Bereich KI und Hochleistungsrechnen eingegangen, um ihre Erlöse zu diversifizieren. Thiel erklärte, dass KI-Rechenzentren pro verbrauchter Stromeinheit deutlich höhere Erlöse erwirtschaften als Bitcoin-Mining-Operationen.
Thiel wies darauf hin, dass MARA derzeit über eine Energiekapazität von mehr als 4 Gigawatt (GW) verfügt und beabsichtigt, an seinen Anlagen weiterhin Bitcoin zu minen, bis die Infrastruktur in KI-Rechenzentren umgewandelt ist. Er betonte, dass beide Betriebsbereiche während der Übergangsphase flexibel parallel geführt werden können.
„Ihr größter Kostenpunkt ist Strom. KI-Unternehmen zahlen deutlich mehr pro Elektron als im Mining. Aber wir können weiter Bitcoin minen, bis der Strom in das Rechenzentrum umgeleitet wird", sagte Thiel.
Thiel stellte zwar klar, dass er nicht den Glauben an Bitcoin verloren habe, räumte jedoch einen Perspektivwechsel ein. Er identifizierte Bitcoins wesentliche Schwäche als Anlageklasse: das Fehlen einer Rendite. Seiner Ansicht nach wird Bitcoin — in Abwesenheit geopolitischer Krisen oder schwerer inflationärer Belastungen — eher als ein inflationsindexierter, ausgewogener Wertspeicher fungieren, statt jene extremen Kurssteigerungen zu erleben, die einige als „unrealistisch" bezeichnet haben.
In Bezug auf den Verkauf von rund 20.000 Bitcoin aus den Reserven von MARA erklärte Thiel, dass das Unternehmen nicht als „Digital-Asset-Treasury-Unternehmen" agiere. Stattdessen beschrieb er den Besitz von Bitcoin als Bestandteil der übergreifenden Cash-Management-Strategie des Unternehmens. Die Erlöse aus dem Verkauf wurden verwendet, um diskontierte Anleihen zurückzuzahlen und die Gesamtverschuldung des Unternehmens abzubauen.