Ledger behebt Schwachstelle in der Ethereum-App, die eine Transaktion anzeigen und gleichzeitig eine andere signieren konnte
Wichtige Erkenntnisse
- •Ledger hat eine Schwachstelle in seiner Ethereum-App behoben, durch die auf dem Gerätebildschirm eine Transaktion angezeigt werden konnte, während eine andere signiert wurde.
- •Der Fehler wurde von einem externen Forscher gemeldet und als schwerwiegend eingestuft, da er die Zusicherung brach, dass das, was ein Nutzer auf dem Display sieht, mit dem Signierten übereinstimmt.
- •Das Risiko ist bei Ethereum erhöht, wo viele Transaktionen Contract-Interaktionen sind, die schwerer zu überprüfen sind als einfache Zahlungen und Blind Signing erfordern können.
- •Ein separater Signaturfehler von Ledger wurde Anfang dieses Jahres mit Verlusten im Zilliqa-Netzwerk in Verbindung gebracht, was zeigt, wie Signaturfehler zu echtem Diebstahl führen können.
- •Nutzer sollten die Ethereum-App über Ledger Live aktualisieren und weiterhin jedes Transaktionsdetail auf dem Gerätebildschirm bestätigen, bevor sie es genehmigen.

Ledger hat eine Schwachstelle in seiner Ethereum-App behoben, durch die ein Gerät eine Transaktion auf dem Bildschirm anzeigen konnte, während im Hintergrund eine andere signiert wurde. Der Fehler traf den Kern des Versprechens einer Hardware-Wallet: dass das, was ein Nutzer auf dem Display sieht, genau dem entspricht, was genehmigt wird.
Was Ledger in seiner Ethereum-App behoben hat
Eine Hardware-Wallet ist ein kleines physisches Gerät, das Kryptowährungsschlüssel offline speichert. Das Update wurde in der Ledger-Ethereum-App eingespielt, der Software, mit der diese Geräte Ethereum-Transaktionen signieren. Ledger ist einer der meistgenutzten Hersteller von Hardware-Wallets, sodass eine Schwachstelle in diesem Signaturpfad potenziell eine große Nutzergemeinschaft erreichen konnte.
Das Problem war eine Diskrepanz. Laut dem Forscher, der das Problem meldete, konnte der Bildschirm eine Reihe von Transaktionsdetails anzeigen, während das Gerät etwas anderes signierte.
Eine solche Lücke wird als schwerwiegend eingestuft. Der Sinn einer Hardware-Wallet besteht darin, dass Nutzer eine Zahlung auf einem vertrauenswürdigen Bildschirm prüfen können, bevor sie diese genehmigen; wenn dem Display nicht vertraut werden kann, versagt dieser Schutzmechanismus. Ledger erklärt, dass der Signaturfehler bereits behoben wurde, wie crypto.news berichtete.
Warum die Transaktions-Diskrepanz für Ethereum-Nutzer wichtig ist
Die Sicherheit einer Hardware-Wallet beruht auf einer Gewohnheit: das Lesen des Gerätebildschirms vor dem Signieren. Nutzer bestätigen Betrag, Empfängeradresse und Aktion auf Hardware, die von einem gehackten Computer nicht leicht getäuscht werden kann. Eine Transaktion wird auf dem Computer vorbereitet und dann zur Genehmigung an das Gerät übergeben, wodurch der Bildschirm die Grenze zwischen einer nicht vertrauenswürdigen Maschine und den darin gespeicherten Schlüsseln bildet.
Wenn Display und Signatur voneinander abweichen, schützt diese Gewohnheit den Nutzer nicht mehr. Jemand könnte glauben, eine kleine Überweisung zu genehmigen, während tatsächlich etwas völlig anderes autorisiert wird.
Ethereum erhöht die Risiken noch weiter. Viele Ethereum-Transaktionen sind Contract-Interaktionen, also Aufrufe automatisierter Programme, die auf der Blockchain laufen. Diese sind schwerer zu lesen als eine einfache Zahlung, weshalb eine präzise Anzeige auf dem Gerät noch wichtiger ist. Die App enthält bereits eine Einstellung namens „Blind Signing“, die Nutzer für Contract-Aufrufe aktivieren müssen, die das Gerät nicht vollständig dekodieren kann; diese Option existiert gerade deshalb, weil sich manche Transaktionen nicht klar anzeigen lassen, was die Genauigkeit dessen, was der Bildschirm tatsächlich anzeigt, umso wichtiger macht.
Fehler, bei denen Display und Signatur auseinanderfallen, sind nicht auf ein einzelnes Produkt beschränkt. Anfang dieses Jahres wurde ein Signaturfehler von Ledger mit Verlusten im Zilliqa-Netzwerk in Verbindung gebracht, was zeigt, wie sich Signaturfehler zu echtem Diebstahl ausweiten können. Risiken auf der Signatur-Ebene gehen auch über Wallets hinaus, wie sich zeigte, als eine Autorisierungsschwachstelle Millionen von BounceBit-Token bewegte.
Was Ledger-Nutzer nach dem Patch tun sollten
Da Ledger ein Update bereitgestellt hat, besteht der erste Schritt darin, die Ethereum-App über Ledger Live zu aktualisieren und sich zu vergewissern, dass die aktuelle Version installiert ist. Änderungen können im öffentlichen Code der App und in den Release Notes im Repository der Ledger-Ethereum-App verfolgt werden, sodass dort auch spätere Korrekturen sichtbar werden, sobald sie erscheinen.
Nutzer sollten auch nach dem Update weiterhin jedes Transaktionsdetail auf dem Gerätebildschirm prüfen, bevor sie es genehmigen. Sollte die Anzeige des Geräts jemals von der Anzeige des Computers abweichen, ist das Ablehnen der Transaktion die sichere Standardreaktion. Der Bildschirm ist die letzte Verteidigungslinie, und sich die Zeit zu nehmen, ihn zu lesen, kostet nichts.
Die praktische Schlussfolgerung ist einfach: die App aktualisieren und dann dem vertrauen, was auf dem Hardware-Bildschirm angezeigt wird, nicht nur dem Computer.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Der Markt für Kryptowährungen und digitale Vermögenswerte birgt erhebliche Risiken. Führen Sie vor Entscheidungen immer Ihre eigene Recherche durch.