Kospi fällt um 10,8 %, da Fortschritte Chinas im Chipbau Tech-Aktien erschüttern
Wichtige Erkenntnisse
- •Der südkoreanische Kospi fiel um 10,8 % auf 6.023,66 und verzeichnete damit einen der stärksten Tagesverluste seit Langem.
- •Samsung Electronics verlor 13,4 % und SK Hynix 14,7 %, womit Chipwerte den Abverkauf anführten.
- •Auslöser war ein Bericht, wonach China mit der großindustriellen Produktion im Inland entwickelter DUV-Lithographiesysteme begonnen hat.
- •CXMT, ein chinesischer Speicherchiphersteller, fiel am Dienstag um 4 %, nachdem die Aktie bei ihrem Shanghai-Debüt am Montag kurzzeitig um 466 % gestiegen war.
- •Auch die regionalen Märkte schwächten sich ab: Japans Nikkei 225 sank um 4 % und Taiwans Taiex um 4,7 %, während der Hang Seng in Hongkong um 0,3 % zulegte.

Die asiatischen Aktienmärkte gerieten am Dienstag unter Druck, als Sorgen über Chinas Fortschritte im Halbleiterbereich auf Technologieaktien übergriffen.
Der Kospi-Index fiel um 10,8 % auf 6.023,66 und verzeichnete damit seinen schwächsten Schlussstand seit Monaten. Im Verlauf der Sitzung wurden mehrfach Circuit Breaker ausgelöst, nachdem der steile Rückgang automatische Handelsunterbrechungen aktiviert hatte – ein Hinweis darauf, wie stark sich der Abverkauf auf Südkoreas Schwergewichte im Chipsektor konzentrierte.
Große Chiphersteller unter starkem Druck
Samsung Electronics verlor 13,4 %, während SK Hynix inmitten starken Verkaufsdrucks um 14,7 % einbrach. SK Hynix hatte kürzlich sein Wall-Street-Listing abgeschlossen; die Aktien waren beim Börsengang mit 149 $ bepreist worden. Bis zum Montagsschluss waren die in den USA gehandelten Wertpapiere bereits auf 143 $ gefallen und lagen damit unter dem Ausgabepreis.
Auslöser des deutlichen Abverkaufs war ein Bericht des Technologie-Nachrichtenportals The Information. Demnach hat China mit der großindustriellen Fertigung von im Inland entwickelten Deep-Ultraviolet- oder DUV-Lithographiesystemen begonnen. Diese Maschinen werden eingesetzt, um komplexe Schaltungsmuster auf Halbleiterwafer zu ätzen.
Der Bericht verstärkte die Sorge, chinesische Chiphersteller könnten den technologischen Abstand zu den weltweiten Branchenführern schneller verkleinern als von Anlegern erwartet. Das ist relevant, weil südkoreanische und taiwanische Unternehmen zentrale Zulieferer in den Speicher- und Foundry-Lieferketten sind, sodass Veränderungen in der wahrgenommenen Wettbewerbslage die Handelsaktivität in der Region rasch beeinflussen können.
Die Anlegerunsicherheit wurde zusätzlich durch CXMT verstärkt, einen chinesischen Speicherchiphersteller, der am Montag an der Shanghaier Börse debütierte und kurzzeitig um 466 % anstieg. Das Unternehmen nahm über das Angebot mindestens 8,6 Mrd. $ ein. Am Dienstag fiel die Aktie jedoch um 4 %.
Morningstar-Analysten sagten, der Markt sei angesichts von Chinas Fortschritten im Halbleiterbereich sichtbar „verunsichert“ gewesen. Der Aktienanalyst Jing Jie Yu bezeichnete den Abverkauf als „größtenteils eine reflexartige Reaktion und übertrieben“ und betonte, dass die dominante Marktposition etablierter globaler Chiphersteller voraussichtlich keinen größeren Störungen ausgesetzt sei.
Breitere asiatische Märkte geben nach
Der Verkaufsdruck breitete sich über die regionalen Märkte aus. Japans Nikkei 225 fiel um 4 % auf 62.364,92, während der taiwanische Taiex um 4,7 % nachgab; TSMC-Aktien verloren 3 %.
Der Hang Seng in Hongkong trotzte dem regionalen Trend und legte um 0,3 % zu. Der Composite-Index in Shanghai sank um 1,2 %.
In den Vereinigten Staaten gerieten Halbleiteraktien bereits am Montag unter Druck. Nvidia fiel um 5 %, Advanced Micro Devices um 5,2 % und Micron Technology um 2,3 %.
Auch die Ölpreise gaben um mehr als 2 % nach, nachdem Anzeichen darauf hindeuteten, dass sich die diplomatischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran etwas entschärften. Brent-Öl fiel auf 84,07 $ je Barrel, während die US-Benchmark-Sorte auf 80,99 $ sank.
Der S&P 500 beendete den Montag nahezu unverändert, der Dow Jones Industrial Average legte um 0,5 % zu und der Nasdaq rutschte um 0,2 % ins Minus.
Marktteilnehmer erklärten, ein Teil des Verkaufsdrucks sei Gewinnmitnahme nach der starken Rallye bei Aktien mit Bezug zu künstlicher Intelligenz. Seit Monaten nehmen die Fragen zu, ob der KI-Sektor die aktuellen Bewertungen rechtfertigen kann. Der Kursrückgang am Dienstag zeigte, wie schnell Halbleitertitel unter Druck geraten können, wenn Politik-, Wettbewerbs- und Bewertungsbedenken zusammenkommen.
Der Rückgang des Kospi am Dienstag war einer der stärksten prozentualen Tagesverluste des Index in jüngerer Zeit.