NachrichtenAktienSüdkoreas KOSPI zeigt nach historischem Ausverkauf mit 2 Billionen Dollar an Marktwertverlust erste Stabilisierungssignale

Südkoreas KOSPI zeigt nach historischem Ausverkauf mit 2 Billionen Dollar an Marktwertverlust erste Stabilisierungssignale

Autor: CryptoBriefing·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der KOSPI-Index fiel vom Juni-Hoch um etwa 40%; der schwerste Tagesrückgang von 10,84% erfolgte am 28. Juli und vernichtete mehr als 2 Billionen Dollar an Marktwert.
  • Single-Stock-gehebelte ETFs auf die KI-Halbleiterführer Samsung und SK Hynix, die im Mai eingeführt wurden, verstärkten sowohl die Rally als auch den anschließenden Absturz durch Kaskaden von Margin Calls.
  • Südkoreanische Aufsichtsbehörden griffen Mitte bis Ende Juli ein, indem sie Hürden für den Handel mit gehebelten ETFs erhöhten, neue Produktnotierungen aussetzten und Margin-Anforderungen verschärften, um spekulative Aktivitäten einzudämmen.
  • Privatanleger, die einen dominanten Anteil am täglichen Handelsvolumen in Korea ausmachen, trugen den Großteil der Verluste; viele junge Trader und Rentner gerieten nach Investitionen mit geliehenem Geld tief in die Schulden.
  • Trotz einer Erholung um 18% in einer Sitzung Anfang August steht der KOSPI vor einem schwierigen Weg, da ein Verlust von 40% rund 67% Kursplus erfordert, um wieder den Breakeven zu erreichen.
Südkoreas KOSPI zeigt nach historischem Ausverkauf mit 2 Billionen Dollar an Marktwertverlust erste Stabilisierungssignale

Südkoreas Aktienmarkt zeigt nach seinem schlimmsten Ausverkauf seit Jahrzehnten womöglich erste Anzeichen einer Stabilisierung, auch wenn der Weg zur Erholung weiterhin steinig ist.

Der KOSPI-Index fiel während eines schweren Juli-Ausverkaufs, ausgelöst durch das rasche Auflösen gehebelter Retail-Positionen in KI-bezogenen Chip-Aktien, um etwa 40% gegenüber seinem Juni-Hoch bei rund 9.385 Punkten. Der Ausverkauf erreichte am 28. Juli seinen Höhepunkt, als der Index an einem Tag um 10,84% einbrach — der größte Tagesrückgang seit Monaten —, wodurch mehr als 2 Billionen Dollar an Marktwert vernichtet und mehrere Circuit-Breaker-Unterbrechungen ausgelöst wurden.

Gehebelte ETFs verstärkten den Ausverkauf

Südkoreanische Privatanleger hatten stark in Single-Stock-gehebelte ETFs investiert, die an Halbleiterunternehmen gekoppelt waren, die vom KI-Boom profitierten. Diese im Mai eingeführten Produkte zogen Anleger an, die vor dem Hintergrund steigender Wohnkosten und begrenzter Anlagealternativen schnelle Renditen suchten. Die Beteiligung von Privatanlegern am koreanischen Markt ist seit Jahren gestiegen; sie machen einen dominanten Anteil des täglichen Handelsvolumens aus — ein strukturelles Merkmal, das sowohl Rallys als auch Ausverkäufe stärker verstärkt als Märkte, die stärker von institutionellem Kapital geprägt sind.

Als sich die Marktstimmung drehte, verstärkten diese gehebelten Positionen die Verluste ebenso stark, wie sie zuvor die Gewinne vergrößert hatten. Margin Calls breiteten sich im Markt aus und zwangen Anleger, die eigentlich nicht verkaufen wollten, ihre Positionen zu Notpreisen zu liquidieren.

Privatanleger trugen den Großteil der Verluste. Berichte zufolge gerieten junge Trader und sogar Rentner, die auf geliehenes Geld gesetzt hatten, tief ins Minus. Der KOSPI steuerte je nach endgültigem Ergebnis auf seine schlechteste Monatsperformance seit entweder der globalen Finanzkrise 2008 oder der asiatischen Finanzkrise 1997 zu.

Aufsicht greift ein

Südkoreanische Regulierungsbehörden erhöhten Mitte bis Ende Juli die Hürden für den Handel mit Single-Stock-gehebelten ETFs und stoppten vorübergehend neue Notierungen dieser Produkte. Zudem wurden die Anforderungen für Margin-Handel verschärft, um den spekulativen Treibstoff zu entziehen, der den Einbruch beschleunigt hatte.

Anfang August verzeichnete der KOSPI in einer einzigen Sitzung einen Anstieg von 18%, eine abrupte Erholung, die verdeutlichte, wie stark komprimiert und extrem die Volatilität geworden war.

Ein Tagesgewinn von 18% klingt gut, bis man bedenkt, dass er nach einem Wertverlust von rund 40% erfolgte. Um einen Verlust von 40% auszugleichen, ist ein Anstieg von ungefähr 67% erforderlich, nur um wieder den Breakeven zu erreichen.

Die KI-Chip-Wette im Zentrum des Sturms

Unternehmen wie Samsung und SK Hynix stehen im Zentrum der globalen Lieferkette für Speicherchips, die den weltweiten Ausbau der KI-Infrastruktur versorgen. Südkoreanische Privatanleger wetteten stark darauf, dass die steigende Nachfrage nach KI-Hardware diese Aktien weiter nach oben treiben würde, und nutzten Hebel, um diese These zu verstärken. Als weltweite Unsicherheiten hinsichtlich der Halbleiternachfrage aufkamen — darunter zunehmender Wettbewerbsdruck durch chinesische Hersteller — wurden die gehebelten Positionen in diesen Werten zur Belastung.

Worauf es jetzt ankommt

Die regulatorischen Änderungen sind ein zweischneidiges Schwert. Strengere Kontrollen bei gehebelten ETFs und Margin-Handel sollten das Risiko einer weiteren Kaskade verringern, nehmen dem Markt jedoch zugleich eine bedeutende Quelle an Kaufkraft, die den Anstieg zuvor befeuert hatte.

Das Ausmaß der Verluste, das gewöhnliche Anleger im Juli erlitten, könnte die Beteiligung von Privatanlegern nachhaltig dämpfen — ein Merkmal, das den koreanischen Markt seit Jahren prägt. Wenn Menschen mit geliehenem Geld Verluste erleiden, bleiben die psychologischen Narben oft tiefer als die finanziellen.