Selbst konservative Rechtsexperten nennen den Senats-Deal mit Blanche „unverzeihlich“
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Senatoren Tillis und Cornyn kündigten eine Einigung mit AG-Kandidat Todd Blanche an, um IRS-Prüfungsschutz zu begrenzen und einen Anti-Weaponization-Fonds zu beenden, die Teil eines größeren DOJ-Vergleichs zu Vorwürfen der IRS-Benachteiligung konservativer Gruppen waren.
- •Mehrere Rechtsexperten, darunter Barbara McQuade und Josh Gerstein, halten die Vereinbarung für nicht rechtsverbindlich, da sie nach ihrer Ansicht nur Blanc... Auslegung darstellt und keine durchsetzbaren Folgen bei Verstößen enthält.
- •Der ursprüngliche Vergleich zwischen DOJ, IRS und Trump verlangt die Zustimmung aller drei Parteien zu Änderungen, was Kritiker als Beleg dafür sehen, dass Blanc... Zusage gegenüber den Senatoren nicht einseitig durchsetzbar ist.
- •Carissa Byrne Hessick warnte, dass nichts in Blanc... Schreiben ihn daran hindert, den beendeten Fonds nach der Bestätigung wiederzubeleben.
- •Der Widerstand gegen Blanc... Nominierung kam auch aus konservativen Kreisen, darunter Gregg Nunziata und Quin Hillyer, die den Senat aufforderten, den Kandidaten abzulehnen.

Die Senatoren Thom Tillis (R-N.C.) und John Cornyn (R-Texas) veröffentlichten am Montag eine gemeinsame Erklärung, in der sie Vertrauen in eine Einigung mit Präsident Donald Trumps Kandidaten für das Amt des Justizministers, Todd Blanche, bekundeten. Blanche hatte Trump im strafrechtlichen Schweigegeldfall als persönlicher Verteidiger vertreten, bevor er für die Leitung des Justizministeriums nominiert wurde. Rechtsanalysten und Wissenschaftler aus dem gesamten politischen Spektrum nutzten jedoch rasch die sozialen Medien, um die Gesetzgeber anzugreifen und zu argumentieren, dass die Vereinbarung keinerlei rechtlich bindende Wirkung habe.
"From the outset, Senator [Cornyn] and I were clear that we needed a written document addressing our concerns on the IRS audit agreement and the anti-weaponization fund that included constraining the scope of audit protection by limiting it to the parties of the Settlement Agreement and legally ending the anti-weaponization fund," schrieb Tillis auf X.
Die Erklärung fuhr fort: "We are pleased that the Department of Justice has issued a formal order terminating the anti-weaponization fund. Additionally, the Department has acknowledged in a binding written order that the audit settlement is limited to the plaintiffs and the scope does not extend beyond the defendants in the lawsuit, the IRS and the Treasury, addressing concerns that multiple of our Republican colleagues share."
Im Zentrum der Einigung stehen zwei umstrittene Elemente eines umfassenderen DOJ-Vergleichs, mit dem Klagen beigelegt wurden, in denen behauptet wurde, die IRS habe konservative Gruppen unzulässig ins Visier genommen. Das erste Element schränkte Schutzregelungen bei Steuerprüfungen ein, vor denen Kritiker gewarnt hatten, sie könnten Trump-Verbündete vor Prüfungen bewahren; das zweite Element schaffte einen Fonds ab, der für Personen vorgesehen war, die behaupteten, unter der vorherigen Regierung zu Unrecht verfolgt worden zu sein.
Der Politico-Reporter für Rechtsfragen, Josh Gerstein, widersprach dieser Darstellung. "Not at all clear that the narrowing of the IRS claims waiver in the Trump settlement is 'binding,'" schrieb er auf X. "That's simply Blanche's interpretation at this point. Nothing to stop other Trump family members, affiliates, trusts, etc., from claiming they can rely on the original wording."
Juristische Experten und Wissenschaftler schlossen sich dieser Einschätzung an, bezeichneten Blanc... Versprechen gegenüber Tillis und Cornyn als "sham" und betonten, dass die Vereinbarung keine durchsetzbaren Konsequenzen habe, falls Blanche sie breche.
Die frühere Bundesstaatsanwältin und Professorin an der University of Michigan Law School, Barbara McQuade, sagte: "Blanche's appeasement is hollow. Trump still gets immunity from tax audits worth $100 million. And last week's payout to abortion clinic blocker shows the path to payouts to rewrite history will be individual settlements instead of one designated fund." (X)
Ben Meiselas wies darauf hin, dass der Vertrag zwischen dem Justizministerium, der IRS und Trump die Zustimmung aller drei Parteien zu Änderungen erfordert. "This is an unenforceable sham document," sagte er.
Der Anwalt und Mitgründer des Lincoln Project, George Conway, markierte beide Senatoren und stimmte zu: "This cannot be emphasized enough."
Die Professorin für Strafrecht an der University of North Carolina, Carissa Byrne Hessick, äußerte auf X eine separate Sorge: "Others might have a different impression, but I see nothing in Blanche's letter that would prevent him from reviving the fund the moment that he is confirmed. Sen. Cornyn is a former state AG and judge on the TX Supreme Court ... so I imagine he is aware of this as well."
Die Sicherheitsexpertin Marcy Wheeler äußerte sich auf X ähnlich deutlich: "The order is not remotely binding. And you're still [clapping] that Trump will get excused from his $200 million known tax dodge, the money laundering Capital Bank just disclosed and the bribes he accepted between November 2024 and end of 2025. Why do you love crime so much, Tillis?"
In einem Folgebeitrag fügte Wheeler hinzu: "Let's be honest. Tillis' concerns were the POLITICS of the corruption, not the corruption itself. This gives the GOP top cover through the election ... and then Blanche will forgive more Trump crimes afterwards."
Der Streit verdeutlicht eine breitere Spannung im Bestätigungsverfahren: Senatoren holen von Nominierten normalerweise politische Zusagen durch schriftliche Versicherungen ein, doch diese Zusagen beruhen im Allgemeinen auf dem guten Glauben des Nominierten und nicht auf gerichtlich durchsetzbaren Verpflichtungen. Kritiker argumentieren, dass dieses Modell besonders fragil ist, wenn der Nominee zuvor ein Anwalt-Mandant-Verhältnis mit dem Präsidenten hatte.
Die Kritik kam nicht nur aus progressiven juristischen Kreisen. Auch der von der Federalist Society anerkannte konservative Anwalt Gregg Nunziata sprach sich gegen Blanc... Nominierung aus. "Mr. Blanche demonstrated his unfitness to serve as Attorney General before the slush fund and the tax immunity deal; any purported limitations on the latter cannot possibly cure his manifest defects," schrieb Nunziata auf X. "To perform its constitutional duty as a check, the Senate should vote no."
Der konservative Kolumnist Quin Hillyer äußerte sich auf X ähnlich: "Blanche rescinds Trump's 'Anti-Weaponization Fund' amid AG confirmation pressure 1.) Blanche still isn't close to being fit for AG 2.) Federal Vacancies Reform Act badly needs reform and stricter limits 3.) Blanche's lawfare vs. Trump's enemies = inexcusable."