Cosmos Labs ordnet Einstellung der Cosmos-EVM-Chains an – Sicherheitsvorfall breitet sich über den gemeinsamen Stack aus
Wichtige Erkenntnisse
- •Cosmos Labs hat Validatoren, die Cosmos-EVM-basierte Chains betreiben, nach einem neuen Sicherheitsvorfall zur Einstellung des Betriebs aufgefordert.
- •MANTRA Chain pausierte nach dem Erkennen verdächtiger Aktivitäten die Blockproduktion und erklärte später, das Problem sei eingedämmt worden.
- •KiiChain meldete, dass ein Angreifer eine Schwachstelle ausnutzte, um Guthaben zu manipulieren und rund 148 Millionen KII abzuziehen.
- •Die gemeinsam genutzte Softwarearchitektur von Cosmos EVM bedeutet, dass eine Schwachstelle mehrere unabhängige Netzwerke gleichzeitig betreffen kann.
- •Cosmos Labs kündigte an, nach der Eindämmung des Vorfalls einen detaillierten Bericht zu veröffentlichen.

Cosmos Labs hat Validatoren, die Chains auf Basis seines Cosmos-EVM-Moduls betreiben, aufgefordert, den Netzbetrieb auszusetzen, nachdem ein neuer Sicherheitsvorfall im gesamten Ökosystem für Besorgnis gesorgt hat. Die Warnung erfolgte, während mehrere Cosmos-basierte Netzwerke Störungen erlebten und Exploits im Zusammenhang mit dem gemeinsam genutzten Software-Stack meldeten.
Die Warnung folgt auf eine turbulente Woche für Cosmos-EVM-Chains. MANTRA Chain stellte nach dem Erkennen verdächtiger Aktivitäten sein Netz ein und pausierte die Blockproduktion; später hieß es, der Vorfall sei eingedämmt worden. Laut dem Team waren zwei Wallet-Adressen betroffen, Nutzerfonds wurden jedoch nicht kompromittiert. Anschließend bereitete MANTRA eine gepatchte Software-Version vor und stimmte sich mit den Validatoren ab, bevor der Betrieb wieder aufgenommen wurde.
Auch KiiChain und TAC meldeten Sicherheitsvorfälle im Zusammenhang mit Schwachstellen in Komponenten, die mit der Cosmos-EVM-Umgebung verbunden sind. KiiChain teilte mit, dass ein Angreifer eine Schwachstelle ausnutzte, die eine unbefugte Manipulation von Guthaben ermöglichte, und über mehrere Transaktionen rund 148 Millionen KII, den nativen Token des Netzwerks, abzog, bevor die Chain eingefroren wurde.
Gemeinsam genutzte Software erhöht die Risiken im gesamten Ökosystem
Cosmos EVM bietet Cosmos-basierten Blockchains Kompatibilität mit der Ethereum Virtual Machine, sodass Entwickler Ethereum-artige Smart Contracts bereitstellen können, während sie auf dem Cosmos-Stack aufbauen. Der Nachteil dabei ist, dass eine Schwachstelle in einer gemeinsam genutzten Komponente potenziell mehrere unabhängige Netzwerke gleichzeitig betreffen kann.
Die aktuelle Warnung folgt auf eine zuvor in diesem Jahr offengelegte Schwachstelle in Cosmos EVM. Diese betraf eine fehlerhafte Zustandsverarbeitung bei verschachtelter EVM-Ausführung und führte zu Verlusten auf Saga EVM. Cosmos Labs veröffentlichte später eine dauerhafte Korrektur und koordinierte Upgrades mit den betroffenen Chains.
Das Risiko gemeinsam genutzter Komponenten zeigte sich im Cosmos-Ökosystem bereits früher. Im Oktober 2022 veranlasste eine kritische Schwachstelle im IBC-Protokoll zur Inter-Blockchain-Kommunikation koordinierte Notfall-Upgrades über mehrere Cosmos-basierte Netzwerke hinweg – ein früherer Fall, in dem die Reaktion davon abhing, dass Validatoren ihre Systeme geschlossen patchten, um die Exposition im gesamten Ökosystem einzudämmen.
Der aktuelle Vorfall wird noch untersucht, und Cosmos Labs hat angekündigt, nach der Eindämmung der Lage einen detaillierten Bericht zu veröffentlichen. Bis dahin bleibt für Validatoren unklar, welche Netzwerke weiterhin exponiert sind und ob weitere Chains betroffen sein könnten.
Der Vorfall verdeutlicht die Sicherheitsproblematik, mit der Blockchain-Ökosysteme konfrontiert sind, die auf gemeinsamer Infrastruktur basieren. Eine einzige Schwachstelle kann einen isolierten Exploit zu einem branchenweiten Vorfall ausweiten, weshalb schnelle Offenlegung, koordinierte Upgrades und die Zusammenarbeit der Validatoren entscheidend sind, um Verluste zu begrenzen.