Das globale Rennen um das Lithiumangebot beschleunigt sich – und ASX-Miner positionieren sich für die nächste Welle
Wichtige Erkenntnisse
- •US-Präsident Donald Trump sagte Anfang August zusätzliche US$2 Milliarden für den Sektor der kritischen Mineralien zu und verwies auf Sorgen um die Versorgungssicherheit für Verteidigung und Technologie.
- •Der globale Lithiummarkt soll von US$19.52 Milliarden im Jahr 2026 auf US$78.49 Milliarden bis 2034 wachsen, während die Nachfrage von 1.6 Millionen Tonnen im Jahr 2025 auf voraussichtlich 3.7 Millionen Tonnen bis 2030 steigt.
- •Die Preise für Spodumenenkonzentrat stiegen fast um das Vierfache und für Lithiumhydroxid nahezu um das Dreifache gegenüber den Tiefstständen von Mitte 2025, teils ausgelöst durch chinesische Minengenehmigungsstörungen.
- •Die IEA erwartet bis 2031 ein jährliches Wachstum der globalen Lithiumnachfrage von über 11%, wobei Batteriespeicher nach 108 GW neuer Kapazität im Jahr 2025 die am schnellsten wachsende Stromtechnologie sind.
- •Australien bleibt der weltweit größte Lithiumproduzent; die Minenproduktion soll bis 2031 jährlich um mehr als 8% wachsen, doch der Großteil der Raffineriewertschöpfung entstand historisch im Ausland.

Lithium, das bereits von einer starken Nachfrage und einer Preiswende profitiert, erhält weiterhin weltweit massive finanzielle Unterstützung. Doch die Geschichte dreht sich zunehmend um mehr als nur die zusätzliche Produktion von Lithium. Regierungen arbeiten auch daran, sicherere und stärker diversifizierte Lieferketten für kritische Mineralien aufzubauen, um ihre Abhängigkeit von ausländischen Quellen für Rohstoffe zu verringern, die als strategisch wichtig für ihre Volkswirtschaften, Technologiebranchen und die nationale Sicherheit gelten. Ein wesentlicher Teil dieses Vorstoßes spiegelt Chinas Dominanz im Midstream wider — das Land verfügt über den Großteil der weltweiten Kapazitäten zur Lithiumraffination und zur Verarbeitung von Batteriechemikalien, weshalb sich die westliche Politik nicht nur auf den Abbau, sondern auch auf Verarbeitung, Raffination und Recycling konzentriert.
Anfang August sagte US-Präsident Donald Trump dem Sektor der kritischen Mineralien weitere US$2 Milliarden zu. Die Investition spiegelt wachsende Sorgen in Washington wider, dass ein Mangel an sicheren inländischen Lieferungen die USA in strategisch wichtigen Branchen verwundbar machen könnte. Präsident Trump hat sich darüber geäußert, wie sich ein Angebotsmangel auf die Verteidigungs- und Technologiezukunft des Landes auswirken wird.
Die Unterstützung für den Abbau kritischer Mineralien und damit verbundene Projekte hat erneut die Bedeutung von Rohstoffen wie Lithium für die Energiezukunft Nordamerikas hervorgehoben. Präsident Trump sagt, die USA sollten eine „minerals superpower“ sein.
„Wir erobern Amerikas rechtmäßigen Platz als die minerals superpower der Welt zurück“, erklärte er.
Das Weiße Haus erklärte: „Critical materials build and power the modern world from cars to military weaponry and factory machinery to smartphones and computers. It is vital that the United States have sufficient and secure mining, processing, refining, manufacturing, and recycling to reduce reliance on foreign countries.“
Die USA sind nicht die einzige nordamerikanische Nation, die stark in den Aufbau einer lokalen Lieferkette investiert. Auch die kanadische Regierung hat im Rahmen nationaler Strategien Milliarden von Dollar für kritische Mineralien zugesagt, wobei einzelne Lithium- und Raffinationsinvestitionen zusammen Hunderte Millionen erreichen. Kanada hat eine breiter angelegte Critical Minerals Strategy im Wert von mehreren Milliarden Dollar gestartet, und Förderpakete haben insgesamt Milliarden an Kapital für Bergbau und Verarbeitung freigesetzt, auch wenn die genauen kumulierten Summen, die ausschließlich für Lithium über alle regionalen Zuschüsse hinweg bestimmt sind, Teil dieser größeren Förderrahmen für kritische Mineralien bleiben.
Dies könnte ein unterstützenderes Finanzierungs- und Politikumfeld für die wachsende Zahl ASX-notierter Miner schaffen, die in den USA und Kanada eine starke Lithium-Position aufbauen. Für diese Unternehmen ist die Richtung künftiger politischer Entscheidungen — etwa weitere Förderrunden, Genehmigungsreformen sowie Anreize für Abnahmeverträge oder Verarbeitung — neben dem zugrunde liegenden Rohstoffpreis ein zentraler Faktor für die Wirtschaftlichkeit nordamerikanischer Lithiumprojekte.
Marktwachstum und Nachfrage
Der weltweite Lithiummarkt insgesamt soll von US$19.52 Milliarden im Jahr 2026 auf US$78.49 Milliarden bis 2034 wachsen, getrieben von der steigenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und Energiespeichersystemen. Die globale Lithiumnachfrage erreichte 2025 1.6 Millionen Tonnen und soll bis 2030 auf 3.7 Millionen Tonnen pro Jahr steigen.
Die Lithiumpreise sind in den letzten 12 Monaten deutlich gestiegen: Spodumen-Konzentrat hat sich nahezu vervierfacht und Lithiumhydroxid sich von den Tiefstständen Mitte 2025 nahezu verdreifacht. Zwei bemerkenswerte Angebotsstörungen haben zu diesem Preisanstieg beigetragen: Das Auslaufen der Genehmigung der Mine Jianxiawo Mitte 2025 drosselte die Versorgung der chinesischen Lieferketten für Batteriemineralien, was später durch die Aufhebung abgelaufener Bergbaugenehmigungen der Lepidolith-Minen in der Provinz Jianxi im Dezember 2025 weiter verschärft wurde.
Die Internationale Energieagentur (IEA) ist eine weitere Institution, die davon ausgeht, dass Lithium und kritische Mineralien die Zukunft antreiben werden. Nach Angaben der IEA soll die globale Lithiumnachfrage bis 2031 jährlich um mehr als 11% steigen, da politische Rahmenbedingungen, bessere Technologie und sinkende Kosten die Verbreitung von Elektrofahrzeugen und den Ausbau von Batterie-Energiespeichersystemen (BESS) vorantreiben.
Die IEA bezeichnet Batterie-Energiespeichersysteme derzeit als die am schnellsten wachsende Stromtechnologie. Im Jahr 2025 wurden weltweit 108 GW neue Batteriespeicherkapazität installiert, 40% mehr als 2024. Dazu gehören auch die USA, wo 2025 ein Rekord von 58 GWh neuer BESS-Kapazität installiert wurde. Gleichzeitig soll der US-Absatz von Elektrofahrzeugen von 1.9 Millionen im Jahr 2026 auf fast 3.6 Millionen bis 2031 steigen.
In ihrem „Global Critical Minerals Outlook 2026“ stellte die IEA fest, dass die Nachfrage nach wichtigen Energierohstoffen in den vergangenen Jahren im Durchschnitt um fast 10% pro Jahr gewachsen ist und damit das Nachfragewachstum bei Basismetallen, das im Schnitt bei rund einem Prozent jährlich lag, deutlich übertroffen hat.
„Die Lithiumnachfrage war besonders stark und ist in den vergangenen zwei Jahren im Durchschnitt um rund 25% pro Jahr gestiegen. Bei den wichtigsten Energierohstoffen trug der Energiesektor 2025 im Durchschnitt rund 75% zum Nachfragewachstum bei, nach 70% im Jahr 2024.“
Australiens Position
Vor Ort bleibt Australien der weltweit führende Lithiumproduzent und wird diese Position voraussichtlich noch eine Zeit lang behalten. Das australische Office of the Chief Economist berichtete jüngst, dass das Land weiterhin der weltweit größte Lieferant von gefördertem Lithium bleiben werde, während die globale Lithiumförderung bis 2031 jährlich um 10% wachsen soll.
Weltweit soll die geförderte Lithiummenge auf fast 2.4 Millionen Tonnen (Mt) Lithiumcarbonat-Äquivalent (LCE) steigen, wobei China, Australien und Argentinien in diesem Zeitraum das Wachstum anführen. Das anhaltend starke Nachfragewachstum im Prognosezeitraum dürfte dazu führen, dass Australiens gesamte Minenproduktion bis 2031 jährlich um mehr als acht Prozent wächst. Während Australiens verarbeitete Produktion voraussichtlich um über 20% pro Jahr steigen wird, soll Spodumen im Prognosezeitraum den überwiegenden Teil des Werts der australischen Lithiumexporte ausmachen. Diese Dynamik unterstreicht eine gut dokumentierte Herausforderung für Australien: Das Land ist weltweit führend bei der Gewinnung, doch der Großteil der Wertschöpfung aus der Raffination zu batterietauglichen Chemikalien wurde historisch im Ausland realisiert — eine Lücke, die durch das erwartete Wachstum der australischen Raffineriekapazitäten teilweise geschlossen werden dürfte.
Für Investoren stellt sich zunehmend die Frage, woher die nächste Welle des Lithiumangebots kommen wird — und welche Projekte Teil der stärker diversifizierten Lieferketten werden können, die Regierungen derzeit aufzubauen versuchen. Das ist besonders relevant für die wachsende Zahl ASX-notierter Unternehmen, die Lithiumprojekte in Nordamerika und im Inland entwickeln. Wichtige Entwicklungen, die es zu beobachten gilt, sind das Tempo neuer staatlicher Förderzusagen und Genehmigungsergebnisse in den USA und Kanada, weitere chinesische angebotsseitige politische Entscheidungen der Art, die die jüngsten Preise beeinflusst haben, sowie der Fortschritt bei Australiens Raffineriekapazitäten.
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