NachrichtenMakro[Beitrag] Wälder verbinden den asiatisch-pazifischen Raum: Ein grüner Weg zu gemeinsamem Wohlstand

[Beitrag] Wälder verbinden den asiatisch-pazifischen Raum: Ein grüner Weg zu gemeinsamem Wohlstand

Autor: Korea Herald Business·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die 6. APEC-Ministertagung für Forstwirtschaft brachte in Shenzhen 21 Mitgliedswirtschaften zusammen, um Politiken für eine nachhaltige Forstwirtschaft in einer Region zu koordinieren, die rund 60 Prozent des globalen BIP repräsentiert.
  • Eine auf der Tagung verabschiedete Gemeinsame Erklärung verpflichtete die Teilnehmer, eine wissenschaftsbasierte Forstwirtschaft zu stärken, illegalen Holzeinschlag zu bekämpfen und den Handel mit legal geernteten Forstprodukten zu fördern.
  • Korea hat ein digitales Waldmanagementsystem auf Basis von Satellitendaten und künstlicher Intelligenz eingeführt, um die Effizienz zu steigern und die Reaktionsfähigkeit auf grenzüberschreitende Waldkatastrophen zu verbessern.
  • Mangrovenwälder können bis zu viermal mehr Kohlenstoff binden als tropische Regenwälder, weshalb ihr Schutz und ihre Wiederherstellung ein zentraler Schwerpunkt der regionalen Zusammenarbeit im asiatisch-pazifischen Raum sind.
  • Korea entwickelt landesweit 40 Gartenstädte und baut grüne Stadtinfrastruktur aus, darunter klimaangepasste Wälder, Windkorridore und grüne Schutzzonen für Kinder.
[Beitrag] Wälder verbinden den asiatisch-pazifischen Raum: Ein grüner Weg zu gemeinsamem Wohlstand

Von Park Eun-sik

Waldbrände entwickeln sich zunehmend zu einer ganzjährigen Bedrohung. Der Klimawandel verändert die Wälder der Welt grundlegend und greift in unser Leben ein. Heute steht die Welt vor einer beispiellosen Mehrfachkrise, die von extremer Hitze, anhaltenden Dürren, großflächigen Waldbränden und dem irreversiblen Verlust der Biodiversität geprägt ist. Keine dieser Herausforderungen bleibt auf die Grenzen eines einzelnen Landes beschränkt. Die Krise der Wälder ist eine gemeinsame Krise der Menschheit und kann nur durch internationale Zusammenarbeit und Solidarität bewältigt werden.

Vor diesem Hintergrund fand die 6. APEC-Ministertagung für Forstwirtschaft (MMRF6) vom 27. bis 28. Juli in Shenzhen in der chinesischen Provinz Guangdong statt. Die Tagung diente als Kooperationsplattform, um zu erörtern, wie Wälder angesichts der gemeinsamen Herausforderungen von Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Waldkatastrophen erhalten und nachhaltig bewirtschaftet werden können und wie diese Bemühungen zu einer nachhaltigeren Zukunft beitragen können. Delegationen aus 21 APEC-Mitgliedswirtschaften, darunter die Republik Korea, kamen unter dem Motto "Toward a Green Asia-Pacific and Ecological Well-being for All” zusammen, um politische Leitlinien und Kooperationen zur Erreichung der globalen forstwirtschaftlichen Ziele zu beraten. Ich nahm ebenfalls als Vertreter der koreanischen Regierung an der Tagung teil und teilte die Erfolge und Erfahrungen Koreas in der Forstpolitik mit der internationalen Gemeinschaft.

Wälder gehören zu den wirksamsten natürlichen Kohlenstoffsenken und bilden durch den Schutz von Biodiversität und Wasserressourcen die Grundlage des Lebens. Zugleich sind sie wertvolle Vermögenswerte, die lokale Lebensgrundlagen und Volkswirtschaften stützen. Wälder zu schützen bedeutet daher nicht nur, die Umwelt zu bewahren, sondern auch in den Wohlstand künftiger Generationen zu investieren.

Die auf der Tagung verabschiedete Gemeinsame Erklärung ruft zu einem gemeinsamen Bekenntnis auf, eine wissenschaftsbasierte nachhaltige Forstwirtschaft zu stärken, illegalen Holzeinschlag zu bekämpfen, den Handel mit legal geernteten Forstprodukten zu fördern und den Wert sowie die Ökosystemleistungen der Wälder zu maximieren. Im Einklang mit diesen internationalen Bemühungen setzt Korea seinen überarbeiteten 6. Nationalen Waldplan um, der die Global Forest Goals sowie Koreas Nationally Determined Contribution widerspiegelt. Korea hat außerdem ein digitales Waldmanagementsystem eingeführt, das Satellitendaten und künstliche Intelligenz nutzt und damit die Effizienz der Waldbewirtschaftung steigert sowie die Fähigkeit zur Reaktion auf grenzüberschreitende Waldkatastrophen stärkt.

Korea hat sich von einem Empfänger von Entwicklungshilfe zu einem Land entwickelt, das seine Erfahrungen und Fachkenntnisse mit der Weltgemeinschaft teilt. Korea hat die durch den Krieg verwüsteten Wälder erfolgreich in eine grüne Landschaft zurückverwandelt. Dies gilt heute als eines der bekanntesten Beispiele erfolgreicher Waldwiederherstellung. Auf dieser Erfahrung aufbauend weitet Korea die Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und klimaanfälligen Ländern aus, indem es die Wiederherstellung von Wäldern unterstützt und die Kapazitäten zur Reaktion auf Waldkatastrophen stärkt.

Eines der zentralen Themen der Tagung war der Schutz und die Wiederherstellung von Mangrovenökosystemen, einem Kernelement naturbasierter Lösungen. Mangrovenwälder können bis zu viermal mehr Kohlenstoff binden als tropische Regenwälder und dienen als natürliche Wellenbrecher, die Küsten vor Taifunen und Sturmfluten schützen. In Vietnam stellte Korea 330 Hektar degradierter Mangrovenwälder wieder her und trug damit sowohl zur ökologischen Erholung als auch zu höheren Einkommen der lokalen Bevölkerung bei. Das Projekt wurde von der OECD als Fallbeispiel für Innovation im öffentlichen Sektor anerkannt. Es zeigt, dass Waldwiederherstellung nicht nur zur ökologischen Erholung, sondern auch zur nachhaltigen Entwicklung lokaler Gemeinschaften beitragen kann.

Auch Stadtwälder und die Wiederherstellung von Ökosystemen an Uferbereichen im rasch urbanisierenden asiatisch-pazifischen Raum waren wichtige Diskussionsthemen. Bei meinem Besuch des Futian Mangrove Ecological Park und des Dasha River Ecological Corridor in Shenzhen sah ich, wie ökologische Korridore und Uferzonen nahtlos in städtische Räume integriert werden können und so selbst in einer stark urbanisierten Stadt ein Zusammenleben von Natur und Mensch ermöglichen. Es war eine eindringliche Erinnerung daran, dass die Zukunft klimaresilienter Städte nicht mit mehr Beton beginnt, sondern mit mehr Wäldern und Grünflächen.

Korea baut außerdem die grüne Infrastruktur in städtischen Gebieten schrittweise aus, darunter klimaangepasste Stadtwälder, städtische Windkorridore und grüne Schutzzonen für Kinder. Darüber hinaus entwickeln wir landesweit 40 Gartenstädte und wandeln urbane Räume in nachhaltige ökologische Netzwerke um. Auf dieser Tagung haben wir diese Politiken und Erfahrungen mit anderen Mitgliedswirtschaften geteilt und einen neuen Weg aufgezeigt, auf dem Städte und Wälder gemeinsam wachsen.

Wälder sind ein gemeinsames Gut der Menschheit, das nationale Grenzen übersteigt, und ein Erbe, das wir an künftige Generationen weitergeben müssen. So wie Wälder unter dem gefrorenen Boden des Winters still den Frühling vorbereiten, müssen wir weiterhin die Samen grüner Solidarität säen und pflegen, während sich die Klimakrise zuspitzt. Rauch von Waldbränden und der Klimawandel machen nicht an nationalen Grenzen halt, aber ebenso wenig die Kraft der Zusammenarbeit, die zu spürbaren Veränderungen führen kann.

Die Klimakrise ist keine Herausforderung, die ein Land allein lösen kann. Indem wir gemeinsam für die Wälder sorgen und unsere Erfahrungen sowie unser Fachwissen teilen, können wir gemeinsam eine grünere Zukunft aufbauen. Ich hoffe, dass eine stärkere Zusammenarbeit im Forstbereich im asiatisch-pazifischen Raum Wurzeln schlägt und zu gemeinsamem Wohlstand jenseits der Klimakrise führt.

Park Eun-sik ist Minister des Korea Forest Service. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten sind die des Autors. — Ed.