Ledger schließt Ethereum-Signaturschwachstelle, über die bösartige dApps Transaktionen während der Freigabe austauschen konnten
Wichtige Erkenntnisse
- •Eine Race-Condition-Schwachstelle im Signaturprozess der Ethereum-App von Ledger könnte einer bösartigen dApp ermöglicht haben, das Gerät eine Transaktion anzeigen zu lassen, während tatsächlich eine andere signiert wurde.
- •Forscher meldeten die Schwachstelle am 21. August an Ledger und validierten das Verhalten auf einem Ledger-Gerät; die Schwachstelle wurde am 24. August öffentlich gemacht.
- •Das Problem wurde in einem Update der Ethereum-App von Ledger behoben; Nutzer, die mit Ethereum-dApps interagieren, sollten Ledger Wallet aktualisieren und die neueste App-Version installieren.
- •Die Schwachstelle legte keine privaten Schlüssel offen und kompromittierte Ledger-Geräte nicht umfassend; sie betraf die Integrität der Transaktionsdaten während eines bestimmten Signaturprozesses.
- •Der Vorfall unterstreicht die anhaltende Bedeutung der Überprüfung von Transaktionsdetails auf dem Bildschirm der Hardware-Wallet – ein Ziel, das auch von Ethereums Clear-Signing-Initiative verfolgt wird.

Ledger hat eine Schwachstelle in bestimmten Transaktionssignaturprozessen von Ethereum behoben, durch die eine bösartige dezentrale Anwendung (dApp) eine Transaktion hätte austauschen können, während der Nutzer sie noch prüfte. Die Schwachstelle lag an der Sicherheitsgrenze zwischen einer dApp und Ledgers Ethereum-Signaturprozess – dem Punkt, an dem Nutzer auf die Hardware-Wallet angewiesen sind, um genau zu bestätigen, welche Transaktion sie autorisieren möchten.
Die Schwachstelle wurde am 24. August öffentlich gemeldet, nachdem Sicherheitsforscher eine Race-Condition-Schwachstelle im Signaturprozess der Ethereum-App identifiziert hatten. Den Berichten zufolge könnte ein Angreifer den Signaturprozess potenziell so ausnutzen, dass das Gerät eine Transaktion anzeigte, während tatsächlich eine andere signiert wurde.
So könnte der Angriff ablaufen
Das Risiko konzentrierte sich auf das Intervall zwischen der Prüfung der Transaktion und der endgültigen Freigabe. Eine bösartige dApp mit Zugriff auf die Geräteverbindung könnte in diesem Zeitfenster versuchen, andere Transaktionsdaten einzuschleusen.
Ein solches Szenario würde einen der Kernschutzmechanismen einer Hardware-Wallet untergraben: Nutzern zu ermöglichen, Transaktionsdetails vor dem Signieren auf einem vertrauenswürdigen Gerät zu überprüfen. Ledgers Ethereum-Tools legen durch ihre Clear-Signing-Architektur Wert auf menschenlesbare Transaktionsinformationen, die Freigaben leichter überprüfbar machen sollen.
Sicherheitsberichten zufolge wurde die Schwachstelle am 21. August an Ledger gemeldet, und Forscher validierten das Verhalten auf einem Ledger-Gerät. Das Problem wurde anschließend in einem Update der Ethereum-App behoben.
Nutzer sollten vor dem Signieren aktualisieren
Ledger-Nutzer, die mit Ethereum-dApps interagieren, sollten Ledger Wallet aktualisieren und die neueste für ihr Gerät verfügbare Ethereum-App installieren. Nutzer sollten außerdem weiterhin die Transaktionsdetails vor der Freigabe direkt auf der Hardware-Wallet überprüfen, da die relevante Vertrauensgrenze der Moment ist, in dem das Gerät anzeigt, was signiert wird.
Die Schwachstelle bedeutet nicht, dass Ledger-Geräte generell kompromittiert waren oder dass private Schlüssel offengelegt wurden. Vielmehr betraf das gemeldete Problem die Integrität der Transaktionsdaten, die während eines bestimmten Signaturprozesses angezeigt wurden.
Der Vorfall zeigt auch, warum die Verifizierung von Transaktionen auch bei der Nutzung von Hardware-Wallets wichtig bleibt, zumal Ethereum-Anwendungen zunehmend auf Smart-Contract-Interaktionen setzen, die auf den ersten Blick schwerer lesbar sind. Ethereums umfassendere Clear-Signing-Initiative zielt darauf ab, diese Verifizierungsebene zu stärken, indem sie Nutzern verständliche Transaktionsdetails statt unverständlicher Vertragsdaten anzeigt.