Fan-Token von Manchester United und Atletico Madrid offenbaren deutliche Liquiditäts-Kluft
Wichtige Erkenntnisse
- •Atletico Madrids ATM-Token notierte zwischen 1,63 $ und 1,67 $ bei einer Marktkapitalisierung von rund 14,75 Mio. $ und einem 24-Stunden-Handelsvolumen von über 4 Mio. $.
- •Manchester Uniteds MUFC-Token wies inkonsistente Liquiditätsdaten und deutlich dünnere Handelsaktivität auf im Vergleich zu Peer-Token wie ATM und dem CITY-Token von Manchester City.
- •Beide Clubs betreiben ihre Fan-Token-Programme über Socios.com, eine auf der Chiliz-Blockchain basierende Plattform, die Token-Inhabern Stimmrechte bei geringfügigen Clubentscheidungen einräumt.
- •Die britische Advertising Standards Authority bestätigte 2022 Entscheidungen gegen Arsenal FC wegen Fan-Token-Werbung, die die Risiken von Krypto-Investitionen verharmloste.
- •Trotz der überlegenen globalen Markenbekanntheit von Manchester United ist dessen Fan-Token im Vergleich zu Atletico Madrids Token unterdurchschnittlich abgeschnitten – ein Beleg dafür, dass eine Marke allein keinen Erfolg am Token-Markt gewährleistet.

Als Bryan Mbeumo Manchester United gegen Atletico Madrid in Führung brachte, erzählten zwei Fan-Token der beteiligten Clubs völlig unterschiedliche Geschichten über die Schnittstelle von Kryptowährung und Fußball.
Mbeumo, der im Juli 2025 von Brentford zu Manchester United wechselte, war während der gesamten Saison 2025/26 ein zuverlässiger Leistungsträger. Während das Match selbst weltweit Aufmerksamkeit erregte, war der Kontrast bei der Performance der digitalen Assets beider Clubs ebenso bemerkenswert.
Zwei Token, zwei Realitäten
Sowohl Manchester United als auch Atletico Madrid betreiben ihre Fan-Token-Programme über Socios.com, einer auf der Chiliz-Blockchain basierenden Plattform. Diese Token gewähren den Inhabern Stimmrechte bei bestimmten geringfügigen Clubentscheidungen, beispielsweise bei abstimmungsbasierten Wahlmöglichkeiten rund um Stadionerlebnisse oder Merchandising. Fan-Token entstanden um 2019 und 2020 als neue Produktkategorie, als Clubs wie Juventus, Paris Saint-Germain und Atletico Madrid zu den frühen Anwendern gehörten und sowohl Anhänger als auch Krypto-Händler für eine neue, an Sportfankultur geknüpfte Anlageklasse gewannen.
Der Fan-Token von Atletico de Madrid, ATM, notierte im Bereich von 1,63 $ bis 1,67 $ bei einer Marktkapitalisierung von rund 14,75 Mio. $. Sein 24-Stunden-Handelsvolumen hatte die Marke von 4 Mio. $ überschritten, was auf ein anhaltendes Engagement sowohl von Inhabern als auch von Spekulanten hindeutete. ATM gehörte zu den ersten Fan-Token, die auf der Chiliz-Plattform eingeführt wurden, und debütierte 2020 neben Token weiterer europäischer Spitzenclubs.
Der Fan-Token von Manchester United, MUFC, bot ein völlig anderes Bild. Die Liquiditätsdaten waren bestenfalls inkonsistent, und die Handelsaktivität war spürbar dünner als bei Vergleichs-Token wie ATM oder sogar dem CITY-Token von Manchester City.
Warum die Liquiditätslücke wichtig ist
Geringe Liquidität führt in der Regel zu größeren Bid-Ask-Spreads, stärkeren Preisabweichungen bei Trades und einer allgemeinen Zurückhaltung größerer Marktteilnehmer, Positionen einzugehen. Für gewöhnliche Anhänger kann dies bedeuten, dass das Einnehmen oder Schließen einer Position kostspieliger und weniger kalkulierbar wird.
Die Diskrepanz ist besonders auffällig, da Fan-Token bei hochkarätigen Spielen und großen Transferankündigungen in der Regel Volumenspitzen verzeichnen. Mbeumos Wechsel zu United im Juli 2025 war genau die Art von Schlagzeile, die das Interesse an MUFC hätte steigern sollen.
Der Fan-Token-Sektor sah sich zudem mit regulatorischen Widrigkeiten konfrontiert, die die Adoption beeinflussen könnten. Im Jahr 2022 bestätigte die britische Advertising Standards Authority Entscheidungen gegen Arsenal FC wegen Fan-Token-Werbung und befand, dass die Anzeigen die Risiken von Krypto-Investitionen verharmlosten. Derartige Kontrollen haben beeinflusst, wie Clubs diese Assets in verschiedenen Rechtsgebieten vermarkten.
Das vergleichsweise robuste Handelsökosystem von ATM deutet darauf hin, dass das Problem nicht der Kategorie der Fan-Token als solche innewohnt, sondern clubspezifisch ist.
Die weiterreichende Implikation für Beobachter des Chiliz-Ökosystems lautet: Markenbekanntheit allein garantiert keinen Erfolg am Token-Markt. Manchester United, weithin als einer der weltweit bekanntesten Fußballclubs betrachtet, hat erlebt, wie sein digitales Asset hinter einem spanischen Konkurrenten mit nur einem Bruchteil seiner weltweiten Anhängerschaft zurückblieb.