NachrichtenAktienMaersk rüstet Containerschiff erstmals mit Rotorsegel aus

Maersk rüstet Containerschiff erstmals mit Rotorsegel aus

Autor: FreightWaves·

Wichtige Erkenntnisse

  • Maersk rüstet ein 115 Fuß hohes Anemoi-Rotorsegel auf einem Containerschiff der Lima-Klasse mit 8.700 TEU nach; die Installation ist für Mitte 2027 geplant, getestet wird im regulären kommerziellen Betrieb auf Atlantikrouten.
  • Laut Anemoi spart jedes Rotorsegel typischerweise rund eine Tonne Treibstoff und drei Tonnen CO₂ pro Tag; üblicherweise werden drei bis fünf Einheiten pro Schiff installiert.
  • Windunterstützung ergänzt die Emissionsstrategie von Maersk, da sie keine neue Kraftstoffversorgungskette erfordert und auf bestehenden Schiffen nachgerüstet werden kann, die weiterhin konventionellen Kraftstoff nutzen.
  • 2025 nahm Maersk zehn Dual-Fuel-Methanolschiffe in Betrieb und rüstete 380 Schiffe nach, wodurch der EEOI des Überseegeschäfts auf einen Rekordtiefstand von 10,8 gCO₂e pro Tonnen-Seemeile sank; bis 2027 werden 25 Dual-Fuel-Schiffe im Einsatz erwartet.
  • Maersk strebt bis 2040 Netto-Null-Emissionen an; die Treibstoffeinsparungsdaten des Pilotversuchs werden darüber entscheiden, ob Rotorsegel flächendeckend in der Containerflotte eingesetzt werden können.
Maersk rüstet Containerschiff erstmals mit Rotorsegel aus

Maersk hat eine Vereinbarung zur Installation eines hochmodernen „Rotorsegels" auf einem seiner Containerschiffe unterzeichnet – der erste Schritt des Unternehmens in Richtung windunterstützter Antrieb für seine Überseeflotte.

Das 115 Fuß hohe Segel, entworfen von dem in London ansässigen Unternehmen Anemoi Marine Technologies, soll auf einem 984 Fuß langen Schiff der Lima-Klasse mit 8.700 TEU nachgerüstet werden. Die Installation ist für Mitte 2027 vorgesehen; anschließend soll das System im regulären kommerziellen Betrieb erprobt und getestet werden. Während der Testphase soll das Schiff auf den Nord- und Südatlantik-Routen von Maersk (OTC: AMKBY) eingesetzt werden – Strecken, auf denen beständige Querwinde im Atlantikkorridor genau die Betriebsbedingungen bieten, für die Rotorsegel konzipiert sind, da der rotierende zylindrische Mast über den Magnus-Effekt Vortrieb erzeugt, wenn Wind daran vorbeiströmt.

Laut den Spezifikationen von Anemoi installiert das Unternehmen üblicherweise drei bis fünf Rotorsegel pro Schiff, wobei jede Einheit täglich rund eine Tonne Treibstoff und etwa drei Tonnen CO₂ einspart. Da die Schifffahrt rund 90 % des Welthandels abwickelt und für nahezu 3 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, sind selbst schrittweise Treibstoffeinsparungen pro Schiff bedeutsam für Reedereien, die in den kommenden Jahren mit verschärften Kohlenstoffintensitätsvorgaben der International Maritime Organization konfrontiert sind.

Maersk betont, dass das Rotorsegel Teil einer breiteren, kraftstoffunabhängigen Strategie zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Überseegeschäft sei. Die aktuellen Prioritäten des Unternehmens liegen auf dem Ausbau klimafreundlicherer Kraftstoffe wie Bio- und E-Methanol, der Erweiterung der Dual-Fuel-Flotte sowie der Verbesserung der Netzwerk- und Schiffseffizienz. Windunterstützung fungiert dabei als ergänzender Hebel: Anders als alternative Kraftstoffe erfordert sie keine neue Kraftstoffversorgungskette und lässt sich auf bestehende Schiffe nachrüsten – ein wichtiger Punkt für eine Flotte von mehreren hundert Schiffen, die noch Jahre lang konventionellen Kraftstoff verbrennen wird.

Auch andere Reedereien haben Windunterstützung erprobt. Anfang dieses Jahres nahm CMA CGM das segelunterstützte Neoliner Origin in den Liniendienst auf, ein RoRo-Schiff, das den Hafen von Baltimore anläuft.

Im Jahr 2025 nahm Maersk zehn Dual-Fuel-Methanolschiffe in Betrieb und führte treibstoffsparende Nachrüstungen an 230 eigenen Schiffen und 150 Zeitcharterschiffen durch. Diese Maßnahmen halfen, den Energieeffizienzindikator (EEOI) des Überseegeschäfts auf einen Rekordtiefstand von 10,8 gCO₂e pro Tonnen-Seemeile zu senken. Bis 2027 erwartet Maersk 25 Dual-Fuel-Schiffe im Einsatz, womit langfristig 25 % der Flotte mit klimafreundlicheren Kraftstoffen betrieben werden können.

Das Unternehmen hat sich das Ziel gesetzt, bis 2040 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Ob die Verbrauchsdaten des Pilotversuchs Mitte 2027 eine breitere Einführung über die Containerflotte von Maersk hinaus stützen – und ob sich Rotorsegel auf großen Containerschiffen als praktikabel erweisen, wo Ladedeckfläche und Containerstapelhöhen die Installation erschweren – wird entscheidend sein, sobald der Versuch beginnt.

Quelle: FreightWaves - https://www.freightwaves.com/news/maersk-unfurls-new-sail-power-for-container-ship