Laura Loomer und Tucker Carlson geraten im MAGA-„Turf War“ über Trumps Außenpolitik und die Kehrtwende in der Ukraine-Frage aneinander
Wichtige Erkenntnisse
- •Laura Loomer hat ihre zuvor pro-russische Haltung zur Ukraine revidiert und unterstützt nun öffentlich Präsident Zelensky, nachdem sie jahrelang Kreml-Narrative verstärkt hatte.
- •Loomer befindet sich in einer erbitterten Rivalität mit anderen MAGA-Medienfiguren wie Tucker Carlson, Candace Owens und Megyn Kelly über die Ausrichtung von Trumps Außenpolitik.
- •Sophia Tesfaye von Salon beschreibt Loomers Kurswechsel als persönlichen Machtkampf statt als echte moralische oder ideologische Einsicht.
- •Der Streit zeigt, wie MAGA-Medienpersönlichkeiten ohne gewähltes Amt oder Fachkenntnis die außenpolitischen Debatten der Republikaner prägen.
- •Loomer hat geäußert, dass pro-russische Stimmen innerhalb der MAGA-Koalition die republikanischen Aussichten bei den bevorstehenden Zwischenwahlen schädigen könnten.

Die rechtsextreme Verschwörungstheoretikerin und selbst beschriebene "proud Islamophobe" Laura Loomer liegt mit anderen MAGA-Einflusspersonen über die Außenpolitik von US-Präsident Donald Trump im heftigen Streit, was auf eine deutliche Spaltung im Medienökosystem der Bewegung hindeutet. Der interne Konflikt verdeutlicht, wie ein loses Netzwerk aus Social-Media-Persönlichkeiten, Podcastern und Kommentatoren — viele ohne offizielle Regierungsfunktion — zu einem zentralen Schauplatz geworden ist, an dem republikanische außenpolitische Positionen verhandelt und geprägt werden.
Anders als MAGA-Isolationisten, die dafür eintreten, die Vereinigten Staaten aus dem Iran herauszuhalten, unterstützt Loomer Trumps Intervention im Iran uneingeschränkt. Zugleich hat sie ihre Haltung zu Ukraine dramatisch geändert und unterstützt nun öffentlich den ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky, nachdem sie jahrelang die Talking Points des russischen Präsidenten Vladimir Putin zum Russland-Ukraine-Konflikt verstärkt hatte.
Laut Sophia Tesfaye von Salon liefern sich Loomer und der frühere Fox-News-Moderator Tucker Carlson nun einen erbitterten "turf war" um die Ausrichtung von Trumps Außenpolitik. Die Analyse von Salon ordnet den Streit eher als Folge persönlicher Rivalität denn als Ausdruck ideologischer Überzeugung ein.
"The spectacle of Laura Loomer touching down in a Kyiv bomb shelter to announce her sudden conversion to supporting Ukraine in its war against Russia has been covered by much of the media as a sort of a political awakening," schreibt Tesfaye in Salon. "In a series of recent interviews with America's most prominent news outlets, the MAGA influencer and conspiracy theorist took a victory lap for discovering — nearly four-and-a-half years after Russia's brutal invasion of Ukraine — that Vladimir Putin is a liar. But what looks to be a surprising shift away from Russia is not a moral reckoning. It is a petty turf war amongst MAGA media — and Ukraine stands to benefit."
Tesfaye ergänzt: "Our unfortunate reality is that the shallow personal ambitions and petty feuds of MAGA influencers can dictate foreign policy. Loomer holds no elected office and possesses no genuine policy expertise, yet because she knows how to flatter the vulnerabilities of Donald Trump, she wields terrifying influence on the administration and its agenda."
Loomer behauptet nun, sie sei zuvor bei den Kreml-Talkingpoints zu Ukraine "bamboozled" worden. Berichte der Associated Press haben ihre jüngsten Interviews zu dieser Kehrtwende dokumentiert.
Tesfaye betont, dass Loomers "evolution" in der Ukraine-Frage "comes at precisely the moment when the Republican coalition is undergoing a bitter fight over what 'America First' is supposed to mean."
"The old MAGA formula — distrust Ukraine, NATO and GOP hawks, and view Putin as a potentially useful counterweight to American liberalism — is colliding with a newer reality related to Trump's ongoing and unpopular war of choice against Iran," erklärt Tesfaye. "Russia is increasingly difficult to portray as a friendly or even neutral power while it cooperates with the Islamic Republic…. Loomer's reversal is also inseparable from her rivalry with fellow podcasters Tucker Carlson, Candace Owens, Megyn Kelly and other right-wing media figures who have become increasingly hostile to Trump over Israel, Iran and the use of American military power."
Loomer selbst hat eingeräumt, dass die Spaltung im rechten Lager über Iran sie dazu veranlasst habe, Ukraine neu zu bewerten. Sie sagte, sie habe beobachtet, dass Personen, die sie als Gegner Trumps ansah, gleichzeitig russlandfreundliche Argumente vorgebracht hätten. Nun befürchtet sie, dass pro-russische Stimmen innerhalb der MAGA-Koalition "the biggest detriment to social cohesion" geworden seien, mit Blick auf das, nach allen glaubwürdigen Prognosen, schwierige Zwischenwahljahr für die Republikaner.
Tesfaye warnt jedoch davor, Loomers Kehrtwende in der Ukraine-Frage als "heroic" darzustellen.
"While Loomer works to convert MAGA to the Ukrainian cause," schreibt Tesfaye, "the press should stop treating her reversal as a heroic story about one brave influencer seeing the light. They should instead frame it for what it actually is: a split in MAGA media over Ukraine and Russia that is ultimately a domestic turf war disguised as statecraft."